Spanische Kellereien erzeugten in den ersten zwei Monaten der Kampagne 29,4 Millionen Hektoliter – ein Plus von 26 Prozent
Eine frühere Lese ließ die Augustmenge steigen. Damit lag die kumulierte Produktion trotz eines etwas schwächeren Septembers deutlich über dem Vorjahreswert.
Dienstag, 3. November 2026

Spanische Kellereien erzeugten im August und September, den ersten beiden Monaten der Weinkampagne 2026/27, knapp 29,4 Millionen Hektoliter Wein. Das entspricht einem Anstieg von 26 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, wie aus Daten des Weinmarkt-Informationssystems INFOVI hervorgeht, die am Dienstag, dem 3. November, veröffentlicht wurden.
Die Gesamtmenge umfasst den bis Ende September in den Kellereien erzeugten Wein, nicht jedoch Most. In absoluten Zahlen lag sie rund 6,1 Millionen Hektoliter über dem Wert der ersten beiden Monate der Kampagne 2025/26.
Die Septemberzahl allein fiel geringer aus, als der kumulierte Zuwachs vermuten lassen könnte. Den Daten zufolge erzeugten die Kellereien im September 18,7 Millionen Hektoliter und damit etwas weniger als im September 2025. Aus der Differenz ergibt sich für August eine Produktion von rund 10,7 Millionen Hektolitern, basierend auf den gerundeten Gesamtwerten für den Zweimonatszeitraum.
Diese Aufteilung erklärt, warum die Monats- und die kumulierten Vergleiche in unterschiedliche Richtungen weisen. Die Produktion im September ging gegenüber dem Vorjahr zurück, doch bereits vor Monatsende war eine größere Menge in den Kellereien verarbeitet worden. So lag die kumulierte Produktion zum Ende des Septembers deutlich über dem Stand zum gleichen Zeitpunkt der vorangegangenen Saison.
Die Zahlen verdeutlichen, welchen Einfluss der Zeitpunkt der Weinlese auf die monatlichen Produktionswerte haben kann. Beginnt die Lese früher, kann bereits im August mehr Wein erzeugt und erfasst werden. Dadurch verändert sich der Vergleich für September, ohne dass sich zwangsläufig das Gesamtbild zu Beginn der Kampagne ändert.
Der Anstieg von 26 Prozent ist daher nicht als Prognose für die gesamte Saison 2026/27 zu verstehen. Die INFOVI-Daten geben an, wie viel Wein bis Ende September erzeugt worden war – nicht, wie die gesamte Kampagne ausgehen wird, sobald alle Regionen die Verarbeitung abgeschlossen haben und weitere Monatsberichte vorliegen.
Spanien zählt zu den größten Weinproduzenten der Welt. Die frühen Daten zur Kampagne werden aufmerksam verfolgt, denn sie liefern das erste offizielle Bild davon, wie viel Wein nach Beginn der Lese in die Kellereien gelangt. Die jüngsten Zahlen deuten darauf hin, dass die Kellereien zu Beginn des Herbstes bereits deutlich mehr Wein erzeugt hatten als zum gleichen Zeitpunkt der vorangegangenen Kampagne, auch wenn das Produktionstempo im September selbst etwas geringer war.
Dieser Gegensatz ist für die Einordnung des Marktes wichtig. Eine niedrigere Septemberzahl allein könnte auf eine geringere Produktion hindeuten, doch die kumulierte Menge zeigt, dass die Kellereien nach zwei Monaten vor dem Vorjahr lagen. Grund dafür ist die frühere Anlieferung der Trauben und die damit verbundene Verlagerung der Produktion in den August.
INFOVI ist das offizielle Marktinformationssystem für den spanischen Weinsektor. Die am Dienstag, dem 3. November, veröffentlichte Mitteilung basiert auf Daten mit Stand Ende September. Der Bericht bildet daher nur die Anfangsphase der Kampagne 2026/27 ab, in der der Zeitpunkt der Lese die Vergleiche zwischen den einzelnen Monaten stark beeinflussen kann.