Allied Blenders and Distillers eröffnet Malzwhisky-Brennerei in Telangana mit 4,4 Millionen Bulk-Litern Jahreskapazität

Die Anlage in Rangapur ermöglicht dem indischen Spirituosenhersteller die Eigenproduktion von Malzspirituose für sein Premium-Whiskyportfolio

Donnerstag, 22. Oktober 2026

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Allied Blenders and Distillers eröffnet Malzwhisky-Brennerei in Telangana mit 4,4 Millionen Bulk-Litern Jahreskapazität

Allied Blenders and Distillers Ltd., ein indisches Spirituosenunternehmen, hat in Rangapur im südlichen Bundesstaat Telangana den kommerziellen Betrieb einer neuen Malzbrennerei aufgenommen. Damit kommen rund 4,4 Millionen Bulk-Liter genehmigte Jahreskapazität hinzu, während das Unternehmen verstärkt Vorprodukte für Whisky selbst herstellen will.

Der Betriebsstart wurde am Donnerstag bekannt gegeben und zuerst von Aabkari Times gemeldet, einer indischen Fachpublikation zur Alkoholbranche und zur Verbrauchsteuerpolitik. Dem Bericht zufolge handelt es sich bei der neuen Anlage um eine Malzbrennerei auf der grünen Wiese mit einer genehmigten Produktionskapazität von rund 4,4 Millionen Bulk-Litern pro Jahr. Die ursprüngliche Unternehmensmitteilung, auf die sich der Bericht bezog, war für eine unabhängige Prüfung nicht vollständig verfügbar. Daher ließen sich die gemeldeten Angaben anhand des Quelldokuments nicht vollständig verifizieren.

Mit der Investition erhält Allied Blenders and Distillers, häufig ABD genannt, eine eigene Produktion von Malzspirituose, einem wichtigen Ausgangsstoff für Whisky. Das ist relevant, weil Malzspirituose für die Premium-Whiskypläne des Unternehmens zentral ist und sich zudem auf Beschaffungskosten, Versorgungssicherheit und Qualitätskontrolle auswirken kann. Indem das Unternehmen die Spirituose selbst herstellt, statt sich ausschließlich auf externe Lieferanten zu stützen, will es einen Teil der Lieferkette stärker kontrollieren, der sowohl die Margen als auch die Produktkonsistenz beeinflussen kann.

ABD hat seinen Sitz in Mumbai und zählt zu den größeren Spirituosengruppen Indiens. Laut dem Geschäftsbericht des Unternehmens für das Geschäftsjahr 2025/26, auf den das Dokumentenarchiv FinancialFilings verweist, verkaufte ABD im Berichtsjahr 35,9 Millionen Kisten. Der Bericht enthielt keine direkt vergleichbare frühere konzernweite Kapazitätsangabe für die Malzdestillation. Daher lässt sich anhand der verfügbaren Informationen keine Wachstumsrate auf vergleichbarer Basis berechnen.

Die neue Anlage befindet sich in Rangapur, einem Standort in Telangana, der sich zu einem wichtigen Produktionszentrum des Unternehmens entwickelt hat. Aabkari Times zufolge gibt es dort bereits Getreidedestillation, die Herstellung von PET-Flaschen und Abfüllanlagen. Mit der Malzdestillation erweitert ABD die Zahl der Produktionsschritte, die das Unternehmen an einem Standort abwickeln kann. Eine solche Bündelung nutzen Unternehmen der Getränkeindustrie häufig, um die logistische Komplexität zu verringern und die Kontrolle über Rohstoffe und Fertigwaren zu verbessern.

In von Aabkari Times wiedergegebenen Äußerungen bezeichnete Managing Director Amar Sinha das Projekt als Teil der Rückwärtsintegration von ABD. Der Begriff beschreibt, wenn Unternehmen die Herstellung wichtiger Vorprodukte in den eigenen Betrieb verlagern, statt sie von Drittanbietern zu beziehen. Dieser Ansatz kann einen Hersteller vor Schwankungen der externen Preise oder Versorgungsengpässen schützen. Er kann zudem die Produktentwicklung unterstützen, wenn ein Unternehmen bestimmte Eigenschaften seiner Spirituose anstrebt.

Im Zentrum des Vorhabens steht offenbar das Whiskygeschäft des Unternehmens. Dem Bericht zufolge soll die neue Brennerei das Portfolio Prestige & Above von ABD unterstützen und es dem Unternehmen ermöglichen, mit der Einlagerung von Malzspirituose zur Reifung zu beginnen. Dieser Schritt ist bei der Whiskyherstellung bedeutend, denn für Premiumabfüllungen vorgesehene Spirituosen, darunter mögliche Single-Malt-Abfüllungen, müssen in Eichenfässern reifen, bevor sie als gereifter Whisky verkauft werden können. Der Beginn des kommerziellen Betriebs der Brennerei bedeutet daher nicht, dass gereifter Whisky aus der neuen Anlage sofort auf den Markt kommt.

Dieser zeitliche Aspekt ist für Investoren und Verbraucher wichtig, die die Ankündigung einordnen. Die Angabe von 4,4 Millionen Bulk-Litern bezeichnet die genehmigte jährliche Produktionskapazität, nicht den aktuellen Absatz, die tatsächliche Produktion oder bereits im Handel erhältliche Flaschen. Sie bedeutet auch nicht, dass die gesamte Menge sofort genutzt wird. Brennereien fahren ihre Produktion häufig schrittweise hoch – abhängig von der Nachfrage, der Rohstoffversorgung, der Verfügbarkeit von Fässern und den übergeordneten Portfoliozielen des Unternehmens.

Das Projekt kommt zu einem Zeitpunkt, an dem indische Spirituosenunternehmen weiter in die heimische Produktion investieren, insbesondere im Premiumsegment. Die Nachfrage nach höherwertigen Whiskys und in Indien hergestellten Premiumprodukten hat die Hersteller dazu veranlasst, ihre Destillations-, Reifungs- und Abfüllkapazitäten auszubauen. Für ein Unternehmen wie ABD, das bereits ein großes Alkoholgetränkegeschäft betreibt, könnte die stärkere Eigenproduktion von Malzspirituose dazu beitragen, schneller auf Veränderungen der Verbrauchernachfrage zu reagieren und zugleich die Abhängigkeit von externen Bezugsquellen zu verringern.

Das Vorhaben könnte sich auch auf das Kostenmanagement auswirken. Ist ein Destillateur bei einem wichtigen Vorprodukt auf externe Lieferanten angewiesen, können Lieferunterbrechungen, Frachtkosten sowie Änderungen bei Rohstoff- oder Vertragspreisen die Produktionswirtschaftlichkeit beeinflussen. Die Eigenproduktion beseitigt diese Belastungen nicht vollständig, denn auch die Destillation hängt von den Kosten für Getreide, Energie, Arbeit und Verpackung ab. Sie kann einem Unternehmen jedoch mehr Flexibilität bei Planung und Lagerhaltung verschaffen.

Das Projekt in Rangapur zeigt zudem, wie indische Spirituosengruppen integrierte Produktionszentren aufbauen, statt ausschließlich einzelne spezialisierte Anlagen zu erweitern. Werden Destillation, Abfüllung und Verpackung an einem Standort gebündelt, kann das den Transport zwischen Anlagen verringern und die Ablaufplanung vereinfachen. Für Whiskyhersteller kann es außerdem leichter werden, Produktionsläufe mit Abfüllplänen, Lagerhaltung und künftigem Verschnittbedarf abzustimmen.

Mehrere Fragen bleiben jedoch offen. Weder der Fachbericht noch die verfügbaren Angaben aus dem Geschäftsbericht enthielten Informationen zu den Investitionskosten der Anlage, der erwarteten Auslastung im ersten Jahr oder dem Zeitplan für eine mögliche künftige Single-Malt-Einführung mit Spirituose aus Rangapur. Auch wurde nicht aufgeschlüsselt, welcher Anteil der neuen Kapazität für bestehende Marken und welcher für neue, in der Entwicklung befindliche Produkte vorgesehen ist.

Klar ist, dass ABD seine Produktionsbasis um einen neuen Baustein erweitert hat – zu einer Zeit, in der Premium-Whisky auf dem indischen Alkoholgetränkemarkt zunehmend an Bedeutung gewinnt. Mit dem Betriebsstart der Brennerei in Telangana erhält das Unternehmen eine neue Quelle für Malzspirituose und eine langfristige Plattform für die Herstellung gereiften Whiskys. Die Auswirkungen auf fertige Produkte werden sich jedoch erst nach und nach zeigen.

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