07.07.2026

Die britische Regierung plant, Pubs, Bars und andere lizenzierte Betriebe zertifizierte digitale Altersprüfungen für Alkoholverkäufe zu erlauben. Damit würde ein per Smartphone vorgelegter Altersnachweis, sofern das Parlament zustimmt, neben Pässen, Führerscheinen und physischen PASS-Karten stehen.
Der am Montag berichtete und voraussichtlich im Herbst 2026 in Kraft tretende Vorschlag würde Betriebe nicht dazu verpflichten, digitale Ausweise zu verwenden. Stattdessen erhielten Betreiber die Möglichkeit, zertifizierte digitale Verifizierungsdienste als weitere Methode zu akzeptieren, um zu bestätigen, dass ein Kunde alt genug ist, um Alkohol zu kaufen.
Für den Getränkesektor könnte dieser Schritt einen der routinemäßigsten Compliance-Prozesse in der Gastronomie verändern. Die Altersverifikation ist zentral für den Alkoholverkauf in Pubs, Bars, Clubs, bei Festivals und im Einzelhandel, und jede Änderung der akzeptierten Ausweisformen kann sich auf Arbeitsabläufe des Personals, die Servicegeschwindigkeit und Investitionen in neue Systeme auswirken. Sollte das Gesetz verabschiedet werden, könnte es 2026 zudem eine breitere Einführung zertifizierter digitaler Verifizierungsdienste in der Branche anstoßen.
Ein Sprecher des PASS Scheme sagte dem Morning Advertiser, die Ankündigung sei „ein bedeutender Meilenstein“ für dPASS und für die breitere Nutzung vertrauenswürdiger digitaler Altersnachweise. PASS ist in Großbritannien seit Langem als nationaler Standard für Altersnachweise über seine physischen Karten anerkannt, und die Gruppe erklärte, der Schritt der Regierung werde diese Karten nicht ersetzen.
Stattdessen, so der Sprecher, werde der digitale Altersnachweis das bestehende System ergänzen, sobald die Gesetzgebung in Kraft ist. Kunden würden dPASS auf einem Smartphone vorzeigen, wobei die Gültigkeit über einen sicheren Validierungsprozess bestätigt werde. Dieser Ansatz könne Pubs, Clubs und Bars mehr Sicherheit beim Akzeptieren digitaler Altersnachweise geben und zugleich Sicherheit und Vertrauen wahren, sagte der Sprecher.
PASS betonte außerdem, dass lizenzierte Betriebe weiterhin physische PASS-Karten akzeptieren könnten, sodass Kunden frei zwischen einer physischen Karte und einer digitalen Version wählen könnten.
Robin Tombs, Geschäftsführer von Yoti, sagte dem Morning Advertiser, dass die Zulassung digitaler Ausweise für Alkoholverkäufe die Art und Weise verändern könnte, wie Menschen in lizenzierten Betrieben ihr Alter nachweisen. Er sagte, die Frage gehe über Bequemlichkeit hinaus, weil Betreiber zunehmend mit täuschend echten Fälschungen zu tun hätten.
„Die Altersprüfung wird schwieriger, weil gefälschte Ausweisdokumente überzeugender sind als früher“, sagte Tombs. „Technologie hat es einfacher gemacht, sie zu verändern oder zu erstellen, wodurch visuelle Kontrollen allein weniger zuverlässig werden.“
Zertifizierte digitale Ausweise stützten sich auf Informationen, die bereits vor der Ausstellung verifiziert worden seien, was Betreibern bei der Alterskontrolle mehr Sicherheit geben könne, sagte er. Tombs fügte hinzu, digitale Ausweise könnten außerdem den Service beschleunigen, Warteschlangen verkürzen und die Privatsphäre verbessern, indem Kunden nachweisen könnten, dass sie über 18 sind, ohne zusätzliche persönliche Angaben preiszugeben.
Selbst Befürworter der Änderung sagen, dass die Einführung von Schulungen abhängen wird. PASS erklärte, das Personal müsse verstehen, wie der Validierungsprozess funktioniert und wie sowohl physische PASS-Karten als auch dPASS sicher gehandhabt werden. Yoti sagte ebenfalls, Unternehmen sollten ihre Altersverifikationsrichtlinien aktualisieren und grundlegende Schulungen anbieten, damit Kontrollen einheitlich durchgeführt werden.
Dieser praktische Punkt könnte ebenso wichtig sein wie die rechtliche Änderung selbst. In stark frequentierten Pubs und Bars finden Alterskontrollen oft unter Druck zu den Spitzenzeiten des Geschäfts statt. Eine neue digitale Option könnte den Service in einigen Betrieben beschleunigen, aber nur, wenn das Personal weiß, wie zugelassene Systeme zu erkennen und konsequent anzuwenden sind. Für Betreiber, die Bier, Wein und Spirituosen verkaufen, bedeutet das, dass die Einhaltung der Vorschriften zunehmend nicht nur davon abhängen könnte, gefälschte physische Ausweise zu erkennen, sondern auch zertifizierte digitale Werkzeuge zu verstehen.
Die Regierung hat erklärt, dass die Maßnahme der Zustimmung des Parlaments unterliegt. Der Vorschlag hat laut Morning Advertiser in der Branche gemischte Reaktionen ausgelöst. Einige Betreiber begrüßten mögliche Vorteile bei Zuverlässigkeit und Effizienz, während andere Bedenken hinsichtlich Kosten, Komplexität und der praktischen Umsetzung des Systems nach der Einführung äußerten.
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