Italienische Weinbestände steigen vor der nächsten Ernte auf 49,1 Millionen Hektoliter

Steigende Kellerbestände schüren die Sorge vor Überangebot und Preisdruck, während sich die Erzeuger auf den Jahrgang 2026 vorbereiten.

19.06.2026

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Die italienischen Weinbestände beliefen sich Ende Mai auf knapp 49,1 Millionen Hektoliter und lagen damit 5,4 % über dem Vorjahreswert, wie aus dem jüngsten Bericht „Cantina Italia“ des ICQRF hervorgeht, der Inspektion unter Italiens Landwirtschaftsministerium. Mit der näher rückenden Ernte 2026 deuten die Zahlen auf anhaltenden Druck auf die Kellerkapazitäten und auf einen Markt hin, der bereits mit großen Mengen zu kämpfen hat, die noch verkauft werden müssen.

Der gleiche Bericht wies zum 31. Mai weitere 4,2 Millionen Hektoliter Most in Lagerbeständen aus. Zusammengenommen legen die Daten nahe, dass italienische Erzeuger mit ungewöhnlich hohen Beständen in die nächste Ernte gehen.

Für die Getränkeindustrie sind diese Lagerbestände relevant, weil sie das Risiko eines Überangebots und von Preisverfall erhöhen können, insbesondere wenn die Nachfrage die vorhandenen Mengen nicht absorbiert, bevor neuer Wein auf den Markt kommt. In diesem Umfeld könnten DOP- und IGP-Konsortien zunehmend unter Druck geraten, die nach dem italienischen Weingesetz zulässigen Instrumente zur Angebotssteuerung einzusetzen, um die Mengen zu begrenzen und das Marktgleichgewicht zu stützen.

Die ICQRF-Daten geben einen Überblick über den in italienischen Kellern gelagerten Wein und werden von Erzeugern, Abfüllern und Branchenverbänden aufmerksam verfolgt, da sie als Indikator für Markttensionen vor der Ernte gelten. Der diesjährige Anstieg kommt zu einem sensiblen Zeitpunkt im Kalender, denn bis die Weingüter die ersten Trauben des Jahrgangs 2026 einbringen, bleibt nur noch wenig Zeit.

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