20.05.2026

Der jüngste Erntebericht des argentinischen Nationalen Instituts für Weinbau bestätigte, was die Erzeuger in Mendoza und San Juan bereits befürchtet hatten: Die Traubenmenge für die Weinbereitung sank in der Ernte 2026 um 8 % gegenüber der vorangegangenen Saison, während die an die Produzenten gezahlten Preise weiter nachgaben.
Nach Angaben des Instituts wurden in diesem Jahr landesweit 18.391.299 Quintale Trauben geerntet. Auf Mendoza entfielen 13.147.187 Quintale, San Juan brachte 4.097.938 Quintale hervor. Beamte erklärten, der Rückgang sei von Technikern erwartet worden, die die Weinberge in beiden Provinzen begutachtet und im Februar erste Schätzungen veröffentlicht hatten. Die endgültigen Zahlen lagen nahe an diesen Prognosen; die Abweichung betrug in Mendoza nur 2 %, in San Juan nahezu gar nichts.
Das Institut erklärte, die Genauigkeit dieser Schätzungen helfe Kellereien und Erzeugern bei Entscheidungen über Verarbeitung und Produktion. Für die Produzenten habe dies jedoch kaum Entlastung gebracht: Sie sehen sich mit sinkenden Preisen konfrontiert, während ihre Kosten weiter steigen.
Erzeuger und Branchenverbände sagen, der Markt werde von schwachen Weinabsätzen und einem lang anhaltenden Rückgang des Inlandsverbrauchs geprägt, den sie auf rund 15 Liter pro Kopf und Jahr beziffern – eines der niedrigsten Niveaus seit Jahren. Zugleich seien die Produktionskosten stark gestiegen, auch in Dollar gerechnet, was die Margen in der gesamten Branche unter Druck setze.
In San Juan berichten einige Produzenten, dass die Preise selbst bei kleinerer Ernte gefallen sind. Eduardo Sánchez, ein Traubenerzeuger in der Provinz, sagte, ihm seien in dieser Saison zwischen 140 und 200 Pesos pro Kilo für Trauben geboten worden. 2024 habe er seine Ernte für 240 Pesos pro Kilo verkauft, 2025 für 200 Pesos. Er fügte hinzu, dass diejenigen, die Trauben zu Wein oder Most verarbeiteten, pro Kilo noch weniger erhalten hätten.
Sánchez sagte, die Lage habe sich durch steigende Stromrechnungen und andere Betriebskosten weiter verschärft. Viele Erzeuger fühlten sich übergangen, weil sich die öffentliche Debatte eher auf den Bergbau als auf die Landwirtschaft konzentriere.
Der Rückgang der Ernte war nach frühen Feldbegehungen erwartet worden, die auf geringere Erträge in beiden Provinzen hingedeutet hatten. Dennoch sagen die Erzeuger, dass sich das Minus nicht in besseren Erlösen ab Hof niedergeschlagen habe; viele Weinberge gingen daher finanziell belastet in einen weiteren Produktionszyklus.
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