GI-Erzeuger melden Widerstandskraft trotz steigender Kosten

OriGIn-Umfrage zeigt: Viele Gruppen konnten sich 2025 bei den Verkäufen behaupten, obwohl Zölle, Inflation und Handelsspannungen die Margen belasteten

05.05.2026

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GI-Erzeuger melden Widerstandskraft trotz steigender Kosten

Eine globale Allianz von Gruppen mit geografischen Angaben erklärte am Dienstag, der Sektor habe sich 2025 als widerstandsfähig erwiesen, obwohl steigende Kosten, Handelsspannungen und ein vorsichtiger Konjunkturausblick auf Erzeugern aus den Bereichen Wein, Spirituosen, Agrarprodukte und Handwerk lasteten.

Die Allianz oriGIn veröffentlichte die fünfte Ausgabe ihrer jährlichen GI Trends Survey, die auf Antworten von 32 GI-Gruppen in 20 Ländern auf fünf Kontinenten basiert. Die Umfrage umfasst ein Panel mit großen Namen wie Champagne, Scotch Whisky und der Schweizer Uhrenindustrie sowie kleineren Gruppen, die mit Produkten wie Kona-Kaffee und Queso Villa Rica verbunden sind. Zusammen meldeten die befragten Gruppen einen Umsatz von 73,1 Milliarden Euro, Exporte im Wert von 58,9 Milliarden Euro und 638.982 direkte Arbeitsplätze. Zudem gaben sie an, mehr als 1 Million km² Land zu bewirtschaften und jährlich rund 13,8 Millionen Besucher anzuziehen.

Die Ergebnisse zeigten für die Verkäufe im Jahr 2025 ein gemischtes Bild. 42% der Gruppen sagten, die Umsätze seien gegenüber dem Vorjahr gestiegen, während 39% Rückgänge meldeten. Der Rest berichtete von stabilen Verkäufen. OriGIn erklärte, dieses Muster spiegele den Druck durch Zölle, Handelskonflikte und geopolitische Unsicherheit wider.

Die Produktionskosten stiegen bei 77% der Befragten, während nur 6% niedrigere Kosten meldeten. Dennoch gaben 78% an, ihre Belegschaft habe sich 2025 nicht verändert; das deute darauf hin, dass viele Gruppen trotz engerer Margen versucht hätten, Arbeitsplätze zu sichern. Die direkte Beschäftigung im gesamten Panel belief sich auf 638.982 Stellen.

Die Umfrage ergab zudem, dass GI-Gruppen ein schwieriges Jahr erwarten. 48% beschrieben den allgemeinen wirtschaftlichen Ausblick für 2026 als ungünstig, während ein kleinerer Anteil die Lage als günstig einschätzte. Die größten Sorgen galten Zollrisiken, geopolitischer Instabilität und anhaltender Kosteninflation.

Der diesjährige Survey legte einen besonderen Schwerpunkt auf die GI-Gruppen selbst, die oriGIn als Rückgrat des Systems bezeichnete. Nach Angaben der Organisation berichteten 77% der Gruppen von einer hohen oder sehr hohen Beteiligung der Mitglieder an strategischen Entscheidungen; das spiegele ein kollektives Governance-Modell wider, in dem Erzeuger direkt an der Festlegung von Prioritäten beteiligt seien. 71% bewerteten ihre Governance als effektiv oder sehr effektiv.

Die Umfrage ergab außerdem, dass 48% der Gruppen alle Erzeuger ihres Sektors vertreten, während ein weiterer großer Anteil mehr als zwei Drittel der Erzeuger repräsentiert. Mitgliedsbeiträge waren für 78% der Gruppen die wichtigste Finanzierungsquelle; öffentliche Unterstützung sowie regionale oder internationale Fördermittel spielten eine nachrangige Rolle.

Förderung und Marketing rangierten bei den GI-Gruppen an erster Stelle der Aktivitäten, gefolgt vom rechtlichen Schutz. Dieselben beiden Bereiche dominierten auch bei den Ausgabenprioritäten. Marktpräsenz und rechtlicher Schutz wurden als wichtigste strategische Ziele für 2026 genannt.

Riccardo Deserti, Präsident von oriGIn, sagte in einer Stellungnahme, GI-Gruppen seien „eine Säule des GI-Systems“ und blieben trotz eines schwierigen globalen Umfelds dem Schutz von Namen, dem Ausbau von Märkten und dem Dienst an ihren Mitgliedern verpflichtet.

Die Umfrage verwies zudem auf den Tourismus als wichtige Wertquelle für GI-Regionen. Die befragten Gruppen gaben an, dass sie jährlich im Durchschnitt rund 13,8 Millionen Besucher zu Einrichtungen im Zusammenhang mit der GI-Produktion anzögen; oriGIn verglich diese Zahl mit den jährlichen Touristenzahlen in Ländern wie Griechenland oder Österreich.

OriGIn erklärte, die Ergebnisse würden genutzt, um die Interessenvertretung und den Kapazitätsaufbau für GI-Verbände weltweit zu steuern – insbesondere für kleinere Gruppen, die mit regulatorischem Druck, Problemen beim Marktzugang und begrenzten finanziellen Ressourcen konfrontiert sind.

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