04.05.2026

Pizza und ein Softdrink, lange Zeit eine der vertrautesten und günstigsten Mahlzeiten für italienische Familien, werden im ganzen Land spürbar teurer. Das zeigt eine neue Auswertung von Preisen in 30 Städten, die verdeutlicht, wie die Kosten für einen Besuch in der Pizzeria schneller steigen als die Inflation.
Die Studie, die auf Daten des Preis- und Tarifobservatoriums des Ministeriums für Unternehmen und Made in Italy basiert und von Altroconsumo berichtet wurde, ergab, dass der Durchschnittspreis für eine Pizza mit Getränk seit 2025 um 4,4 % und seit 2021 um 26 % gestiegen ist. Der Anstieg spiegelt einen breiteren Wandel im Restaurantmarkt wider, in dem höhere Energiekosten, teurere Zutaten und ein wachsendes Angebot an Gourmet-Varianten das verändern, was früher eine einfache Mahlzeit im Viertel war.
Bolzano ist inzwischen die teuerste Stadt in der Untersuchung, mit einem Durchschnittspreis von 15 Euro für Pizza und Getränk. Palermo und Sassari folgen mit jeweils mehr als 14,50 Euro. Auch Trento und Florenz liegen weiterhin im oberen Bereich. Rom hingegen bleibt unter den großen Städten vergleichsweise günstig, mit einem Durchschnitt von 11,45 Euro. Einige Orte bleiben unter 10 Euro, darunter Reggio Calabria und Livorno.
Hinter diesen Durchschnittswerten verbergen sich jedoch große Unterschiede innerhalb einzelner Städte. Palermo weist die größte Spanne auf: Die Preise reichen dort von 9 Euro bis 28 Euro – ein Hinweis auf einen sehr uneinheitlichen Markt. In Mailand liegt die Spanne zwischen 8 Euro und 22,50 Euro, in Florenz zwischen 8,50 Euro und 20 Euro. Reggio Calabria ist mit 9,50 Euro nicht nur die günstigste Stadt im Sample, sondern auch eine der stabilsten: Zwischen dem niedrigsten und dem höchsten Preis liegen dort nur 2 Euro. Bari, Perugia und Terni weisen jeweils eine Spanne von 2,5 Euro auf.
Die jüngsten Anstiege zeigen zudem, wie schnell sich die Preise in einigen Städten im vergangenen Jahr bewegt haben. Im Vergleich zu 2025 ist die Rechnung für Pizza und Getränk in Udine um fast 13 % gestiegen sowie in Bari und Pescara um mehr als 10 %. Auch Rom und Brescia liegen nahe an dieser Schwelle. Neapel, oft als symbolische Heimat der Pizza betrachtet, verzeichnete einen Anstieg von 7,8 %. Einige Städte entwickelten sich in die entgegengesetzte Richtung: In Venedig sanken die Preise um 3,2 %, in Parma um 9,3 %. Über fünf Jahre hinweg ist Parma die einzige Stadt in der Untersuchung mit einem Gesamtrückgang; hier liegt das Minus bei 4 %.
Andernorts fallen die langfristigen Anstiege deutlich stärker aus. Palermo führt mit einem Plus von 60 % seit 2021, gefolgt von Neapel mit 51 %. Sassari, Bolzano und Udine verzeichneten Zuwächse zwischen 38 % und 43 %. Das Muster ist bemerkenswert, weil einige der ikonischsten Pizza-Städte Italiens inzwischen zu jenen Orten gehören, an denen diese traditionelle Familienmahlzeit weniger erschwinglich geworden ist.
Der gleiche Druck zeigt sich bei einem weiteren typischen Bar-Snack: dem Sandwich. Sein Durchschnittspreis ist seit 2025 um mehr als 5 % und über fünf Jahre um 23,5 % gestiegen und liegt landesweit bei rund 4 Euro. Die günstigsten Sandwiches in der Untersuchung wurden in Terni für 2,30 Euro gefunden, während Trento, Mailand und Verona nahe an 6 Euro lagen. In einigen Städten schwankten die Preise stark von einem Lokal zum anderen und erreichten in Venedig, Bolzano und Udine bis zum Vierfachen.
Besonders kräftig fielen die jährlichen Preissteigerungen bei Sandwiches in Verona mit 24,1 % aus, gefolgt von anderen Städten mit 18,5 % sowie Bari mit 17,6 %. Über fünf Jahre sticht Verona erneut hervor – mit einem Plus von 88 %, vor Perugia mit 49 %, Terni mit 37,7 % und Neapel mit 35,6 %.
Für viele Haushalte bedeutet das: Zwei der alltäglichsten Mahlzeiten außer Haus sind nicht mehr so berechenbar oder günstig wie früher.
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