25.05.2026

Kanadische Weinkäufer wenden sich zunehmend australischen Etiketten zu, da provinzielle Beschränkungen und Zölle auf US-Alkohol den Markt weiter umgestalten, wie aus einem neuen am Montag veröffentlichten Bulletin von Wine Australia hervorgeht.
Dem Bericht zufolge begannen die Veränderungen Anfang 2025, nachdem die Vereinigten Staaten am 1. Februar 25-prozentige Zölle auf kanadische Waren verhängt hatten; diese Abgaben traten am 4. März in Kraft. Kanada reagierte darauf mit einem 25-prozentigen Zoll auf Wein und andere alkoholische Getränke aus den Vereinigten Staaten. Die Provinzregierungen gingen noch weiter, verboten in mehreren Märkten die Einfuhr von US-Alkohol und nahmen viele dieser Produkte aus den staatlich betriebenen Regalen.
Da der Alkoholverkauf in Kanada von den Provinzen kontrolliert wird, fielen die Auswirkungen je nach Region unterschiedlich aus, waren aber breit genug, um das Kaufverhalten in den größten Märkten des Landes zu verändern. In Provinzen mit staatlich geführten Alkoholhandelssystemen wurden US-Produkte aus Geschäften und Convenience-Stores entfernt, sodass der Zugang im Wesentlichen auf Online-Verkäufe und Depotkanäle beschränkt blieb. In Ontario sorgten strengere Regeln dafür, dass US-Produkte in den Lagern der Liquor Control Board of Ontario verblieben, was es Vertretern erschwerte, sie an Bars und Restaurants zu verkaufen. In Alberta durften Händler vorhandene Bestände abverkaufen, aber nicht nachbestellen. Private Einzelhändler in British Columbia gingen ähnlich vor: Sie verkauften ihre vorhandenen Lagerbestände ab, füllten sie jedoch nicht wieder auf.
Wine Australia erklärte, diese Beschränkungen hätten heimischen Erzeugern und Exporteuren aus Ländern wie Australien Raum verschafft. Das Bulletin verwies auf Daten von Trade Data Monitor, denen zufolge Kanada im Jahr bis Februar 2025 66 Millionen Liter Wein aus den Vereinigten Staaten importierte – das entsprach einem Importanteil von 17 % und lag mengenmäßig nur hinter Italien.
Dem Bericht zufolge haben einige Provinzen inzwischen Teile ihrer Beschränkungen gelockert. Alberta kündigte im Juni 2025 an, wieder US-Alkoholprodukte anzunehmen. Quebec erlaubte seiner Alkoholbehörde später ab Februar 2026, ausgewählte US-Produkte wieder in die Regale zu stellen, wenn sie kurz vor dem Ablaufdatum standen.
Wine Australia teilte mit, dass die neuesten Verkaufsdaten aus den vier größten Provinzen Kanadas australischen Weinabgabepflichtigen und Exporteuren nun über einen neu veröffentlichten Bericht zur Verfügung stehen. Sie spiegeln wider, wie Handelspolitik und die provinzielle Kontrolle über den Alkoholvertrieb den Zugang für US-Weine verändert und australischen Marken mehr Regalfläche verschafft haben.
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