19.05.2026

Eine neue Analyse des spanischen Weinhändlers VINOS legt nahe, dass deutsche Käufer nach wie vor besonders stark auf Etiketten reagieren, die Tradition, Vertrauen und Vertrautheit vermitteln – auch wenn klarere und modernere Designs bei jüngeren Konsumenten an Boden gewinnen.
Das Unternehmen teilte mit, es habe 150 seiner meistverkauften Weine untersucht, die zwischen Januar 2025 und März 2026 verkauft wurden. Mithilfe künstlicher Intelligenz wurden die Etiketten in acht Designstile eingeteilt und anschließend mit Verkaufsdaten, Kundenbewertungen, Auszeichnungen und dem Durchschnittspreis verglichen. Das Ergebnis war ein Ranking, in dem „Warm & Traditional“ mit 87 Punkten auf Platz eins lag, gefolgt von „Black & Exclusive“ mit 83 Punkten und „Clean & Modern“ mit 75 Punkten.
VINOS erklärte, der bestplatzierte Stil zeichne sich durch warme, gedeckte Etiketten mit klassischer Typografie und dekorativen Elementen aus, überwiegend bei Rotweinen. Diese Gruppe erzielte in der Studie auch die höchste Auszeichnungswertung, was darauf hindeutet, dass traditionelle Präsentation oft mit Weinen zusammenfällt, die von Fachjurys prämiert wurden. Der Händler sieht darin einen Hinweis auf einen Markt, in dem viele deutsche Verbraucher weiterhin Etiketten bevorzugen, die etabliert statt experimentell wirken.
Die zweitplatzierte Kategorie „Black & Exclusive“ setzte auf dunkle Hintergründe und minimale goldene Schriftzüge, um ein Premium-Image zu vermitteln. Auch sie war vor allem von Rotweinen geprägt und schnitt bei den Kundenbewertungen gut ab. Die drittplatzierte Gruppe „Clean & Modern“ arbeitete mit klaren Layouts, helleren Farben und mehr Informationen auf dem Etikett. VINOS zufolge scheint dieser Stil eher Weißweinkäufer sowie jüngere und urbanere Verbraucher anzusprechen.
Eines der deutlichsten Ergebnisse war eine Lücke zwischen Bewertungen und Verkäufen. Die Studie stellte fest, dass Etiketten aus der Gruppe „Expressive & Bold“ unter den Rotwein-Kategorien mit durchschnittlich 4,48 Sternen die höchste Kundenbewertung erzielten, insgesamt aber nur auf Platz sechs mit 47 Punkten landeten. Ein ähnliches Muster zeigte sich bei „Light & Summer Fresh“, das ebenfalls im Schnitt 4,48 Sterne erreichte, aber auf Platz sieben endete. VINOS sagte, dies zeige, dass starke Bewertungen nicht zwangsläufig zu hohen Absatzmengen führen.
Das Unternehmen beschrieb seine Methode als Kombination aus Verkaufsleistung und visueller Analyse. Jedes Etikett wurde anhand von Merkmalen wie Farbe, Kontrast, Typografie und grafischen Elementen einer von acht Gruppen zugeordnet. Anschließend wurden diese Gruppen anhand von vier gewichteten Kriterien bewertet: Verkaufsvolumen mit 40 %, Kundenbewertungen mit 30 %, Auszeichnungen mit 20 % und Preis mit 10 %. Die Werte wurden auf einer Skala von 0 bis 100 normalisiert.
VINOS sagte, die Studie spiegele ein breiteres Kaufverhalten in Deutschland wider, wo Wein oft schnell im Laden oder online gekauft werde und die Verpackung Entscheidungen beeinflussen könne, noch bevor eine Flasche überhaupt geöffnet werde. In diesem Umfeld fungiere das Etikett zugleich als Qualitätssignal und als Hinweis auf die Preisvorstellung.
Der Händler erklärte, traditionelle Stile dominierten weiterhin, weil sie Verlässlichkeit vermittelten. Zugleich verwies er auf „Clean & Modern“ als Beleg für ein wachsendes Segment, das Klarheit, Herkunftsinformationen und einen zeitgemäßeren Look schätze. Diese Gruppe belegte insgesamt den dritten Platz, obwohl sie bei den Verkaufszahlen nicht zu den stärksten gehörte.
Die am schlechtesten bewertete Kategorie war „Pink & Carefree“, die sich auf Roséweine mit sanften Rosatönen sowie verspielten oder floralen Grafiken konzentrierte. VINOS zufolge hatte sie den niedrigsten durchschnittlichen empfohlenen Verkaufspreis aller acht Gruppen und schien eher als Impulskauf-Segment denn als Premium-Kategorie zu funktionieren.
Die Studie erscheint vor dem Hintergrund, dass Weinhändler in ganz Europa weiterhin nach Wegen suchen, sich in überfüllten Vertriebskanälen abzuheben, wo die Präsenz im Regal ebenso wichtig sein kann wie Rebsorte oder Herkunftsregion. Für VINOS, das sich auf spanische Weine für den deutschen Markt spezialisiert hat, deuten die Ergebnisse darauf hin, dass Design auch dann Teil der kommerziellen Gleichung bleibt, wenn Verbraucher angeben, ihnen seien Geschmack, Herkunft oder Preis-Leistungs-Verhältnis am wichtigsten.
VINOS sagte, die Daten ließen nur einen einfachen Schluss zu: Deutsche Käufer mögen offen für neue Stile sein – doch wenn sie gleichzeitig vor Dutzenden Flaschen stehen, wählen viele weiterhin zuerst Etiketten aus, die vertraut wirken, bevor sie sich für solche entscheiden, die anders erscheinen.
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