14.04.2026

Zur Eröffnung der Vinitaly in Verona, Italiens wichtigster Weinfachmesse, erklärte Coldiretti, Bürokratie, Zölle und die von ihr als alarmistisch bezeichneten Kennzeichnungen kosteten den italienischen Weinsektor jährlich 1,6 Milliarden Euro – Geld, das der Bauernverband stattdessen für bessere Qualität, Innovation, Weintourismus und Exportförderung eingesetzt sehen will.
Die Organisation erhob den Vorwurf am 12. April bei der Präsentation einer symbolischen Installation in der Casa Coldiretti: eine große Weinflasche, umwickelt mit zerbrochenen Ketten, die den nach ihren Worten aktuellen Zustand des italienischen Weinbaus darstellen sollte. Coldiretti erklärte, das Bild solle zeigen, wie Regulierung und Handelsbarrieren die Produzenten in einer Zeit belasten, in der die Branche ohnehin unter dem Druck globaler Unsicherheit steht.
Vincenzo Gesmundo, Generalsekretär von Coldiretti, sagte, den Wein von „den Ketten der Bürokratie, Zölle und Verzerrungen“ zu befreien, sei kein Slogan, sondern eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Die 1,6 Milliarden Euro könnten direkt an die Weingüter zurückfließen und ihnen helfen, weiter in ihre Betriebe zu investieren. Zudem argumentierte er, der Sektor brauche eine stärkere Vertretung, da er für Italiens Lebensmittel- und Getränkeökonomie weiterhin zentral sei.
Coldiretti erklärte, der italienische Wein habe einen Gesamtwert von 14 Milliarden Euro und bleibe eines der wichtigsten Agrar-Exportgüter des Landes. Die Organisation sagte, die Exporte hätten sich 2025 trotz schwieriger internationaler Rahmenbedingungen auf fast 8 Milliarden Euro belaufen. Besonders verwies sie auf die mit Präsident Trumps Handelspolitik verbundene Zollunsicherheit als Faktor, der den Absatz in den Vereinigten Staaten erschwert habe; diese beschrieb sie als wichtigsten Auslandsmarkt des Sektors.
Ettore Prandini, Präsident von Coldiretti, sagte, der US-Markt dürfe nicht verloren gehen, und kündigte an, die Organisation werde im Juni nach New York reisen, um dort italienischen Wein zu bewerben. Der Sektor stehe unter starkem Druck, zeige aber auch Anzeichen einer Erholung und biete erheblichen Spielraum für Wachstum, wenn sich die Produzenten auf Innovation, Qualität und einen höheren Durchschnittswert konzentrierten.
Prandini sagte, der Durchschnittswert italienischen Weins sei in den vergangenen zehn Jahren um 39% gestiegen; das spiegele eine Entwicklung hin zu stärkerem Branding und eigenständigeren Produkten wider. Ein spezieller Förderplan und die fortgesetzte Arbeit der Produzenten könnten dazu beitragen, dass italienischer Wein im Ausland wieder Boden gutmacht und auf den globalen Märkten wettbewerbsfähig bleibt.
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