Großbritannien verlor binnen zwölf Monaten 977 lizenzierte Gastronomiebetriebe – Zahl unter 100.000

NielsenIQ zufolge sorgten steigende Kosten dafür, dass die Zahl der Schließungen vor dem wichtigen Weihnachtsgeschäft höher lag als die der Neueröffnungen

Samstag, 31. Oktober 2026

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In den zwölf Monaten bis September 2026 verlor Großbritannien 977 lizenzierte Gastronomiebetriebe. Damit gab es im Land noch 98.319 Betriebe mit Alkoholausschanklizenz, wie aus am Freitag, dem 30. Oktober, von NielsenIQ veröffentlichten Daten hervorgeht. Der Rückgang belief sich im Jahresvergleich auf 1 % und entsprach einem durchschnittlichen Nettoverlust von 19 Betrieben pro Woche, während sich die Branche auf das Weihnachtsgeschäft zubewegte.

Die Zahlen deuten darauf hin, dass der Sektor trotz neuer Betriebe weiter schrumpft. Allein im dritten Quartal verzeichnete NielsenIQ einen Nettoverlust von 245 lizenzierten Betrieben. Das geschah trotz 2.191 Neueröffnungen im selben Zeitraum und zeigt, dass die Zahl der Schließungen weiterhin höher lag als die der Eröffnungen.

Die Daten sind ein weiteres Anzeichen für den Druck auf die britische Gastronomiebranche, in der Pubs, Bars, Restaurants und andere lizenzierte Betriebe mit steigenden Kosten zu kämpfen haben. NielsenIQ führte den jüngsten Rückgang der Betriebszahlen auf diesen Kostendruck zurück, der die Unternehmen zu einer Jahreszeit belastet, die für den Cashflow und die saisonale Nachfrage üblicherweise wichtig ist.

Der Zeitpunkt ist bedeutsam, denn die letzten Wochen des Jahres sind für viele Gastronomiebetriebe eine entscheidende Phase. Im Weihnachtsgeschäft gibt es oft mehr Gruppenbuchungen, Firmenfeiern und abendliche Besucher. Mit weniger lizenzierten Betrieben geht die Branche in diese Zeit mit weniger Standorten als ein Jahr zuvor.

Für Getränkehersteller könnte der Rückgang auch über die Gastronomie hinaus Folgen haben. Weniger lizenzierte Betriebe bedeuten möglicherweise weniger Verkaufsstellen für Bier, Wein und Spirituosen zum unmittelbaren Verzehr. Das könnte die Vertriebsmöglichkeiten einschränken und die Absatzplanung der Lieferanten im Weihnachtsgeschäft verändern. Die Auswirkungen dürften je nach Region und Betriebstyp unterschiedlich ausfallen, doch die Entwicklung deutet auf einen schrumpfenden Außer-Haus-Markt hin.

Die Zahlen deuten außerdem darauf hin, dass der Markt nicht einfach stillsteht. Es werden weiterhin in nennenswertem Umfang neue Betriebe eröffnet, was darauf schließen lässt, dass manche Betreiber noch Investitionsmöglichkeiten sehen. Insgesamt bleibt die Bilanz jedoch negativ: Der Nettoverlust zeigt, dass die Neueröffnungen die Zahl der Schließungen bislang nicht ausgleichen.

Da die Zahl der lizenzierten Betriebe nun unter 100.000 liegt, liefert die Erhebung Lieferanten, Vermietern und Investoren einen weiteren Gradmesser für die Belastungen der britischen Gastronomie. Sie unterstreicht auch, wie eng die Entwicklung von Pubs, Bars und Restaurants mit dem Getränkegeschäft verknüpft ist: Jede Schließung kann eine Verkaufsstelle kosten, und jeder verbleibende Betrieb gewinnt mit Blick auf die geselligste Trinkzeit des Jahres an Bedeutung.

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