03.06.2026
Der Negev, die Wüstenregion im Süden Israels, die seit Langem für ihre alte Weinbaugeschichte bekannt ist, hat unter dem Namen „Negev“ die offizielle Anerkennung als geschützte geografische Angabe erhalten. Nach Einschätzung von Weinfachleuten und regionalen Entwicklern dürfte diese Bezeichnung dazu beitragen, das Gebiet auf der internationalen Weinlandkarte stärker zu verankern.
Die Anerkennung folgt auf rund vier Jahre Forschung und regulatorische Arbeit unter Leitung israelischer Experten und mit Unterstützung der Merage Israel Foundation, einer privaten philanthropischen Gruppe mit Sitz in Denver, die seit 1998 Entwicklungsprojekte im Negev fördert. Ziel der Stiftung sei es gewesen, die Region als anerkanntes Ziel für Weintourismus zu etablieren und den dort erzeugten Weinen rechtliche und kommerzielle Geltung zu verschaffen.
Die neue Bezeichnung umfasst ein Weinanbaugebiet, das sich von Kiryat Gat im Norden bis Eilat im Süden erstreckt. In diesem Gebiet gibt es mehr als 60 Weingüter und Weinberge, die jährlich mehr als eine Million Flaschen produzieren. Befürworter des Schritts sagen, der Schutzstatus spiegele sowohl den Umfang der heutigen Produktion als auch den eigenständigen Charakter von Weinen wider, die unter Wüstenbedingungen wachsen.
Israelische Weinforscher, die an dem Verfahren beteiligt waren, erklärten, ihre Ergebnisse hätten gezeigt, dass sich Weine aus dem Negev durch ein Profil auszeichnen, das sich von anderen israelischen Regionen abgrenzen lasse und von Wüstenklima, Böden und den dort eingesetzten Bewässerungsmethoden geprägt sei. Mit der Bezeichnung soll diese Identität formalisiert und den Erzeugern ein klarerer Rahmen für die Vermarktung ihrer Weine im In- und Ausland gegeben werden.
Die Weinbaugeschichte des Negev reicht Tausende Jahre zurück; Hinweise auf den Weinbau gibt es bereits aus biblischer Zeit. Der moderne Weinbau in der Region wurde jedoch erst im 20. Jahrhundert wieder aufgenommen, nachdem lange Phasen mit Wüstenbedingungen landwirtschaftliche Aktivitäten eingeschränkt hatten. In den vergangenen Jahrzehnten haben Winzer ihre Rebflächen jedoch ausgeweitet, indem sie Tropfbewässerung, eine sorgfältige Standortwahl und andere für aride Klimazonen entwickelte landwirtschaftliche Techniken nutzten.
Diese Entwicklung hat Aufmerksamkeit erregt, da Weinregionen weltweit mit höheren Temperaturen, Wasserstress und häufigeren Extremwetterereignissen konfrontiert sind. Erzeuger im Negev argumentieren, ihre Erfahrungen böten ein Modell dafür, wie sich Weinberge an schwierige Bedingungen anpassen lassen, ohne Qualität und Konstanz einzubüßen.
Mit dem neuen Status ist der Negev nach der Judea Wine Region die zweite israelische Weinregion, die eine offizielle Herkunftsbezeichnung erhalten hat. Damit reiht er sich auch neben bekanntere geschützte Weinregionen wie Champagne in Frankreich, Rioja in Spanien, Chianti in Italien, Ribera del Duero in Spanien und Napa Valley in Kalifornien ein.
Für die Merage Israel Foundation, die in der Region Agrartourismus- und Weintourismusprojekte unterstützt hat, ist die Bezeichnung Teil einer breiteren Strategie zur Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung in Südisrael. Die Stiftung erklärte, sie sehe den Negev seit Beginn ihrer Arbeit dort vor fast drei Jahrzehnten als eines der wichtigsten Wachstumsgebiete des Landes.
Weinerzeuger und Tourismusverantwortliche dürften die neue Anerkennung nutzen, um Besuche von Weinbergen, Verkostungsräumen und damit verbundenen Gastgewerbebetrieben in der gesamten Wüstenregion zu bewerben. Dort versuchen lokale Erzeuger nach eigenen Angaben, eine alte Tradition in eine moderne Industrie mit internationaler Reichweite zu verwandeln.
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