Kalifornien verlor innerhalb eines Jahres 47.229 Acres Rebfläche

Ein neuer landesweiter Kartierungsbericht weist nach Rodungen infolge schwacher Weinnachfrage noch 439.115 Acres Rebfläche aus

Donnerstag, 5. November 2026

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Kalifornien verlor innerhalb eines Jahres 47.229 Acres Rebfläche

Kaliforniens Rebfläche ist im vergangenen Jahr deutlich geschrumpft: Zwischen dem 1. August 2025 und dem 1. August 2026 wurden 47.229 Acres beziehungsweise 19.115 Hektar gerodet. Das geht aus dem California Winegrape Mapping Project 2026 hervor, das die California Association of Winegrape Growers gemeinsam mit Partnerorganisationen aus dem Weintrauben- und Weinsektor veröffentlicht hat.

Dem Projekt zufolge umfasste die Rebfläche des Bundesstaats zum 1. August noch 439.115 Acres. Ein Jahr zuvor waren 477.475 Acres erfasst worden. Damit sank die kartierte Rebfläche netto um rund 8,0 Prozent. Die als gerodet erfasste Fläche war größer als dieser Netto-Rückgang, da die Kartierung von 2026 auch neu entdeckte Rebflächen, überarbeitete Grundstücksgrenzen und aktualisierte Klassifizierungen berücksichtigte.

Der Bericht erscheint in einer Phase, in der Kaliforniens Weinbranche mit einer schwächeren Nachfrage, veränderten Trinkgewohnheiten, Inflationsdruck und stärkerer Konkurrenz durch andere Getränkekategorien konfrontiert ist, so der Winzerverband. Diese Faktoren verändern die Rebflächenwirtschaft des Bundesstaats seit mehreren Jahren und haben in verschiedenen Anbaugebieten zu umfangreichen Rodungen geführt.

Die Kartierung führte Land IQ durch, ein in Sacramento ansässiges Unternehmen für Agrar- und Umweltwissenschaften. Dabei kamen Fernerkundung, künstliche Intelligenz und Überprüfungen vor Ort zum Einsatz. Die Ergebnisse wurden nach County, Crush District und American Viticultural Area aufgeschlüsselt. So erhalten Winzer, Weingüter und lokale Behörden einen detaillierten Überblick darüber, wo Rebflächen verloren gingen und wo weiterhin Weinberge bestehen.

Die in der Studie erfasste Rebfläche umfasst ertragsfähige und noch nicht ertragsfähige Weinberge, nur minimal bewirtschaftete Flächen, vorübergehend nicht bewirtschaftete Standorte und aufgegebene Weinberge, sofern die Reben noch im Boden stehen. Das Projekt unterscheidet diese Kategorien in seinen Flächenangaben nicht und stellt auch nicht fest, ob jeder Weinberg kommerziell bewirtschaftet wird.

Dieser Punkt ist für die Interpretation der Zahlen wichtig. Die Autoren des Berichts erklärten, dass die in der Ausgabe von 2026 erstmals erfassten Rebflächen nicht ausschließlich als Neuanpflanzungen des Vorjahres zu verstehen seien. Einige davon gehen auf eine verbesserte Erfassung, überarbeitete Grundstücksgrenzen oder aktualisierte Klassifizierungen zurück und nicht auf Neuanlagen. Mit dem Projekt wurde außerdem eine interaktive Karte eingeführt, auf der Nutzer die Rebflächenkarten von 2025 und 2026 vergleichen und Veränderungen Grundstück für Grundstück untersuchen können.

Der Bericht für 2026 ist die zweite jährliche Ausgabe der landesweiten Kartierung, die 2025 begann. Durch den Vergleich aufeinanderfolgender Datenausgaben will die Branche besser erfassen, wie schnell und in welchen Regionen die Rebfläche in dieser schwierigen Marktphase schrumpft.

Natalie Collins, Präsidentin der California Association of Winegrape Growers, sagte, das Projekt sei ins Leben gerufen worden, um der Branche genauere Informationen an die Hand zu geben – gerade dann, wenn die Winzer sie am dringendsten benötigten. Die Zahlen erfassten Veränderungen, die die Landwirte unmittelbar erlebten, und stünden für schwierige Entscheidungen, die Familien, Beschäftigte und lokale Unternehmen beträfen. Collins sagte zudem, dass sich die Rebfläche zwar an einen schwierigeren Markt anpasse, die Winzer aber bereit sein wollten, wieder zu pflanzen und Weinberge zu bewirtschaften, sobald die Nachfrage nach kalifornischem Wein anziehe.

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