Bordeaux erreicht 41 Prozent des Liv-ex-Handelswerts

Die Ausgaben britischer und US-amerikanischer Käufer sanken um mehr als 20 Prozent; die Nachfrage aus der EU fiel vergleichsweise stärker aus.

Dienstag, 3. November 2026

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Bordeaux erreicht 41 Prozent des Liv-ex-Handelswerts

In einem am Montag, dem 2. November, veröffentlichten Marktupdate teilte Liv-ex mit, dass Bordeaux seinen Vorsprung auf dem Markt für Spitzenweine ausgebaut habe. Die Region machte im jüngsten Berichtszeitraum 41 Prozent des an der Börse gehandelten Werts aus. Damit war sie gemessen am Wert erneut der größte Marktbereich. Besonders aktiv waren die Jahrgänge 2019 und 2020; auch ältere Jahrgänge wie 2005, 2006 und 2009 wurden rege gehandelt.

Der Bericht verwies auf eine Veränderung bei der Herkunft der Käufer. Laut Liv-ex senkten Käufer im Vereinigten Königreich und in den Vereinigten Staaten, die im vorherigen Update die Käufe angeführt hatten, ihre Ausgaben um mehr als 20 Prozent. Auch die Käufe aus Asien gingen leicht zurück, während Käufer aus der Europäischen Union ihre Einkäufe moderat steigerten. Diese Verteilung deutet darauf hin, dass die Nachfrage anhielt, sich jedoch weniger stark auf die beiden Märkte konzentrierte, die zuvor besonders aktiv gewesen waren.

Mehrere einzelne Weine stachen hervor. Calon Segur 2006, Leflaive Puligny-Montrachet Les Pucelles 2023 und Lynch-Bages 1996 waren laut Liv-ex die wertmäßig meistgehandelten Weine des Gesamtmarkts. Die Liste zeigte Nachfrage sowohl nach gereiften Bordeaux-Weinen als auch nach jüngeren Burgundern – ein Zeichen dafür, dass sich der Handel nicht auf ein bestimmtes Reifeprofil oder eine einzelne Sammelstrategie beschränkte.

Auch Burgund legte im Wochenhandel zu. Sein Anteil stieg laut Liv-ex von 15,7 Prozent im vorherigen Marktupdate auf 20,8 Prozent. Domaine de la Romanee-Conti und Domaine Leflaive waren die wertmäßig meistgehandelten Erzeuger und machten zusammen etwa ein Drittel des Burgund-Handels aus. Der Anstieg des Burgund-Anteils erfolgte, während Bordeaux weiterhin dominierte. Das deutet darauf hin, dass Käufer zugleich in den beiden am stärksten beobachteten Regionen des Marktes aktiv waren.

Champagne entwickelte sich in die entgegengesetzte Richtung. Der Anteil der Region am Handelswert sank laut Liv-ex von 13,0 Prozent im vorherigen Update auf 8,5 Prozent. Belle Epoque 2018, Krug 1996 und Dom Perignon 2003 waren die wertmäßig meistgehandelten Weine aus Champagne; Laurent-Perrier war insgesamt der meistgehandelte Erzeuger. Der Rückgang bedeutete nicht, dass der Handel in dieser Kategorie zum Erliegen kam. Er zeigte jedoch, dass Champagne einen geringeren Marktanteil hatte als eine Woche zuvor.

Die führenden Regionen Italiens entwickelten sich unterschiedlich. Die Toskana verzeichnete laut Liv-ex eine starke Woche und erreichte einen Anteil von 11,6 Prozent am Handelswert. Soldera Case Basse und Sassicaia gehörten zu den wertmäßig meistgehandelten Weinen. Nach Angaben der Börse wurden die Käufe in der Toskana von EU-Käufern getragen. Das Piemont fiel dagegen auf einen Anteil von 4,0 Prozent am Handelswert zurück. Giacomo Conterno und Gaja standen für mehr als die Hälfte des Handelswerts der Region – ein Zeichen dafür, dass sich die Aktivität dort auf wenige etablierte Namen konzentrierte.

Auch US-Weine machten laut Liv-ex einen geringeren Marktanteil aus als im vorherigen Update, obwohl Opus One, Colgin und Promontory weiterhin rege gehandelt wurden. Das Muster deutet darauf hin, dass Käufer selektiv blieben und weiterhin bekannte Namen bevorzugten, obwohl die Kategorie insgesamt Marktanteile verlor.

Für die Getränkebranche bieten die Daten einen direkten Einblick in die Liquidität und die internationale Nachfrage nach Spitzenweinen – Faktoren, die Kaufpläne weit über den Sekundärmarkt hinaus beeinflussen können. Händler, Importeure, Distributoren und Erzeuger beobachten solche Veränderungen häufig, um Hinweise darauf zu erhalten, wo die Nachfrage anhält, wo sich möglicherweise zunehmender Preiswiderstand abzeichnet und welche Jahrgänge sich am schnellsten verkaufen. Ein hoher Handelsumsatz mit Bordeaux, insbesondere bei gereiften Jahrgängen, könnte Entscheidungen zu Lagerbeständen und Preisen stützen. Der Rückgang der Ausgaben im Vereinigten Königreich und in den USA könnte zugleich dazu führen, dass die Nachfrage in Kontinentaleuropa und Asien stärker in den Blick rückt.

Die jüngsten Liv-ex-Zahlen deuten außerdem darauf hin, dass Käufer weiterhin bereit sind, Geld für ältere Weine mit hohem Renommee auszugeben, auch wenn sich die Beteiligung der einzelnen Regionen von Woche zu Woche verändert. In Bordeaux belegte der rege Handel mit den Jahrgängen 2005, 2006 und 2009 das anhaltende Interesse an Weinen mit Flaschenreife und nicht nur an jüngeren Jahrgängen. Das ist für einen Markt relevant, in dem verfügbare Bestände, der Zeitpunkt der Freigabe und Wiederverkaufsmöglichkeiten Entscheidungen beeinflussen können – vom privaten Weinkeller bis zum gewerblichen Portfolio.

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