Südafrikanische Weingüter belegen zwei der Rising-Star-Plätze auf der Golden-Vines-Shortlist 2026

Die erste vorläufige Shortlist in der Geschichte der Awards rückt Sadie Family Wines zudem in die Kategorie der besten Erzeuger

Donnerstag, 22. Oktober 2026

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Südafrikanische Weingüter belegen zwei der Rising-Star-Plätze auf der Golden-Vines-Shortlist 2026

Die Golden Vines haben die Shortlist für die Awards 2026 veröffentlicht. Vom 6. bis 8. November kehrt die Veranstaltung nach London zurück. Südafrikanische Erzeuger stehen erneut stark im Fokus eines Wettbewerbs, der nach Angaben der Veranstalter die aktuelle Entwicklung des globalen Marktes für Spitzenweine widerspiegelt.

Laut den Veranstaltern der Awards sicherte sich Südafrika zwei der drei Plätze auf der Shortlist für den Preis „World’s Best Rising Star“. Mullineux und Alheit Vineyards wurden neben dem spanischen Comando G nominiert. Damit setzt sich der Erfolg südafrikanischer Weine bei der Veranstaltung fort, die zunehmend die Bedeutung des Landes im Spitzensegment des globalen Marktes würdigt.

Sadie Family Wines, Gewinner des Rising-Star-Awards 2023 und 2024, ist inzwischen auch in einer weiteren wichtigen Kategorie vertreten. Das Weingut steht auf der Shortlist für den Preis „Best Fine Wine Producer in the Rest of the World“. Dies zeigt, dass der Erzeuger mittlerweile neben etablierten Namen beurteilt wird und nicht mehr nur als aufstrebendes Talent gilt.

Auf der Shortlist stehen auch einige der renommiertesten Namen im Spitzenweinsegment. Zu den Nominierten in der Kategorie „World’s Best Fine Wine Producer“ zählen Krug, Domaine Leroy und Vega Sicilia. In der auf Amerika ausgerichteten Kategorie sind unter anderem Harlan Estate, Screaming Eagle und Catena Zapata im Rennen. Für Europa stehen Gaja, Giacomo Conterno und Jean-Louis Chave auf der Shortlist.

Die Golden-Vines-Awards werden laut den Veranstaltern von einer Akademie aus fast 1.300 führenden Fachleuten der Wein- und Spirituosenbranche vergeben. Das verleiht den Awards Einfluss in der Branche, da die Abstimmung Fachleuten aus der Industrie vorbehalten ist und nicht dem Publikum. Die Shortlist wird nach Angaben der Veranstalter erstmals in der Geschichte der Awards veröffentlicht und gibt damit frühzeitig Einblick in die Erzeuger, die den Wettbewerb in diesem Jahr prägen.

Die Bekanntgabe umfasste auch erste Erkenntnisse aus dem nächsten Golden Vines Report, einer jährlichen Studie zu Trends auf dem Markt für Spitzenweine und Spirituosen, die während der Veranstaltung in London veröffentlicht wird. Laut den Veranstaltern deutet der Bericht auf ein verändertes Kaufverhalten unter Sammlern hin: Sie kaufen weniger, wählen dafür aber gezielter aus. Die Ergebnisse legen außerdem nahe, dass sich die Branche weiterhin damit beschäftigt, jüngere Verbraucher zu gewinnen – während sich viele Luxussegmente auf langsamere und vorsichtigere Ausgaben einstellen.

Diese Verbindung aus selektivem Kaufverhalten und dem Druck des Generationenwechsels entwickelt sich zu einer zentralen Frage für das Spitzenweingeschäft. Führende Erzeuger ziehen weiterhin weltweit Aufmerksamkeit auf sich, doch der Markt beobachtet genau, wie Sammler auf Preise, Verknappung und veränderte Vorlieben reagieren. Die von den Veranstaltern skizzierten ersten Trends deuten darauf hin, dass Prestige allein selbst für seit Langem etablierte Namen möglicherweise nicht mehr ausreicht, um Wachstum zu sichern.

Die starke Präsenz südafrikanischer Weingüter auf der diesjährigen Shortlist dürfte die Diskussion darüber verstärken, wie sich die Landkarte des Spitzenweins über die traditionellen europäischen Zentren hinaus erweitert. In den vergangenen Jahren haben Erzeuger aus Südafrika zunehmend Anerkennung für Qualität und Beständigkeit erhalten, insbesondere in Kategorien, die mit Innovation und wachsendem Einfluss verbunden sind. Dass zwei der drei Rising-Star-Plätze an südafrikanische Weingüter gehen, zeigt, dass diese Dynamik anhält.

Gleichzeitig macht die umfassendere Shortlist deutlich, dass die etablierte Hierarchie im Spitzenwein fest verankert bleibt. Häuser wie Krug und Weingüter wie Domaine Leroy, Vega Sicilia, Screaming Eagle und Gaja prägen weiterhin die internationalen Gespräche auf höchster Ebene. Ihre Präsenz neben neueren oder bislang weniger prominenten Regionen verdeutlicht, wie die Branche derzeit versucht, ein Gleichgewicht zwischen Tradition und Wandel zu finden.

Zum Programm der Veranstaltung in London gehört auch ein musikalischer Auftritt. Nach Angaben der Veranstalter soll der englische Sänger Craig David bei der Award-Gala am Samstag mit einem Live-TS5-DJ-Set und einem Auftritt dabei sein. Sein Engagement unterstreicht, dass sich das Golden-Vines-Wochenende nicht nur als Branchentreffen und Preisverleihung, sondern auch als Luxus-Event für Sammler, Erzeuger und Vertreter der gehobenen Hotellerie positioniert.

Die Veröffentlichung der Shortlist mehrere Wochen vor der Verleihung gibt Erzeugern und Käufern einen ersten Eindruck davon, wie sich die Abstimmung in diesem Jahr entwickelt. Zugleich steigert sie die Aufmerksamkeit für das Treffen im November, bei dem der vollständige Golden Vines Report ein breiteres Stimmungsbild aus der Wein- und Spirituosenbranche liefern soll. Vorerst verweist die Shortlist auf zwei parallele Entwicklungen im Markt: die anhaltende Stärke historischer Spitzenmarken und das wachsende Gewicht von Regionen wie Südafrika bei der Frage, was Spitzenwein heute ausmacht.

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