Ambevs Absatz alkoholfreien Biers in Brasilien steigt im dritten Quartal um 42,9 Prozent

Das Wachstum beschleunigte sich gegenüber dem Vorquartal, während Ambevs breiteres Bierportfolio in Brasilien einen Rückgang im mittleren einstelligen Prozentbereich verzeichnete

Dienstag, 3. November 2026

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Ambevs Absatz alkoholfreien Biers in Brasilien steigt im dritten Quartal um 42,9 Prozent

Ambevs Geschäft mit alkoholfreiem Bier in Brasilien wuchs im dritten Quartal schneller, obwohl sich das breitere Bierportfolio des Unternehmens auf seinem Heimatmarkt in die entgegengesetzte Richtung entwickelte.

CNN Brasil berichtete am 1. November, dass der Absatz von Ambevs alkoholfreiem Bier in Brasilien zwischen Juli und September 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 42,9 Prozent gestiegen sei. Ambevs eigener Quartalsbericht vom 29. Oktober bestätigte für die Kategorie ein Wachstum im Bereich von 40 Prozent, nannte jedoch nicht die von CNN Brasil angegebene Nachkommastelle.

Die Zahl deutet auf eine Beschleunigung gegenüber dem Vorquartal hin. Für April bis Juni 2026 hatte Ambev mitgeteilt, dass der Absatz seines alkoholfreien Biers in Brasilien im Vergleich zum Vorjahreszeitraum im Bereich von 30 Prozent gestiegen sei. Der Vergleich der beiden Unternehmensmitteilungen zeigt, dass sich das Wachstum zwischen Juli und September verstärkt hat.

Das Ergebnis ist relevant, weil es in eine schwächere Phase für Ambevs Mainstream-Biergeschäft in Brasilien fiel. Das Unternehmen teilte mit, dass der Absatz seines allgemeinen Bierportfolios im Land im dritten Quartal im mittleren einstelligen Prozentbereich zurückging. Damit wuchs eines der kleineren, aber expandierenden Segmente des Brauers kräftig, während sein Kerngeschäft im Massenmarkt schrumpfte.

Ambev legte für keines der beiden Quartale die Zahl der in der Kategorie alkoholfreies Bier verkauften Hektoliter offen und nannte auch keinen Gesamtwert für die ersten neun Monate. Ohne diese Ausgangswerte lässt sich weder der absolute Absatzanstieg berechnen noch feststellen, in welchem Umfang das Wachstum alkoholfreier Produkte den Rückgang beim Absatz von Mainstream-Bier ausgeglichen hat.

Aus den Mitteilungen des Unternehmens geht auch nicht hervor, wie sich der gesamte brasilianische Markt für alkoholfreies Bier entwickelt hat. Die Daten beziehen sich ausschließlich auf Ambevs eigenes Portfolio in Brasilien, nicht auf die Kategorie im ganzen Land. Diese Unterscheidung ist wichtig in einem Markt, in dem große Brauereien ebenso wie kleinere Hersteller ihr Angebot an alkoholarmen und alkoholfreien Produkten ausbauen, öffentliche Daten jedoch häufig erst mit Verzögerung gegenüber den Unternehmensangaben vorliegen.

Ambev ist gemessen am Bierabsatz der führende Brauer in Brasilien, wie aus dem Jahresbericht 2025 hervorgeht. Die Entwicklung bei alkoholfreiem Bier bietet daher einen wichtigen Hinweis auf die Verbrauchernachfrage im Land, auch wenn sie den Markt nicht vollständig abbildet. Ein kräftiges Wachstum beim größten Anbieter deutet darauf hin, dass das Segment schneller an Bedeutung gewinnt als die traditionellen Bierlinien des Unternehmens.

Der brasilianische Brauer steht unter der Kontrolle von Anheuser-Busch InBev, dem belgischstämmigen Konzern, der 2025 mit 484,19 Millionen Hektolitern der weltgrößte Bierproduzent war, wie der Branchenzulieferer BarthHaas angibt. Diese globale Größenordnung hat großen Brauereien dabei geholfen, in Marken, Vertrieb und Marketing für alkoholfreie Produkte zu investieren – zu einer Zeit, in der Verbraucher in vielen Ländern zunehmend an maßvollem Konsum, Gesundheit und alkoholärmeren Alternativen interessiert sind.

Das stärkere Wachstum bei alkoholfreiem Bier in Brasilien fällt besonders auf, weil sich das Geschäft noch von einer kleineren Basis aus entwickelt als das mit herkömmlichen Lagerbieren und anderen Mainstream-Produkten. In einer jungen Kategorie lassen sich prozentual leichter hohe Zuwächse erzielen. Bemerkenswert ist die Entwicklung dennoch, wenn sie beim größten Brauer des Landes in einem Quartal auftritt, in dem dessen Bierabsatz insgesamt nachgab.

Die Daten für das dritte Quartal enthielten keine Aufschlüsselung nach einzelnen Marken, Preissegmenten oder Regionen innerhalb Brasiliens. Ambev gab in der Mitteilung auch nicht an, welcher Anteil des gesamten Bierabsatzes in Brasilien inzwischen auf alkoholfreie Produkte entfällt. Damit bleiben mehrere Fragen offen: Wurde das Wachstum vor allem durch Wiederholungskäufe, eine größere Verfügbarkeit im Einzelhandel, neue Verbraucher in der Kategorie oder eine Kombination dieser Faktoren angetrieben?

Trotz dieser Einschränkungen war der Unterschied zwischen den Kategorien in den Unternehmensangaben deutlich. Zwischen Juli und September legte Ambevs Geschäft mit alkoholfreiem Bier in Brasilien gegenüber dem Vorjahreszeitraum um mehr als 40 Prozent zu, während das Mainstream-Bierportfolio im mittleren einstelligen Prozentbereich schrumpfte. Die Lücke deutet darauf hin, dass sich die Nachfrage in Ambevs Portfolio in Brasilien zunehmend uneinheitlich entwickelt: Alkoholfreies Bier gewinnt an Dynamik, während das traditionelle Absatzvolumen unter Druck gerät.

Die von CNN Brasil genannte Zahl von 42,9 Prozent präzisiert Ambevs allgemeine Angabe. Primärquelle bleibt jedoch der am 29. Oktober veröffentlichte Quartalsbericht des Brauers, der den Zuwachs lediglich mit „im Bereich von 40 Prozent“ bezifferte. Die Daten beziehen sich auf den Absatz und nicht auf Umsatz, Preise oder Währungseffekte. Verglichen werden die Absatzmengen von Juli bis September 2026 mit denen von Juli bis September 2025.

Für Anleger und Analysten zeigt das Quartalsupdate daher die Richtung und das Tempo der Entwicklung, nicht aber die vollständigen wirtschaftlichen Auswirkungen des Segments. Ein rascher Absatzanstieg kann auf eine starke Nachfrage hindeuten. Ohne Angaben zu den Hektolitermengen, Preisen oder Margen lässt sich jedoch weder erkennen, wie stark das Segment zum Ergebnis beitrug, noch ob es die Zusammensetzung des gesamten Bierportfolios in Brasilien im Quartal wesentlich verändert hat.

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