Carlsberg: Bierabsatz sinkt im dritten Quartal nach schwächerer Nachfrage in China um 3,5 Prozent
Der Bierabsatz ging auf 26,7 Millionen Hektoliter zurück, nachdem Rückgänge in Asien und Westeuropa die Zuwächse in Mittel- und Osteuropa sowie Indien übertroffen hatten
Freitag, 30. Oktober 2026

Carlsberg teilte am Donnerstag, dem 29. Oktober, mit, dass der Bierabsatz im dritten Quartal um rund 1 Million Hektoliter zurückging. Schwächere Zahlen in Asien und Westeuropa überwogen das Wachstum in Mittel- und Osteuropa sowie Indien.
Der in Kopenhagen ansässige Braukonzern meldete für das Quartal einen Bierabsatz von 26,7 Millionen Hektolitern. Das entspricht einem Rückgang um 3,5 Prozent gegenüber 27,7 Millionen Hektolitern im Vorjahreszeitraum, wie aus der Mitteilung zum Geschäftsverlauf für den Zeitraum bis zum 30. September hervorgeht. In den ersten neun Monaten 2026 sank der Bierabsatz von 80,4 Millionen auf 78,9 Millionen Hektoliter, ein Minus von 1,9 Prozent. Da das Unternehmen in seiner Übersicht gerundete Absatzmengen ausweist, ist der absolute Rückgang eine ungefähre Angabe.
Der Rückgang im dritten Quartal fiel stärker aus als im Zeitraum von Januar bis September. Das zeigt, dass sich der Druck auf den Bierabsatz im Sommerquartal verstärkte. Der größte Rückgang entfiel auf Asien: Dort sank der Bierabsatz im Quartal von 10,5 Millionen auf 9,7 Millionen Hektoliter, ein Minus von 7,9 Prozent. Auch in Westeuropa ging der Absatz zurück, und zwar um 4,2 Prozent von 7,2 Millionen auf 6,9 Millionen Hektoliter.
Im Gegensatz dazu verzeichnete Carlsbergs Region Mittel- und Osteuropa sowie Indien im Quartal ein Absatzwachstum von 1,7 Prozent und erreichte 10,1 Millionen Hektoliter nach 10,0 Millionen Hektolitern im Vorjahr. Dieser Zuwachs reichte nicht aus, um die Rückgänge in den beiden anderen Bierregionen des Unternehmens auszugleichen.
In den ersten neun Monaten des Jahres zeigte sich ein ähnliches Bild in den Regionen. In Asien sank der Absatz um 3,2 Prozent von 32,6 Millionen auf 31,6 Millionen Hektoliter, während er in Westeuropa um 4,0 Prozent von 20,7 Millionen auf 19,9 Millionen Hektoliter zurückging. Mittel- und Osteuropa sowie Indien verzeichneten einen Anstieg um 1,3 Prozent von 27,1 Millionen auf 27,4 Millionen Hektoliter.
Carlsberg führte einen Großteil der Schwäche in Asien auf China zurück. In der Mitteilung erklärte das Unternehmen, die Absatzentwicklung in der Region sei „hauptsächlich auf China zurückzuführen“, und bezeichnete den dortigen Rückgang als erwartet. Die Nachfrage in China sei durch eine schwache Verbraucherstimmung sowie durch Lagerabbau beeinträchtigt worden: Starke Regenfälle während der Hochsaison im Juni und Juli hatten die Lagerbestände erhöht. Ohne China sei der Absatz in Asien organisch um 1 Prozent gewachsen, so Carlsberg.
Das Unternehmen gab auch einen umfassenderen Überblick über die Geschäftsentwicklung in seinem Portfolio. Demnach ging der Absatz von Premiumbier im Quartal um 3 Prozent zurück, hauptsächlich wegen der schwachen Entwicklung in China während des Sommers. Gleichzeitig legte der Absatz alkoholfreier Biere um 11 Prozent zu, Erfrischungsgetränke und andere Getränke verzeichneten ein Plus von 9 Prozent. Dazu trugen Zuwächse unter anderem im Vereinigten Königreich, in den nordischen Ländern und in Teilen Asiens bei.
Der breitere Getränkemix trug dazu bei, die Auswirkungen des niedrigeren Bierabsatzes abzufedern. Der Gesamtabsatz an Getränken, der neben Bier auch Erfrischungsgetränke und andere Getränke umfasst, stieg im dritten Quartal leicht um 0,3 Prozent auf 40,8 Millionen Hektoliter nach 40,6 Millionen Hektolitern. In Westeuropa legte der Gesamtgetränkeabsatz um 0,3 Prozent zu, während er in Asien um 6,7 Prozent zurückging und in Mittel- und Osteuropa sowie Indien um 7,5 Prozent stieg.
In Westeuropa stützten Erfrischungsgetränke und andere Getränke laut Carlsberg den Gesamtabsatz, während Mainstream-Bier schwach abschnitt, insbesondere im Vereinigten Königreich, in Polen und Deutschland. In Mittel- und Osteuropa sowie Indien sei das Bierwachstum durch zweistellige Zuwächse in Südasien sowie durch ein Plus bei Premiumbier und alkoholfreien Bieren angetrieben worden. Der Absatz von Erfrischungsgetränken und anderen Getränken in der Region sprang um 41,2 Prozent nach oben, begünstigt durch den Ausbau des Pepsi-Geschäfts in Kasachstan.
Carlsberg ließ seinen Ergebnisausblick für das Gesamtjahr trotz des Drucks auf den Bierabsatz unverändert. Der Konzern erwartet weiterhin für 2026 ein organisches Wachstum des Betriebsergebnisses von 4 bis 6 Prozent. Vorstandschef Jacob Aarup-Andersen sagte, das Unternehmen habe im dritten Quartal ein robustes Umsatzwachstum erzielt, und verwies auf die positive Entwicklung in mehreren Märkten sowie die Stärke seines breit aufgestellten Getränkeportfolios.
Carlsberg A/S war 2025 gemessen an der Bierproduktion mit 99 Millionen Hektolitern der viertgrößte Braukonzern der Welt, wie der Branchenzulieferer BarthHaas mitteilte. Die jüngsten Zahlen des dänischen Konzerns deuten auf ein Jahr hin, in dem der Bierabsatz in einigen seiner größten Märkte, insbesondere in China, unter Druck blieb, während andere Kategorien und Regionen für eine gewisse Unterstützung sorgten.