21.07.2026

Eine neue Initiative der Weinbranche versucht, eines der hartnäckigsten Probleme des Sektors zu lösen: wie man jüngere Verbraucher erreicht, die weniger Wein trinken und sich über traditionelle Marketingwege schwerer ansprechen lassen.
Share Wine Co-Lab ist als Community gestartet, die sich um Marketing, Verbraucheransprache und gegenseitige Unterstützung für Weinunternehmen dreht, die neue Wege suchen, um mit aufkommenden Konsumenten in Kontakt zu treten. Die Initiative versteht sich als kollaborativer Raum für Weingüter und andere Branchenakteure, die verbessern wollen, wie sie Wein Zielgruppen präsentieren, die selektiver, preisbewusster und weniger an ältere Konsumgewohnheiten gebunden geworden sind.
Das Projekt kommt zu einem Zeitpunkt, an dem viele Weinproduzenten in den USA und im Ausland mit einer langsameren Nachfrage jüngerer Erwachsener konfrontiert sind, insbesondere im Vergleich zu früheren Generationen, die früher und in größerer Zahl in die Kategorie einstiegen. Auf dem Getränkemarkt hat sich der Wettbewerb um Aufmerksamkeit verschärft, da Verbraucher heute leichter zwischen Wein, Bier, Spirituosen, Ready-to-drink-Cocktails und alkoholfreien Optionen wechseln als früher. Dieser Wandel erhöht den Druck auf Weinunternehmen, nicht nur Werbung, sondern auch Sprache, Verpackung, Veranstaltungen und digitale Kommunikation zu überdenken.
Den verfügbaren Informationen zum Start zufolge konzentriert sich Share Wine Co-Lab auf den Aufbau einer Community und nicht auf eine einzelne Kampagne oder eine einmalige Aktion. Der erklärte Schwerpunkt liegt auf Marketing, der Ansprache neuer Konsumenten und dem Aufbau von Unterstützungsnetzwerken unter den Teilnehmern. Dieser Ansatz spiegelt eine breitere Sicht innerhalb des Weinhandels wider, wonach die Herausforderung nicht mehr nur darin besteht, Flaschen zu verkaufen, sondern die Relevanz bei Verbrauchern wiederherzustellen, die Alkohol oft anders betrachten als ältere Generationen.
Für Getränkeunternehmen reicht die Bedeutung über Wein hinaus. Wenn kollaborative Modelle wie dieses an Zugkraft gewinnen, könnten sie beeinflussen, wie Marken aus dem gesamten Getränkesektor Marktinformationen teilen, Botschaften testen und Ansprachekonzepte für jüngere volljährige Verbraucher entwickeln. Die Initiative könnte auch darauf hindeuten, dass kleinere Produzenten, denen oft große Werbebudgets fehlen, nach gemeinsamen Wegen suchen, um sich in einem überfüllten Markt zu behaupten.
Das verfügbare Ausgangsmaterial nannte keine Details zu den Gründern der Gruppe, zur Mitgliederstruktur oder zum Finanzierungsmodell. Ebenso wenig wurde angegeben, ob sich die Initiative auf bestimmte Regionen, Preissegmente oder Vertriebskanäle wie Direktversand an Verbraucher, Einzelhandel oder Gastronomie konzentrieren wird. Dennoch verweist der Start auf ein klares Anliegen innerhalb der Branche: Jüngere Verbraucher erweisen sich als schwerer erreichbar, und viele Weinunternehmen sind überzeugt, dass ältere Methoden nicht mehr ausreichen.
Dieses Anliegen wächst seit mehreren Jahren, da Weingüter mit veränderten sozialen Gewohnheiten, Inflationsdruck und einem breiteren Moderationstrend unter einigen Konsumenten konfrontiert sind. Jüngere Erwachsene, die sich für Alkohol entscheiden, kommen oft zuerst mit Kategorien in Berührung, die Bequemlichkeit, Geschmacksvielfalt oder Lifestyle-Branding betonen. In diesem Umfeld diskutieren Weinproduzenten zunehmend über klarere Botschaften und weniger formelle Wege, Menschen an die Kategorie heranzuführen.
Eine gemeinschaftsbasierte Initiative wie Share Wine Co-Lab deutet darauf hin, dass einige in der Branche Zusammenarbeit als Teil der Lösung sehen. Statt Marketing als isolierte Aufgabe jeder einzelnen Marke zu behandeln, scheint das Modell gemeinsames Lernen darüber zu fördern, was bei neuen Zielgruppen ankommt und welche Hürden potenzielle Verbraucher fernhalten. Zu diesen Hürden können die Preiswahrnehmung, mangelnde Vertrautheit, Verwirrung über Fachbegriffe und die Vorstellung gehören, Wein sei weniger zugänglich als andere Getränkeoptionen.
Auch für Tourismus- und Gastronomiebetriebe mit Bezug zum Wein ist der Zeitpunkt relevant. Verkostungsräume, regionale Weinstraßen, Restaurants und Destination-Operatoren sind teilweise darauf angewiesen, neue erwachsene Verbraucher für Weinerlebnisse zu gewinnen. Wenn Weingüter ihre Fähigkeit verbessern, jüngere Besucher und Gelegenheitskonsumenten anzusprechen, könnte das Auswirkungen auf Reiseausgaben, Besucherzahlen im Weingut und Food-and-Beverage-Angebote in Weinregionen haben.
Auch wenn in der ersten Mitteilung zu Share Wine Co-Lab nur wenige konkrete operative Details öffentlich waren, ist die Botschaft klar: Teile des Weinbusiness sind der Ansicht, dass sie neue Werkzeuge und stärkere Zusammenarbeit brauchen, um künftige Kunden zu finden. In einem Markt, in dem Verbraucherloyalität weniger vorhersehbar ist und die Kategoriengrenzen lockerer sind als früher, dürften Bemühungen um gemeinsames Marketingwissen und breitere Ansprache von Produzenten in der gesamten Getränkeindustrie aufmerksam verfolgt werden.
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