Frankreich genehmigt AXPERA für Weinberge

Eine Notfallzulassung erlaubt Winzern, das Biokontrollprodukt in der Vegetationsperiode 2026 gegen Falschen Mehltau einzusetzen

08.05.2026

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Frankreich genehmigt AXPERA für Weinberge

Frankreich hat AXPERA eine 120-tägige Notfallzulassung erteilt. Dabei handelt es sich um ein Biokontrollprodukt, das Weinbauern helfen soll, in der Vegetationsperiode 2026 gegen Falschen Mehltau vorzugehen, wie Branchenberichte melden. Die Genehmigung erlaubt den Einsatz von Mai bis August, also in dem Zeitraum, in dem der Spritzdruck in französischen Weinbergen oft am höchsten ist.

Die Entscheidung des französischen Landwirtschaftsministeriums erfolgte auf Antrag der Weinbranche und verschafft den Erzeugern eine weitere Option, während sie versuchen, die Reben zu schützen und zugleich die Abhängigkeit von kupferbasierten Behandlungen zu verringern. Zugleich rückt eine endgültige Entscheidung der Aufsichtsbehörden darüber näher, ob AXPERA eine dauerhafte Zulassung erhalten soll.

AXPERA ist kein herkömmliches Fungizid. Es basiert auf aus Amöben gewonnenen Verbindungen und soll auf zwei Wegen wirken: indem es den Erreger des Falschen Mehltaus stört und indem es über einen als induzierte systemische Resistenz bekannten Prozess die körpereigenen Abwehrkräfte der Rebe aktiviert. Praktisch bedeutet das, dass das Produkt den Infektionsdruck senken und die Pflanze zugleich auf künftige Angriffe vorbereiten soll.

Das Produkt ist für Programme des integrierten Pflanzenschutzes vorgesehen, bei denen Erzeuger verschiedene Mittel kombinieren, statt sich allein auf einen Wirkstoff zu verlassen. Es wird vorbeugend und im Wechsel mit anderen Behandlungen eingesetzt – eine Strategie, die Resistenzrisiken verringern und den wiederholten Einsatz von Wirkstoffen mit nur einem Angriffspunkt begrenzen soll.

Auf die Notfallzulassung folgt eine ähnliche Genehmigung aus dem Jahr 2025, was die anhaltenden Sorgen über den Mehltaudruck in französischen Weinbergen widerspiegelt. In den vergangenen Jahren galten für den Kupfereinsatz strengere Grenzen, wodurch biologische Alternativen bei der Planung der Spritzprogramme für die kommende Saison an Bedeutung gewonnen haben.

Für viele Erzeuger dürfte AXPERA bestehende Behandlungen nicht vollständig ersetzen. Stattdessen kommt es als zusätzliche Schutzschicht zu einem Zeitpunkt hinzu, an dem der Krankheitsdruck hoch bleibt und die Optionen stärker eingeschränkt sind als früher.

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