Indiens Brauereien drängen auf Preiserhöhungen

Steigende Kosten für Glasflaschen und ein knapperes Angebot drücken die Margen, gerade als sich die Nachfrage zu erholen beginnt.

07.05.2026

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Indiens Brauereien drängen auf Preiserhöhungen

Bierhersteller in Indien warnen, dass steigende Kosten und ein knapperes Angebot an Glasflaschen die Margen unter Druck setzen, gerade als sich die Nachfrage nach Bier zu erholen beginnt. Die Branche drängt deshalb auf Preiserhöhungen von 15% bis 20% sowie auf eine schnellere Begleichung offener Forderungen durch die Landesregierungen.

Der Druck kommt weniger von Dosen als von Flaschen, die nach Angaben von Branchenvertretern rund 40% bis 45% der Produktionskosten ausmachen und bei etwa 80% des Bierabsatzes verwendet werden. Produzenten sagen, der Mangel an Glasflaschen erschwere es, mit den Bestellungen Schritt zu halten – zu einem Zeitpunkt, an dem sich der Konsum nach einer schwächeren Phase wieder verbessert.

Vinod Giri, Generaldirektor der Brewers Association of India, sagte, Gasknappheit habe die Flaschenproduktion gestört und zusammen mit höheren Kartonpreisen die Kosten erhöht. Die Branche stehe daher unter erheblichem Preisdruck, weil die Verpackungskosten steigen, während das Angebot uneinheitlich bleibe.

Die Bierhersteller erklärten, die Lage habe sich etwas verbessert, seit sich die Gasversorgung erholt habe, doch liege die Verfügbarkeit weiterhin unter dem Niveau vor Februar. Damit sehen sich die Brauereien gleichzeitig mit höheren Inputkosten und einer fragilen Lieferkette konfrontiert.

Die Branche verweist zudem auf Preisvorschriften auf Ebene der Bundesstaaten als zentrales Hindernis. In den meisten Bundesstaaten sind Bierpreise reguliert, was den Spielraum der Unternehmen begrenzt, höhere Kosten an die Verbraucher weiterzugeben. Dadurch ist es für die Produzenten schwieriger geworden, ihre Margen zu schützen, während die Ausgaben für Rohstoffe und Verpackung steigen.

Vivek Gupta, Vorstandschef von United Breweries, sagte, die Kosten seien stark gestiegen und die Versorgung mit Glas und Dosen stehe unter Druck, gerade wenn die Nachfrage anziehe. Preisgestaltung und Besteuerung müssten im Gleichgewicht bleiben, wenn die Branche nachhaltig sein solle; zugleich seien fortgesetzte Gespräche zwischen Unternehmen und politischen Entscheidungsträgern wichtig für Stabilität, Versorgung und Staatseinnahmen.

Da die Verbrauchsteuer eine wichtige Einnahmequelle für die Landesregierungen ist, hat jede Änderung bei den Bierpreisen fiskalische Folgen. Branchenverbände argumentieren daher, dass die Last zwischen Produzenten, Verbrauchern und Regierungen geteilt werden sollte und nicht vollständig von den Brauereien getragen werden könne.

Einige Bundesstaaten haben bereits damit begonnen, Kostenstrukturen zu überprüfen und von den Unternehmen detailliertere Informationen anzufordern. Bis Preiserhöhungen genehmigt werden, könnten Regierungen nach Ansicht von Managern den Druck mindern, indem sie Abgaben wie Herstellungsgebühren senken oder ausstehende Zahlungen schneller freigeben.

Die Sorgen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem sich die Biernachfrage in Indien verbessert und damit eine Diskrepanz zwischen stärkerem Absatz und schwächeren Angebotsbedingungen entsteht. Für die Brauereien erhöht diese Kombination das Risiko, dass Engpässe bei Verpackungsmaterialien und Verzögerungen bei Preisentscheidungen den Betrieb in den kommenden Monaten weiter belasten.

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