Argentiniens Weinabsatz erholt sich im März

Der Konsum im ersten Quartal dreht nach monatelangem Rückgang ins Plus und liefert damit das bislang deutlichste Zeichen für eine Stabilisierung der Branche.

29.04.2026

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Argentiniens Weinabsatz erholt sich im März

Nach Monaten des Rückgangs ist der Weinkonsum auf dem argentinischen Binnenmarkt im März wieder gestiegen und liefert damit das bislang deutlichste Zeichen dafür, dass sich die Weinbranche des Landes nach einer längeren Schwächephase stabilisieren könnte.

Die Verkäufe auf dem heimischen Markt legten gegenüber dem Vorjahresmonat um 8,4% auf 60,3 Millionen Liter zu, wie das Nationale Institut für Weinbau mitteilte. Der März-Wert ist deshalb bedeutsam, weil er einen negativen Trend durchbrach, der den Sektor mehrere Monate lang belastet hatte, und Winzern wie Erzeugern ein klareres Bild der Nachfrage im Inland gab.

Auch das erste Quartal 2026 schloss im Plus. Der inländische Weinkonsum stieg in diesem Zeitraum um 1,5%, bei einem Absatz von 166,7 Millionen Litern. Das deutet darauf hin, dass die Erholung im März kein Einmaleffekt war, sondern Teil einer breiteren Markterholung.

Getragen wurde die Erholung vor allem von den volumenstärkeren Kategorien. Weine ohne Rebsortenangabe legten um 16,5% zu, Schaumweine um 34,9%, und sonstige Weine um 10,9%. Rebsortenweine, die in der Regel einen höheren Mehrwert aufweisen, entwickelten sich gegenläufig und gaben um 11,6% nach. Das weist auf eine Verschiebung im Verbraucherverhalten hin – hin zu günstigeren oder leichter zugänglichen Produkten.

Für die Weinwirtschaft ist die Rückkehr zum Wachstum auf dem Binnenmarkt wichtig, weil der heimische Konsum für einen großen Teil der argentinischen Produktion weiterhin eine zentrale Nachfragebasis bildet. Ein stärkerer Inlandsmarkt kann helfen, den Druck durch geringere Kaufkraft und uneinheitliche Nachfragemuster abzufedern, die den Absatz in den vergangenen Jahren belastet haben.

Die Verbesserung beim Inlandsverbrauch ging mit besseren Exportzahlen einher. Im selben Zeitraum stiegen die Weinexporte um 15,5%, und die Ausfuhren von Traubenmost nahmen um 33,5% zu. Das verstärkt die Anzeichen dafür, dass sich die Aktivität in der Branche insgesamt breiter erholt.

Gleichwohl kommt die Erholung nach einer langen Phase strukturell sinkenden Pro-Kopf-Weinkonsums und veränderten Trinkgewohnheiten der Verbraucher. Der März sticht nun als früher Wendepunkt für eine Branche hervor, die unter Druck stand und genau beobachtet, ob sich die Zuwächse des ersten Quartals bis zum Jahresende halten lassen.

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