16.04.2026

Verbraucher ändern, wie sie trinken, einkaufen und über Getränke denken – und dieser Wandel setzt Bierhersteller unter neuen Druck, weil Alkohol immer weniger die Standardwahl und immer mehr eine Option ist. In einem am Dienstag veröffentlichten Bericht erklärte die Beratungsgesellschaft Kearney, wirtschaftlicher Druck, Gesundheitsbedenken und veränderte soziale Gewohnheiten veranlassten Käufer dazu, bei Alltagskäufen zu günstigeren Produkten zu greifen, zugleich aber mehr für Getränke zu zahlen, die Gesundheit, Funktion oder ein besseres Erlebnis versprechen.
Der Bericht mit dem Titel 2026 Beverage Outlook sagte, diese Kräfte veränderten die Nachfrage auf dem globalen Getränkemarkt und seien besonders für Bier relevant, wo alkoholarme und alkoholfreie Produkte an Boden gewinnen. Kearney zufolge ist Mäßigung längst nicht mehr auf jüngere Verbraucher beschränkt, sondern breitet sich inzwischen über Altersgruppen und Trinkgelegenheiten hinweg aus. Dieser Trend könnte weiterhin Marktanteile von traditionellen Bierportfolios abziehen, die auf regulären Alkoholkonsum ausgerichtet sind.
„Der Getränkekonsument ist nicht länger vorhersehbar“, sagte Aman Husain, globaler Leiter Food and Beverage bei Kearney, in dem Bericht. Käufer verhielten sich je nach Anlass unterschiedlich und suchten bei alltäglichen Einkäufen nach Preis-Leistung und Effizienz, während sie dort einen Aufpreis zahlten, wo Gesundheit, Funktion oder Erlebnis zählten. Dieses gespaltene Verhalten zwinge Unternehmen dazu, Produktlinien, Preisgestaltung und Kundenansprache zu überdenken.
Michael Ooms, Kearneys Leiter Food and Beverage für Nord- und Südamerika, sagte, Alkohol werde zunehmend „zu einer Wahl statt zur Standardoption“. Dieser Wandel eröffne Raum für neue Formate und Wettbewerber und setze zugleich etablierte Marken unter Druck. Für Bierunternehmen bedeute das mehr Konkurrenz durch alkoholfreie Biere, aromatisierte Alternativen und andere Getränke für Verbraucher, die kürzertreten wollen, ohne auf das soziale Ritual des Trinkens zu verzichten.
Kearney zufolge ziehen gesundheitsbezogene Erwartungen inzwischen nahezu jede Getränkekategorie durch. Weniger Zucker, funktionale Inhaltsstoffe und klare Nährwertkennzeichnungen gelten nicht länger als Premium-Extras, sondern als Grundanforderungen. Für Bierhersteller erhöht das den Druck auf Rezepturanpassungen und Produktinnovationen – zu einem Zeitpunkt, an dem Verbraucher auch stärker auf Preise achten.
Der Bericht verwies zudem auf Veränderungen beim Ort und der Art des Getränkekaufs. Verbraucher wechseln flexibler zwischen Supermärkten, Convenience Stores, digitalen Plattformen, Schnelllieferdiensten sowie Bars oder Restaurants. Diese Kanalflexibilität verändert die Ökonomie des Getränkeabsatzes und macht die Vertriebsstrategie wichtiger. Biermarken, die sich früher stark auf ein oder zwei Kanäle stützten, müssen nun in einem breiteren Spektrum von Handelsumfeldern konkurrieren.
Auch Verpackungen sind laut Kearney zu einem strategischen Thema geworden. Das Unternehmen erklärte, preisorientierte Packungsgrößen, kleinere Portionen und nachhaltigkeitsorientierte Designs spielten eine größere Rolle für Erschwinglichkeit und Markenprofilierung. Für Bierunternehmen könnte das mehr Fokus auf kleinere Dosen, Mischpacks und Verpackungen bedeuten, die sowohl Preisvorteil als auch Umweltverantwortung signalisieren.
Kearney sagte, Getränkeführungskräfte sollten Portfolios aufbauen, die sowohl preisbewusste Käufer als auch Verbraucher bedienen können, die bereit sind, für Premiumprodukte mehr zu zahlen. Zudem sollten Unternehmen Gesundheit und Funktion als Kernbestandteil ihres Angebots verankern statt sie als Nebenprojekte zu behandeln. Für Bierhersteller sei die Botschaft klar: Der Markt verschiebt sich in Richtung Mäßigung, Flexibilität und Auswahl – und Unternehmen, die sich nicht anpassen, könnten ihre traditionellen Angebote zunehmend unter Druck sehen.
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