11.05.2026

Frühlingsfröste schädigen Weinberge in der Champagne und wecken Sorgen um die Ernte 2026. Ein ungewöhnlich warmer Saisonstart hatte den Reben einen Wachstumsvorsprung von rund drei Wochen verschafft und junge Knospen frostigen Nächten ausgesetzt.
Winzer in der Region erklärten, wiederholte Kälteeinbrüche in den vergangenen Wochen hätten zarte Triebe verbrannt und in einigen Fällen die Knospen vollständig zerstört. Flavien Rutat von Champagne René Rutat sagte, Frost habe bereits auf 1 Hektar seines 7 Hektar großen Betriebs Trauben für die Ernte 2026 vernichtet. Das Risiko sei noch nicht vorbei, weitere Fröste im Mai seien möglich.
Die Schäden wiegen schwer, weil sich die Reben in der Champagne inzwischen in einer Phase befinden, in der der Neuaustrieb besonders empfindlich ist. Nach Angaben von Winzern können Knospen und Blätter bei trockenen Bedingungen bei -4 °C gefrieren, bei feuchter Luft bereits bei -2 °C. Damit werden selbst kurze nächtliche Temperaturstürze nach einem früh und warm begonnenen Frühling gefährlich.
Die Region setzt seit Langem auf einen eingebauten Puffer gegen Frost. Viele Champagnererzeuger lassen ihre Reben bewusst mehr Trauben tragen, als sie am Ende ernten wollen, damit bei Frostschäden in einem Parzellenbereich Trauben von weniger betroffenen Flächen einen Teil des Verlusts ausgleichen können. In frostfreien Jahren wird der Überschuss später entfernt.
Dennoch treffen die Verluste die Champagne und andere französische Weinregionen zu einem sensiblen Zeitpunkt, nachdem sie in den vergangenen Jahren wiederholt von Wetterextremen betroffen waren. Eine kleinere Ernte könnte das Angebot an Schaumwein noch in diesem Jahr und bis ins nächste Jahr hinein verknappen – je nachdem, wie viel zusätzlicher Frost im Mai noch folgt und wie stark sich das geschädigte Wachstum erholt.
Das Problem beschränkt sich nicht auf die Champagne. Auch anderswo in Frankreich hat Frühlingsfrost Weinberge getroffen und den Druck auf Winzer erhöht, die ohnehin mit veränderten Wettermustern zu kämpfen haben, die einen frühen Austrieb und anschließend plötzliche Kälte mit sich bringen können. In einigen Gebieten setzen Erzeuger Windmaschinen, brennendes Heu oder andere Frostschutzmethoden ein, um die Reben in den besonders gefährdeten Nächten zu schützen.
Für die Winzer in der Champagne ist nun vor allem entscheidend, ob das Wetter mild genug bleibt, damit die verbleibenden Knospen überleben, und ob eine weitere Kälteperiode den Schaden vor Beginn der Blüte noch vergrößert.
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