06.05.2026

GIROND, Frankreich — Ein neues Flächenkaufprogramm zur Unterstützung der Umstrukturierung von Bordeaux’ angeschlagener Weinregion hat ein Antragsverfahren für Weinbergsbesitzer eröffnet, die Land verkaufen wollen, das aus der Produktion genommen wurde. Damit reagieren die Behörden im Südwesten Frankreichs auf die Folgen einer Welle von Rebflächenrodungen, die zwischen 2023 und 2026 voraussichtlich 30.000 Hektar erreichen wird.
Die Initiative mit dem Namen La Foncière d’Avenir en Gironde wurde bei ihrer ersten Lenkungsausschusssitzung am 5. Mai gestartet und wird vom französischen Staat, der Regionalregierung Nouvelle-Aquitaine, landwirtschaftlichen Verbänden, der öffentlichen Bodenagentur EPFNA, den örtlichen Handels- und Landwirtschaftskammern, vier Banken und den Kommunen getragen. Ziel sei es, durch Rodungen frei werdende Parzellen zu identifizieren und sie anderen landwirtschaftlichen Nutzungen zuzuführen, teilte die Region in einer Erklärung mit.
Das Programm kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der Weinsektor in Bordeaux unter erheblichem wirtschaftlichem Druck steht: Viele Erzeuger ziehen Reben heraus, haben aber keinen klaren Plan für die weitere Nutzung der Flächen. Die Regionalbehörden erklärten, das Vorhaben solle Winzern neue Optionen eröffnen und zugleich die landwirtschaftliche Diversifizierung auf Flächen fördern, die sich nicht mehr für den Rebanbau eignen.
Die Finanzierungsstruktur ist zwischen öffentlichen und privaten Partnern aufgeteilt. EPFNA stellt zunächst 10 Millionen Euro bereit, um das Programm anzuschieben. Der Fonds soll insgesamt 20 Millionen Euro umfassen, darunter 13 Millionen Euro von den vier Bankpartnern Crédit Agricole, Banque Populaire, Crédit Mutuel und Caisse d’Épargne sowie 7 Millionen Euro von öffentlichen Institutionen wie der Region, der Industrie- und Handelskammer Gironde, der Landwirtschaftskammer Gironde und dem Staat.
Nach Angaben der Behörden soll in der ersten Phase mit den anfänglichen Mitteln von EPFNA eine Fläche von 1.000 bis 2.000 Hektar erworben werden. Das breiter angelegte Projekt bleibt experimentell und wird aufmerksam beobachtet, weil es öffentliche und private Akteure in einem Modell zusammenführt, das in Frankreich für diesen Zweck bislang anderswo nicht eingesetzt wurde.
Mehrere Punkte sind noch offen. Die Behörden haben keinen festen Kaufpreis für die Flächen genannt. Stattdessen erklärten sie, die Erwerbe würden sich nach den Marktbedingungen und den Safer-Referenzwerten richten; gemeint ist damit die französische Behörde für ländliche Grundstücke. Zudem sei noch unklar, wie viele Eigentümer auf den Interessenaufruf reagieren werden.
Das Bewerbungsfenster wurde am 6. Mai geöffnet und läuft bis zum 7. Juni. Es steht Eigentümern offen, die ihre Flächen selbst bewirtschaften, ebenso wie nicht bewirtschaftenden Eigentümern, die unbebaute Flächen verkaufen wollen, die durch die Rodung von Reben entstanden sind oder deren Weinberge 2026 gerodet werden sollen. Antragsteller müssen ein Formular einreichen, in dem sie ihr geplantes Vorhaben im Einklang mit den Zielen des Programms beschreiben und Angaben zu den zum Verkauf oder Tausch angebotenen Parzellen machen.
Die Einreichung eines Antrags garantiere nicht, dass eine Parzelle gekauft werde, heißt es in den Programmunterlagen.
Nach Ablauf der Frist wird Safer die Anträge anhand von Bodenqualität, Diversifizierungspotenzial, Zuschnitt der Parzellen, Umweltaspekten, Vereinbarkeit mit Bebauungs- und Nutzungsplänen sowie der Frage prüfen, ob ein Projekt dazu beitragen kann, die wirtschaftliche Stabilität von Betrieben wiederherzustellen. Für Anfang Juli ist eine zweite Sitzung des Lenkungsausschusses geplant, um Prioritätsgebiete zu bestimmen und als besonders dringend eingestufte Dossiers auszuwählen.
Safer wird dann im Sommer die ersten Verträge abwickeln. Für zum Kauf ausgewählte Parzellen gelten die üblichen Verfahren für ländliche Grundstücke über eine Ausschreibung nach dem französischen Code rural et de la pêche maritime. Die ersten Verkäufe werden nach Angaben der Behörden im letzten Quartal 2026 erwartet; dabei sollen Bankgarantien vorliegen und die Zahlung an die Verkäufer erfolgen.
Informationsveranstaltungen für potenzielle Antragsteller sind im Laufe des Monats Mai in Bordeaux am 22. Mai sowie in den Unterpräfekturen in ganz Gironde geplant.
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