30.04.2026

Eine neue Studie unter amerikanischen Weinkonsumenten legt nahe, dass Glas im Markt weiterhin das stärkste Premium-Image besitzt – auch wenn Weingüter und Getränkeunternehmen nach leichteren, günstigeren und nachhaltigeren Verpackungen suchen.
Die Forschenden befragten 2.000 Verbraucher in den Vereinigten Staaten und stellten fest, dass Glas nach wie vor am engsten mit Qualität und einem höheren Preis verbunden wird. Andere Formate, darunter Dosen, Kartons und Plastikflaschen, galten in manchen Fällen als praktischer oder umweltfreundlicher, erreichten aber nicht das Niveau von Glas, wenn gefragt wurde, welcher Behälter einen Premiumwein signalisiert. Die Ergebnisse sind relevant, weil Verpackungsentscheidungen beeinflussen können, wie viel Käufer zu zahlen bereit sind und ob sie Alternativen akzeptieren, die das Transportgewicht oder die CO2-Emissionen senken.
Die Studie erscheint vor dem Hintergrund eines Weinsektors, der unter steigenden Kosten, veränderten Trinkgewohnheiten und wachsender Sorge um Nachhaltigkeit steht. Glasflaschen sind schwer, teuer im Transport und energieintensiv in der Herstellung. Zugleich bleiben sie für viele Weine im Restaurant- und Einzelhandel der Standard. Produzenten testen seit Jahren Alternativen, vor allem für preisgünstigere Weine, trinkfertige Produkte und Einzelformate. Doch die Wahrnehmung der Verbraucher hat die Einführung oft gebremst.
Die Forschenden stellten fest, dass Nachhaltigkeit Vorbehalte gegenüber Nicht-Glas-Verpackungen abschwächen kann – allerdings nur bis zu einem gewissen Punkt. Wenn den Befragten gesagt wurde, dass eine Verpackung ökologische Vorteile habe, waren sie eher bereit, sie in Betracht zu ziehen. Dennoch behielt Glas seinen Vorteil als Behältnis, das am ehesten ein Premium-Image stützt. Das deutet darauf hin, dass Weingüter mit klarer Nachhaltigkeitskommunikation zwar einige Käufer überzeugen können, es ihnen aber dennoch schwerfallen dürfte, Verbraucher ein alternatives Verpackungsformat als qualitativ gleichwertig zu Glas wahrnehmen zu lassen.
Die Umfrage verweist zudem auf eine Kluft zwischen dem, was Verbraucher nach eigenen Angaben schätzen, und dem, was sie von Wein erwarten. Viele Käufer sagen inzwischen, dass ihnen Klimawirkung und Verpackungsmüll wichtig sind. Gleichzeitig bleibt Wein eine Kategorie, in der Tradition Gewicht hat. Für viele Käufer gehört die Flasche selbst zur Identität des Produkts. Damit wird Verpackung ebenso sehr zu einer Marketing- wie zu einer operativen Frage.
Für Weingüter könnten die Ergebnisse Einfluss darauf haben, welche Weine für alternative Verpackungen infrage kommen und wie diese Produkte im Regal positioniert werden. Eine Marke, die auf preisbewusste oder umweltorientierte Kunden zielt, hat möglicherweise Spielraum für Experimente mit Dosen oder Kartons. Ein Label hingegen, das einen höheren Preis durchsetzen will, braucht womöglich weiterhin Glas, um sein Image zu bewahren.
Die Ergebnisse kommen zudem zu einem Zeitpunkt, an dem Getränkeunternehmen branchenübergreifend ihre Verpackungen unter dem Druck von Handel, Regulierern und Verbrauchern überdenken. Bier- und Spirituosenhersteller haben bei alternativen Formaten teils schneller reagiert als der Weinsektor – auch weil ihre Kunden eher bereit waren, sie zu akzeptieren. Wein hat sich langsamer verändert, nicht zuletzt wegen seiner langen Verbindung mit Ritualen, Reifung und Schenken.
Die Studie liefert weitere Hinweise darauf, dass diese Assoziationen in den USA weiterhin stark sind. Selbst unter Verbrauchern, die Nachhaltigkeitsargumenten offen gegenüberstehen, dominiert Glas weiterhin die Wahrnehmung von Qualität. Das bedeutet vorerst: Jede ernsthafte Herausforderung für die traditionelle Weinflasche muss nicht nur Logistik und Kosten überwinden, sondern auch die Vorstellung davon, wie Wein aussehen soll, wenn er auf dem Tisch landet.
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