02.03.2026

Der Europäische Ausschuss der Weinerzeuger (CEEV) hat die Entscheidung der Europäischen Kommission begrüßt, das Interimsabkommen zwischen der EU und dem Mercosur vorläufig anzuwenden, was nach mehr als 25 Jahren Verhandlungen eine wichtige Entwicklung darstellt. Die Ankündigung wurde in Brüssel gemacht und wird als ein entscheidender Schritt für den europäischen Weinsektor angesehen, der seit langem einen verbesserten Zugang zum südamerikanischen Mercosur-Block, der Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay umfasst, anstrebt.
Das Abkommen kommt zu einer Zeit, in der der Welthandel mit zunehmender Unsicherheit konfrontiert ist. Für die EU-Weinexporteure bringt die Entscheidung die dringend benötigte Vorhersehbarkeit und eröffnet neue Möglichkeiten zur Diversifizierung des Handels mit einer Region, in der europäische Weine zwar sehr gefragt sind, aber immer wieder auf Hindernisse stoßen. Vor allem Brasilien ist ein Markt, der ein starkes Verbraucherinteresse an europäischen Weinen aufweist, dessen Wachstum jedoch durch hohe Zölle und komplizierte Vorschriften eingeschränkt wurde.
Im Rahmen der vorläufigen Anwendung des Abkommens werden unmittelbare Vorteile für den Weinsektor erwartet. Dazu gehören Zollsenkungen, ein stärkerer Schutz für geografische Angaben (g.A.) und ein berechenbareres Handelsumfeld. Der CEEV erklärt, dass diese Änderungen den Marktzugang und die Wettbewerbsfähigkeit der EU-Weinunternehmen verbessern werden, von denen viele kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sind, die unter der derzeitigen Steuerregelung zu leiden hatten.
Allein im Jahr 2025 zahlten die EU-Weinexporteure über 43 Millionen Euro an Zöllen für den Zugang zu den Märkten des Mercosur. Diese finanzielle Belastung hat die Investitions- und Expansionsmöglichkeiten der Erzeuger in den 13 von der CEEV vertretenen EU-Mitgliedstaaten eingeschränkt. Mit dem neuen Abkommen werden die Zölle, die derzeit in Argentinien 35 % und in Brasilien, Paraguay und Uruguay 18 % betragen, schrittweise abgeschafft, so dass die EU-Weine preislich mit regionalen Erzeugern wie Chile und Argentinien konkurrieren können, die zusammen 58 % des Mercosur-Weinmarktes kontrollieren.
Der aktuelle Stand des Handels zeigt, dass die EU-Weinexporte in den Mercosur im Jahr 2024 zwar einen Wert von 239 Mio. EUR erreichen - ein Höchstwert seit zehn Jahren -, dies aber nur 1,3 % der gesamten EU-Weinexporte entspricht. Wein macht nur 7 % der wichtigsten EU-Agrar- und Ernährungsexporte in den Mercosur aus, weit hinter Produkten wie Olivenöl mit 18 %. Die meisten Ausfuhren konzentrieren sich auf Brasilien, auf das 86 % des Wertes entfallen, gefolgt von Uruguay (8 %), Paraguay (3 %) und Argentinien (3 %).
Mit dem Abkommen sollen auch nichttarifäre Hemmnisse beseitigt werden, die den Handel behindert haben. Es führt die gegenseitige Anerkennung von önologischen Verfahren ein und harmonisiert die technischen Normen in der gesamten Gemeinschaft. Das bedeutet, dass europäische Weinbautechniken in allen Mercosur-Ländern akzeptiert werden, wodurch bürokratische Verzögerungen und Kosten für die Einhaltung von Labortests und Zertifizierungsanforderungen verringert werden.
Ein wichtiges Merkmal des Abkommens ist der Schutz des geistigen Eigentums durch einen soliden Rahmen für geografische Angaben. Insgesamt 145 geografische Angaben für Wein aus der EU - darunter so bekannte Namen wie Champagner, Portwein, Prosecco und Jerez - werden in allen Mercosur-Ländern rechtlich geschützt. Diese Maßnahme soll die missbräuchliche Verwendung europäischer Traditionsmarken verhindern und sicherstellen, dass nur authentische Produkte diese Namen verwenden dürfen.
Wirtschaftsmodelle zeigen, dass das Abkommen die Gesamtexporte von Nahrungsmitteln um fast 50 % steigern könnte, wovon vor allem der Wein profitiert. Durch die Beseitigung steuerlicher Nachteile und regulatorischer Hindernisse werden die EU-Erzeuger in der Lage sein, breitere Verbrauchersegmente jenseits von Nischenmärkten in Großstädten anzusprechen.
Die CEEV betont, dass die Diversifizierung für eine Branche, die 3 Millionen Vollzeitarbeitsplätze bietet und 3,1 Millionen Hektar Rebfläche in ganz Europa bewirtschaftet, unerlässlich ist. Mit direktem Zugang zu einer Gesamtbevölkerung von 270 Millionen Verbrauchern in den Mercosur-Ländern - 212 Millionen allein in Brasilien - bietet das Abkommen eine strategische Chance für langfristiges Wachstum und Widerstandsfähigkeit inmitten einer sich verändernden globalen Handelsdynamik.
Die Organisation unterstreicht auch ihr Engagement für ein verantwortungsvolles Wachstum durch Initiativen wie "Wine in Moderation", die neben der kommerziellen Expansion auch nachhaltige Verbrauchspraktiken fördern.
Die CEEV fordert alle EU-Institutionen und Mitgliedstaaten auf, die vollständige Umsetzung des Abkommens weiter voranzutreiben, damit dessen Vorteile ohne weitere Verzögerung realisiert werden können. Für die europäischen Weinerzeuger, die über ihren derzeitigen Marktanteil von 1,3 % im Mercosur hinausgehen und die Exportbasis von 239 Millionen Euro übertreffen wollen, sind die Abschaffung der Zölle und der verbesserte Schutz der geografischen Angaben wichtige Instrumente, um ihre Präsenz auf einem der vielversprechendsten aufstrebenden Märkte der Welt auszubauen.
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