24.02.2026

Die französischen Weinexporte in die Vereinigten Staaten sind in den letzten Monaten deutlich zurückgegangen, was Erzeuger und Importeure auf beiden Seiten des Atlantiks beunruhigt. Mehrere Faktoren tragen zu diesem Rückgang bei, darunter zusätzliche Zölle und Währungsschwankungen, die die Wettbewerbsfähigkeit französischer Weine auf dem amerikanischen Markt beeinträchtigt haben.
Pamela Wittmann, Expertin für Weinimporte, nennt die zusätzlichen Zölle in Höhe von 15 %, die auf französische Weine erhoben werden, als ein großes Hindernis. Sie weist auch auf den schwachen Dollar gegenüber dem Euro hin, der die französischen Weine für die amerikanischen Käufer teurer gemacht hat. Laut Wittmann wird dieser wirtschaftliche Druck durch die anhaltende Unsicherheit und die häufigen politischen Änderungen der derzeitigen US-Regierung noch verstärkt. Dieses Umfeld macht es für Importeure schwierig, vorauszuplanen oder langfristige Verpflichtungen einzugehen, was den Markt für französischen Wein weiter erschwert.
Trotz dieser Herausforderungen bleiben einige Branchenexperten optimistisch, was die Loyalität der amerikanischen Verbraucher gegenüber französischen Weinen angeht. Eric Forêt, der ein Portfolio französischer Weinmarken in den Vereinigten Staaten verwaltet, stellt fest, dass die Nachfrage nicht verschwunden ist. Er berichtet, dass es im Januar - einem Monat, der häufig mit einem reduzierten Alkoholkonsum in Verbindung gebracht wird - keinen signifikanten Rückgang des Konsums gab und dass die Verkäufe im Vergleich zum Januar 2025 sogar um 25 % gestiegen sind. Er stellt jedoch fest, dass die Käufer jetzt vorsichtiger und wählerischer sind. Viele wenden sich weniger bekannten Appellationen oder regionalen Alternativen zu berühmten Namen wie Sancerre, Chablis, Saint-Émilion oder Châteauneuf-du-Pape zu und suchen Qualität zu erschwinglicheren Preisen.
Wittmann fügt hinzu, dass die meistverkauften französischen Weine in den USA derzeit in zwei Preiskategorien fallen: solche zwischen 15 und 20 Dollar und solche über 100 Dollar. Dieser Trend wird durch die Daten des Berichts "State of the US Wine Industry" der Silicon Valley Bank gestützt, aus dem hervorgeht, dass das Einstiegs- und Mittelklassesegment die stärksten Rückgänge zu verzeichnen hat. Im Gegensatz dazu erweisen sich Premiumweine und prestigeträchtige Jahrgänge als widerstandsfähiger. Diese Polarisierung spiegelt einen allgemeinen Trend zur Premiumisierung des Weinmarktes wider, bei dem sich der Wert zunehmend auf höherwertige Produkte konzentriert.
Die derzeitige Situation ist für viele französische Erzeuger, die auf den Export in die USA angewiesen sind, eine Herausforderung, aber es gibt Anzeichen für eine Anpassung und Widerstandsfähigkeit innerhalb der Branche. Forêt nahm kürzlich an der internationalen Handelsmesse Wine Paris teil und beobachtete einen neuen Enthusiasmus bei den Erzeugern und Exporteuren. Er glaubt, dass die Boomjahre von 2000 bis 2015 zwar nicht so bald wiederkehren werden, dass aber nach einer Zeit der Turbulenzen nun ein Gefühl der Stabilität herrscht. Diese Vorhersehbarkeit ermöglicht es den Unternehmen, besser zu planen, auch wenn die Bedingungen alles andere als ideal sind.
Forêt betont, dass der Erfolg in diesem Umfeld Beweglichkeit und Innovation erfordert. Die Erzeuger müssen auf Marktveränderungen reagieren, den Kunden Flexibilität bieten und die Kosten streng kontrollieren. Er betont auch die Bedeutung ständiger Innovation - nicht nur im Weinbau und in der Weinbereitung, sondern auch bei den Marketingstrategien und der Gestaltung der Etiketten. Der Einsatz moderner Werkzeuge wie künstliche Intelligenz wird immer wichtiger, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
Wittmann bleibt vorsichtig, was die kurzfristigen Aussichten für französische Weinexporte in die USA angeht, und sagt voraus, dass die Erholung Zeit brauchen wird. Sie stellt fest, dass viele amerikanische Importeure immer noch Rückstände und Überbestände aus den Vorjahren abarbeiten und derzeit nicht aktiv nach neuen Produkten suchen. Sie glaubt jedoch, dass sich die transatlantischen Handelsbeziehungen schließlich stabilisieren werden. Ihrer Meinung nach werden französische Weine, die einen echten Mehrwert bieten und jüngere Generationen ansprechen, auch weiterhin einen Markt in den Vereinigten Staaten finden.
Der Rückgang der französischen Weinexporte fällt in eine Zeit, in der sich der globale Wettbewerb verschärft und sich die Verbraucherpräferenzen rasch ändern. Auch wenn die unmittelbaren Herausforderungen nach wie vor groß sind, sind sich die Branchenführer einig, dass Anpassungsfähigkeit und Innovation der Schlüssel dazu sein werden, auf einem der wichtigsten Exportmärkte Frankreichs wieder in Schwung zu kommen.
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