Burgunderweinpreise zeigen Anzeichen einer Stabilisierung nach Jahren der Volatilität

Liv-ex-Bericht stellt fest, dass das Vertrauen in den Markt zurückkehrt, da die Weißweine die Rotweine im herausfordernden Jahrgang 2024 übertreffen

26.02.2026

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Burgundy Wine Prices Show Signs of Stabilization After Years of Volatility

Der Markt für Burgunderweine zeigt erste Anzeichen einer Erholung nach einem Jahrzehnt, das von starken Preisschwankungen und einer schwankenden Nachfrage geprägt war, so der jüngste jährliche Burgunder-Marktbericht von Liv-ex, einer globalen Börse für edle Weine. Der Bericht, der im Februar 2026 veröffentlicht wird, analysiert Handelsdaten und bewertet die Aufnahme des Jahrgangs 2024 und bietet einen Einblick in aktuelle Trends und zukünftige Erwartungen für Burgunderweine.

Der Jahrgang 2024 stand vor großen Herausforderungen. Starke Regenfälle während der Vegetationsperiode führten zu einer kleinen Ernte, die zwar einige hochwertige Weine hervorbrachte, diese waren jedoch selten. Die Erzeuger haben viel investiert, um die Standards zu halten, aber es ist nicht zu erwarten, dass der Jahrgang als einer der besten des Burgunds in Erinnerung bleiben wird. Trotz dieser Schwierigkeiten bleibt die Stimmung unter den Händlern vorsichtig optimistisch. Die Nachfrage der Privatkunden nach dem 2024er war schwächer als erwartet, aber viele Händler haben sich entschieden, ihre Bestände aufzustocken, was ein Zeichen für das Vertrauen in ihre Erzeuger und die langfristigen Aussichten des Burgundermarktes ist.

Der Bericht hebt hervor, dass der Index Burgundy 150, der die Preise für einige der begehrtesten Weine der Region abbildet, während der Hausse im Jahr 2021 einen dramatischen Anstieg von 75 % verzeichnete. Danach folgte ein starker Rückgang um 34 % von seinem Höchststand im September 2022 bis August 2025. Trotz dieser Korrektur liegt der Index immer noch über seinem Stand von 2020 und verzeichnet seit September 2025 ein bescheidenes Wachstum von 2,2 %. Diese jüngste Stabilität deutet darauf hin, dass der Burgunder nach Jahren der Volatilität in eine Phase stabilerer Preise eintreten könnte.

Sophia Gilmour, Marktanalystin bei Liv-ex, bemerkte, dass die Preissprünge des letzten Jahrzehnts viele Käufer aus dem Markt gedrängt und das Vertrauen in Burgunderweine als Anlageobjekte untergraben haben. Sie stellte jedoch fest, dass sich die Erwartungen von Käufern und Verkäufern jetzt langsam wieder angleichen. Eine geringere Volatilität wird als wesentlich für die Wiederherstellung des Vertrauens in den Burgunder als Anlage- und Sammelobjekt angesehen.

Der Bericht untersucht auch die Verschiebungen der Marktanteile zwischen Burgund und Bordeaux an der Liv-ex-Börse. In den letzten zehn Jahren ist der Anteil des Bordeaux am Gesamthandel zurückgegangen, während der Anteil des Burgunders gestiegen ist. Im Jahr 2026 macht Burgund 25 % aller auf Liv-ex gehandelten Weine aus - der höchste Anteil aller Zeiten - während Bordeaux mit einem wertmäßigen Anteil von 33 % leicht in Führung liegt.

Ein zentrales Thema der diesjährigen Analyse ist die zunehmende Divergenz zwischen weißen und roten Burgunderweinen. Während des Preisanstiegs im Jahr 2021 stiegen die Preise für rote Burgunder - die ohnehin schon höhere Durchschnittspreise erzielten - stärker als die für Weißweine. Als die Preise jedoch fielen, erwiesen sich die weißen Burgunder als widerstandsfähiger. Ihre Gewinne blieben weitgehend erhalten, und sie stabilisierten sich Monate vor den Rotweinen. Dieser Trend spiegelt das veränderte Käuferverhalten wider: Sammler und Händler suchen zunehmend nach Weinen, die sowohl Investitionspotenzial als auch Trinkgenuss bieten.

Günstigere, aber qualitativ hochwertige Rotweine wie Clos des Lambrays haben eine größere Stabilität gezeigt und verhalten sich in Bezug auf die Preisentwicklung eher wie weiße Burgunder. Die roten Spitzen-Burgunder des Jahrgangs 2024 haben dagegen im Vergleich zu den Vorjahren schlechtere Bewertungen erhalten. Laut Neal Martin von Vinous schnitten die Grand Cru Rotweine des Jahrgangs 2024 unter den letzten acht Jahrgängen am schlechtesten ab, während die Grand Cru Weißweine mit starken Jahren wie 2020 und 2023 mithalten konnten. Die Premier Cru-Weißweine wurden als einer der besten Jahrgänge seit 2020 bewertet.

Die En-Primeur-Kampagne für den Burgunderjahrgang 2024 spiegelt diese Dynamik wider. Die Weißweine schnitten im Allgemeinen besser ab als die Rotweine, was die Kritik und das Marktinteresse angeht. Die schwierigen Witterungsbedingungen machten es den Erzeugern schwer, eine gleichbleibende Qualität in allen Kategorien zu erzielen.

Liv-ex-Mitglieder nutzen diesen Jahresbericht, um Kaufentscheidungen zu treffen, das Bestandsrisiko zu steuern, genaue Preise auf der Grundlage von Echtzeit-Marktdaten festzulegen und Kunden mit aktuellen Informationen zu beraten. Der Bericht umfasst sechzehn Seiten mit Diagrammen, Analysen, Jahrgangsbewertungen und Expertenkommentaren.

Während sich Käufer und Verkäufer auf neue Realitäten bei Preisen und Nachfrage einstellen, werden Branchenbeobachter genau beobachten, ob die jüngsten Anzeichen von Stabilität bis 2026 anhalten. Die anhaltende Verlagerung hin zu weißen Burgundern und zugänglichen Rotweinen könnte sowohl die Anlagestrategien als auch die Verbraucherpräferenzen in einer der renommiertesten Weinregionen Frankreichs beeinflussen.

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