02.03.2026

Die weltweite Weinindustrie geht mit einem vorsichtigen Gefühl der Stabilität in das Jahr 2026, so der aktuelle ProWein Business Report der Hochschule Geisenheim. Trotz anhaltender Herausforderungen sind Erzeuger und Händler entschlossen, eine neue, wenn auch bescheidene Wachstumsphase einzuleiten. Der Bericht, der auf einer Ende 2025 durchgeführten Umfrage unter mehr als 1.000 Fachleuten der Branche aus über 30 Ländern basiert, beleuchtet sowohl die Schwierigkeiten als auch die Chancen, denen sich der Sektor bei der Vorbereitung auf die ProWein Düsseldorf, eine der weltweit führenden Weinmessen, die vom 15. bis 17. März stattfindet, gegenübersieht.
Steigende Kosten sind für 75 % der befragten Unternehmen nach wie vor die größte Sorge. Es folgen eine geringere Kaufkraft der Verbraucher (67 %) und ein rückläufiger Konsum im Zusammenhang mit Gesundheitstrends (59 %). Strengere Vorschriften für die Vermarktung und den Verkauf von Alkohol sind für 57 % der Befragten ebenfalls ein Grund zur Sorge. Der weltweite Wirtschaftsabschwung wird von 52 % als Bedrohung genannt, ebenso wie die Verschiebung der Verbraucherpräferenzen hin zu anderen Getränken. Themen wie Klimawandel (37 %) und Arbeitskräftemangel (30 %) sind auf der Liste der unmittelbaren Prioritäten nach unten gerutscht. Nur 28 % sehen internationale Handelsbeschränkungen wie Zölle als eine große Bedrohung in diesem Jahr.
Der Bericht spiegelt das schwierige Jahr 2025 wider, in dem die meisten Betreiber von sinkenden Weinverbrauchsmengen berichteten. Bei den kleinen Weingütern verzeichneten 57 % einen Rückgang, bei den Genossenschaften waren es sogar 63 %. Großbetriebe meldeten einen Rückgang von 44 %, Exporteure von 67 %, Großhändler von 62 % und Fachhändler von 55 %. Die Restaurants schnitten etwas besser ab: 66 % meldeten stabile Mengen, aber nur 9 % verzeichneten ein Wachstum, während 25 % einen Rückgang hinnehmen mussten.
Die Preisentwicklung zeigt, dass etwas mehr als die Hälfte der Erzeuger das bisherige Preisniveau bei ihren Kunden halten konnte. Mehr als drei Viertel stellten jedoch eine Verschiebung hin zu preisgünstigeren Weinen fest. Dieser Trend spiegelt sich in der gesamten Branche wider.
Bei der Frage, welche Weinkategorien in den Jahren 2026 und 2027 am besten abschneiden werden, stehen Weißweine an der Spitze. Sie werden von 69 % der Erzeuger und 64 % der Handelsfachleute bevorzugt. Potenzial sehen die Erzeuger auch bei alkoholfreien Weinen (54 %), Weinen mit niedrigem Alkoholgehalt (49 %), Roséweinen (49 %) und Schaumweinen wie Champagner, Prosecco und Cava (48 %). Bei den Einzelhändlern rangieren Schaumweine an zweiter Stelle (61 %), gefolgt von alkoholfreien und alkoholarmen Weinen (54 % und 53 %) sowie Rosé (51 %). Das Vertrauen in Rotweine ist nach wie vor gering: Nur 13 % der Erzeuger und 26 % der Importeure und Händler erwarten von dieser Kategorie eine gute Entwicklung.
Der Bericht zeigt auch erhebliche Veränderungen in der Attraktivität der Exportmärkte auf. Die Vereinigten Staaten, traditionell der größte Weinmarkt der Welt, sind aufgrund der Unsicherheit über Zölle und andere Faktoren auf den neunzehnten Platz zurückgefallen. Nur 17 % der Befragten halten sie in diesem Jahr für einen attraktiven Markt. Stattdessen dominieren die europäischen Märkte die Exportstrategien. Deutschland führt die Liste als attraktivstes Ziel für Weinexporte im Jahr 2026 an, gefolgt von den Niederlanden und Japan. Kanada, Dänemark, Polen, Südkorea, das Vereinigte Königreich, die Schweiz und Schweden runden die Top Ten ab. Brasilien und China folgen auf dem elften bzw. zwölften Platz.
Italien bleibt mit 540 Ausstellern - nach Deutschland mit 599 Ausstellern - trotz eines leichten Rückgangs im Vergleich zu den Vorjahren ein wichtiger Akteur auf der ProWein Düsseldorf. Die italienischen Hersteller konzentrieren sich weiterhin auf Deutschland als ihren zweitwichtigsten Markt nach dem Inlandsabsatz. Die Messe wird auch die Möglichkeiten in Nord- und Osteuropa aufzeigen.
Die Organisatoren der ProWein haben den diesjährigen Geschäftsbericht nicht nur als Analyse, sondern als strategisches Instrument für die Entscheidungsfindung in einer sich wandelnden Branche positioniert. Umfrageteilnehmern und Ausstellern wurde ab dem 6. Februar ein frühzeitiger Zugang gewährt. Zu den neuen Initiativen gehören thematische Whitepapers über Exportstrategien in Zeiten geopolitischer Unsicherheit, Meinungsbeiträge von führenden Branchenvertretern und "Visionary Talks", die Analysen mit Zukunftsperspektiven verbinden sollen.
Parallel zum Weinsektorbericht startet die ProWein mit dem ProSpirits Business Report ihre nächste Befragungsrunde für Spirituosen. Diese Initiative soll nach dem erfolgreichen Debüt im vergangenen Jahr ähnliche strategische Erkenntnisse für den internationalen Spirituosenmarkt liefern.
Während die ProWein Düsseldorf näher rückt, bereiten sich die Branchenführer auf Diskussionen vor, die die Strategien zur Bewältigung des Kostendrucks, der sich ändernden Verbrauchergewohnheiten, der regulatorischen Herausforderungen und der sich verändernden globalen Nachfrage bestimmen werden. Italien wird sowohl auf der ProWein als auch auf der Vinitaly, die vom 12. bis 15. April in Verona stattfindet, eine herausragende Rolle spielen, da die Hersteller nach neuen Wegen in einem sich entwickelnden globalen Markt suchen.
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