20.02.2026

Die jüngste Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA, die Legitimität der vom ehemaligen Präsidenten Donald Trump angewandten Notzollbefugnisse abzulehnen, hat der italienischen Weinindustrie keine Erleichterung gebracht. Lamberto Frescobaldi, Präsident der Unione Italiana Vini (UIV), sagte, dass der Weinsektor trotz des Urteils nicht feiern könne. Er warnte davor, dass es sehr wahrscheinlich sei, dass die Zölle auf anderen rechtlichen Wegen wieder eingeführt werden könnten. Diese Situation, so Frescobaldi, erhöhe die Unsicherheit in den Handelsbeziehungen zwischen Europa und den Vereinigten Staaten.
Frescobaldi wies darauf hin, dass der Sektor in den letzten Monaten erheblichen Schaden erlitten habe. Er äußerte die Hoffnung, dass die derzeitige Pattsituation bald gelöst wird, um weitere Störungen der Handels- und Währungsdynamik zu vermeiden. Nach Angaben der UIV-Beobachtungsstelle war die zweite Hälfte des vergangenen Jahres für die italienischen Weinexporte in die USA besonders schwierig, nicht nur wegen der Zölle, sondern auch wegen des seit mehreren Jahren anhaltenden Rückgangs der Konsumgewohnheiten.
Die Prognosen der UIV für die Ausfuhren in die USA deuten auf einen spürbaren Rückgang der italienischen Weine hin. Die Vorhersage für 2025 zeigt einen Rückgang von 9 % mit einem geschätzten Minus von etwa 177 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr. Allein für die zweite Hälfte des Jahres 2024 wird ein Rückgang um 225 Millionen Euro im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2023 erwartet.
Paolo Castelletti, Generalsekretär der UIV, fügte hinzu, dass die Zölle die ohnehin schon schwierige Marktsituation in den USA noch verschärfen, wo der Weinkonsum 2025 um 5 % zurückging und damit das fünfte Jahr in Folge einen Rückgang verzeichnete. Castelletti sagte, dass die UIV zwar mit der Entscheidung des Obersten Gerichtshofs inhaltlich einverstanden sei, dass diese aber einen Bumerangeffekt haben könnte, indem sie mehr Unsicherheit schaffe und zu einer Pause bei den Bestellungen führe, da die Importeure auf klarere regulatorische Vorgaben der US-Behörden warten.
Die Vereinigten Staaten bleiben der bei weitem größte Markt für italienische Weine, mit einem Wert von 1,93 Milliarden Euro im Jahr 2024, was 24 % der gesamten italienischen Weinexporte weltweit entspricht. Dies macht Wein zu einem der Sektoren der italienischen Exporte, die am stärksten von möglichen US-Zöllen betroffen sind. Die anhaltende Ungewissheit über die Handelspolitik beunruhigt die Erzeuger und Exporteure, die in hohem Maße auf einen stabilen Zugang zum amerikanischen Markt angewiesen sind.
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