20.02.2026

Angesichts des rückläufigen Weinkonsums und der anhaltenden Handelsspannungen mit China und den Vereinigten Staaten wenden sich die Winzer und Händler aus Bordeaux neuen internationalen Märkten zu. Die Suche nach neuen Möglichkeiten war ein zentrales Thema auf der Wine Paris, einer großen internationalen Fachmesse für Wein und Spirituosen, die vom 9. bis 11. Februar im Parc des Expositions in Paris stattfand. Die Veranstaltung brachte 6.500 Aussteller aus 60 Ländern zusammen und zog mehr als 60.000 Besucher an. Die Organisatoren bezeichneten die Atmosphäre als eine willkommene Abwechslung zu den Herausforderungen, mit denen die Branche derzeit konfrontiert ist, wie Klimawandel, sinkende Nachfrage und Handelsstreitigkeiten.
Der Weinsektor in Bordeaux ist von diesen Problemen stark betroffen. Die Exporte sind im dritten Jahr in Folge zurückgegangen, und viele Erzeuger haben Mühe, neue Käufer zu finden. Da die traditionellen Märkte unter Druck stehen, verlagert sich die Aufmerksamkeit auf Regionen wie Kanada, Indien und den Mercosur-Block in Südamerika, zu dem Argentinien, Bolivien, Brasilien, Paraguay und Uruguay gehören.
Ein kürzlich geschlossenes Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und dem Mercosur hat bei den Bordeaux-Exporteuren Hoffnungen geweckt. Das Abkommen verspricht den Zugang zu einem gemeinsamen Markt von 700 Millionen Verbrauchern und würde die Einfuhrsteuern, die derzeit bei 27 % liegen, über einen Zeitraum von sieben Jahren abschaffen. Paolo Garzotti, Leiter der Lateinamerika-Mission in der Generaldirektion Handel der Europäischen Kommission, sagte auf der Wine Paris, dass das Abkommen die Flaschenpreise um bis zu 50 % senken könnte. Er betonte, dass die EU bestrebt sei, Handelsbeziehungen auf der Grundlage von Recht und nicht von Gewalt aufzubauen.
Das Abkommen ist jedoch noch nicht in Kraft getreten. Das Europäische Parlament hat den Gerichtshof angerufen, wodurch sich die Umsetzung des Abkommens verzögert. Die Europäische Kommission hat noch die Möglichkeit, das Abkommen vorläufig anzuwenden, bis die rechtlichen Fragen geklärt sind.
Kanada wird ebenfalls als vielversprechender Markt für Bordeaux-Weine angesehen. Obwohl das Land nicht das gleiche Volumen wie China oder die Vereinigten Staaten aufweist, zeigen die kanadischen Verbraucher ein wachsendes Interesse an französischen Weinen. Die Exporteure hoffen, dass stabile Handelsbeziehungen und ein positives Image französischer Produkte zu einer Steigerung des Absatzes auf diesem Markt beitragen werden.
Indien bietet sowohl Chancen als auch Herausforderungen für die Bordeaux-Erzeuger. Die große Bevölkerung und die wachsende Mittelschicht des Landes machen es zu einem attraktiven Ziel für Weinexporte. Hohe Einfuhrzölle und komplexe Vorschriften schränken den Zugang für ausländische Weine jedoch weiterhin ein. Die Vertreter der Branche auf der Wine Paris stellten fest, dass die Verhandlungen zwischen den indischen Behörden und den europäischen Beamten langsam aber stetig voranschreiten.
Trotz dieser Bemühungen um eine Diversifizierung der Exportziele räumen die Branchenführer ein, dass keiner dieser neuen Märkte die in China oder den Vereinigten Staaten verlorenen Mengen vollständig ersetzen kann. Dennoch sehen sie sie als wesentliche Schritte zur Stabilisierung des Exportgeschäfts von Bordeaux in einem unsicheren globalen Umfeld.
Die Stimmung auf der Wine Paris spiegelte sowohl den Optimismus über neue Möglichkeiten als auch die Besorgnis über anhaltende Schwierigkeiten wider. Viele Teilnehmer äußerten die Hoffnung, dass internationale Abkommen wie das mit dem Mercosur schließlich in Kraft treten und den französischen Weinexporteuren die dringend benötigte Erleichterung verschaffen werden. Im Moment konzentrieren sich die Bordeaux-Erzeuger auf den Aufbau von Beziehungen zu den Schwellenländern, während sie auf eine Verbesserung der allgemeinen Handelsbedingungen warten.
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