23.02.2026

Verallia, ein großer Hersteller von Glasverpackungen und ehemaliges Tochterunternehmen von Saint-Gobain, kündigte Pläne zum Abbau von rund 360 Arbeitsplätzen aufgrund der rückläufigen Nachfrage in Europa an. Das Unternehmen erklärte, es beabsichtige, den Standort Essen in Deutschland zu schließen, was den Verlust von etwa 300 Arbeitsplätzen zur Folge hätte. In Frankreich plant Verallia die Schließung eines veralteten Ofens in seinem Werk in Châteaubernard (Charente), wovon etwa 60 Arbeitsplätze betroffen sind. Das Unternehmen gab an, dass der Stellenabbau in Frankreich ausschließlich über freiwillige Austritte erfolgen wird, die durch Vorruhestandsregelungen und spezielle Fördermaßnahmen unterstützt werden.
Der Stellenabbau erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Verallia mit einem Rückgang des Glasbehältervolumens konfrontiert ist, den das Unternehmen auf einen Rückgang des Alkoholkonsums in Europa um 4 % seit 2019 zurückführt. Verstärkt wird dieser Trend durch den zunehmenden Druck auf die Exportströme seiner Kunden, insbesondere bei Lieferungen in die Vereinigten Staaten und nach Asien. Verallia beschäftigt fast 11.000 Mitarbeiter in 35 Glaswerken in 12 Ländern.
Im Vereinigten Königreich plant Verallia ebenfalls Änderungen an seinen industriellen Aktivitäten. Das Unternehmen wird die Nutzung eines alten Ofens in Knottingley einstellen und einen effizienteren Ofen in Leeds in Betrieb nehmen. Zwar wurden für das Vereinigte Königreich keine konkreten Arbeitsplatzzahlen genannt, doch erwägt Verallia nach eigenen Angaben Möglichkeiten, das Personal zwischen den beiden nahe beieinander gelegenen Standorten zu verlagern.
Verallia bezeichnet sich selbst als den führenden Glasverpackungshersteller in Europa und den drittgrößten weltweit. Das Unternehmen berichtete, dass nach mehreren Jahren mit einem jährlichen Wachstum von etwa 2 % bei Glasflaschen und -gläsern bis 2020 der Markt während der Covid-19-Pandemie eine Verlangsamung erlebte, gefolgt von einer kurzen Erholung und einem starken Rückgang von etwa 13 % im Jahr 2023. Dadurch liegt die Nachfrage strukturell unter dem Niveau vor der Pandemie.
Das Unternehmen wird seine Jahresergebnisse für 2025 am 24. Februar veröffentlichen. Im Oktober senkte Verallia seine Rentabilitätsziele für 2025 nach einem schwächer als erwarteten dritten Quartal in einem schwierigen Marktumfeld. Im Jahr 2024 produzierte Verallia 16 Milliarden Flaschen und Gläser und erzielte einen Umsatz von 3,5 Milliarden Euro.
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