13.02.2026

Die digitale Transformation des Weinsektors in Italien schreitet nur langsam voran, so die Ergebnisse, die kürzlich auf einer Tagung an der Accademia dei Georgofili in Florenz vorgestellt wurden. Bei der Veranstaltung wurden die Ergebnisse des interuniversitären Projekts Winery Farming 4.0 vorgestellt, an dem Universitäten aus Mailand, Florenz, Brescia, Tuscia und Padua beteiligt sind. Das Projekt zielt darauf ab, traditionelle Weinbaupraktiken durch fortschrittliche digitale Technologien zu modernisieren, um die Effizienz und Nachhaltigkeit der Weinproduktion zu verbessern.
Forscher und Branchenexperten wiesen auf der Tagung darauf hin, dass nur 8 % der italienischen Weinbaubetriebe digitale Werkzeuge und Methoden der Präzisionslandwirtschaft einsetzen. Diese niedrige Einführungsrate ist größtenteils auf die Struktur des Sektors zurückzuführen: Die meisten italienischen Weinbaubetriebe sind kleine, familiengeführte Unternehmen, denen oft sowohl die Ressourcen als auch das technische Know-how fehlen, die für digitale Innovationen erforderlich sind. Größere Unternehmen hingegen erkennen eher die wirtschaftlichen Vorteile dieser Technologien und führen sie schneller ein.
Professor Marco Vieri vom Fachbereich Agrar-, Lebensmittel-, Umwelt- und Forstwissenschaften der Universität Florenz erklärte, dass die "Landwirtschaft 4.0" einen grundlegenden Wandel in der Arbeitsweise von Weingütern erfordert. Er betonte, dass die Unternehmen in Technologien investieren müssen, die ein präzises Management von Wasser, Düngemitteln, Pestiziden und Treibstoff ermöglichen. Laut Vieri kann dieser Ansatz zu erheblichen Vorteilen für die Umwelt führen, darunter eine Reduzierung des Wasserverbrauchs um 30 % pro Jahr, eine Verringerung des Chemikalieneinsatzes von 70 % auf 30 % pro Jahr, eine geringere Bodenverdichtung und eine Verringerung des Kraftstoffverbrauchs um 15 % bis 20 %. Diese Veränderungen tragen auch zu einer größeren Artenvielfalt in den Weinbergen bei.
Trotz dieser Vorteile wies Vieri darauf hin, dass es nach wie vor ein großes Hindernis gibt: den Mangel an Fachkräften, die den digitalen Wandel in der Landwirtschaft bewältigen können. Er betonte die Notwendigkeit eines Generationswechsels in diesem Sektor. Jüngere Fachkräfte mit einer Ausbildung in digitalen Werkzeugen sind unerlässlich, um den italienischen Weinbau in seine nächste Phase zu führen.
Die während des Treffens zitierte Smart Agrifood-Umfrage bestätigte, dass die meisten kleinen Weinbaubetriebe aufgrund begrenzter finanzieller Kapazitäten und der Ungewissheit über die Erträge zögern, in neue Technologien zu investieren. Diejenigen, die digitale Systeme eingeführt haben, berichten jedoch nicht nur von Umweltvorteilen, sondern auch von einer verbesserten Rentabilität durch besseres Ressourcenmanagement und weniger Abfall.
Das Projekt Winery Farming 4.0 hat in mehreren Regionen Italiens Feldversuche durchgeführt. Diese Versuche haben gezeigt, dass digitale Überwachungssysteme Weinbergsbetreibern helfen können, datengestützte Entscheidungen über Bewässerung und Pflanzenschutz zu treffen. Mithilfe von Sensoren und Softwareplattformen können die Erzeuger die Bodenfeuchtigkeit, Indikatoren für die Pflanzengesundheit und Wettermuster in Echtzeit verfolgen. Anhand dieser Informationen können sie Wasser oder Behandlungen nur dort anwenden, wo sie benötigt werden, um unnötigen Aufwand zu vermeiden und die Umweltbelastung zu minimieren.
Die Teilnehmer des Treffens in Florenz waren sich einig, dass die öffentliche Politik durch die Unterstützung von Ausbildungsprogrammen für junge Menschen, die sich für landwirtschaftliche Technologien interessieren, eine Rolle bei der Beschleunigung der digitalen Übernahme spielen könnte. Außerdem forderten sie Anreize für kleine Weinbaubetriebe, damit diese in Ausrüstung und Software investieren.
Der Vorstoß zur digitalen Transformation kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die italienischen Weinerzeuger durch den Klimawandel und den internationalen Wettbewerb zunehmend unter Druck geraten. Extreme Wetterereignisse haben in den letzten Jahren die Ernten beeinträchtigt, so dass eine effiziente Ressourcennutzung wichtiger ist denn je. Gleichzeitig steigt das Interesse der Verbraucher an nachhaltig produzierten Weinen.
Branchenführer sind der Meinung, dass der Einsatz digitaler Werkzeuge nicht nur eine Option, sondern eine Notwendigkeit ist, um Italiens Position als einer der weltweit führenden Weinproduzenten zu erhalten. Die Herausforderung besteht nun darin, dafür zu sorgen, dass alle Teile des Sektors - insbesondere kleinere Familienbetriebe - Zugang zu dem Wissen und den Ressourcen haben, die für einen erfolgreichen Übergang erforderlich sind.
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