Bordeaux-Weinproduzenten zielen auf aufstrebende Märkte, da die Exporte schwächeln

Branchenführer auf der Weinmesse Wine Paris sehen in Kanada, Indien und Südamerika Wachstumschancen inmitten von Handelsstreitigkeiten und rückläufiger globaler Nachfrage

12.02.2026

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Bordeaux Wine Producers Target Emerging Markets as Exports Falter

Die Erzeuger und Händler von Bordeaux-Weinen sind auf der Suche nach neuen Exportmärkten, da der weltweite Weinkonsum zurückgeht und die Handelsspannungen mit China und den Vereinigten Staaten den Absatz weiterhin beeinträchtigen. Auf der Wine Paris, einer der weltweit größten Fachmessen für Wein und Spirituosen, trafen sich die Branchenführer vom 9. bis 11. Februar im Parc des Expositions in Paris. Die Veranstaltung brachte 6.500 Aussteller aus 60 Ländern zusammen und zog mehr als 60.000 Besucher an. Die Organisatoren bezeichneten die Messe als eine willkommene Abwechslung zu den aktuellen Herausforderungen der Branche, zu denen der Klimawandel, die sinkende Nachfrage und internationale Handelsstreitigkeiten gehören.

Die Region Bordeaux, die seit langem für ihre starke Exporttradition bekannt ist, wurde von den jüngsten Zöllen und den sich ändernden Verbrauchergewohnheiten hart getroffen. Als Reaktion darauf richten die Erzeuger ihre Aufmerksamkeit auf aufstrebende Märkte wie Kanada, Indien und den Mercosur-Block in Südamerika. Diese Märkte erreichen zwar noch nicht das Volumen der traditionellen Bestimmungsländer wie China oder die USA, bieten aber neue Wachstumschancen.

Die jüngste Unterzeichnung eines Handelsabkommens zwischen der Europäischen Union und dem Mercosur, zu dem Argentinien, Bolivien, Brasilien, Paraguay und Uruguay gehören, hat bei den Bordeaux-Exporteuren Hoffnungen geweckt. Das Abkommen verspricht Zugang zu einem gemeinsamen Markt von 700 Millionen Verbrauchern und würde die derzeit auf 27 % festgesetzten Einfuhrsteuern über einen Zeitraum von sieben Jahren abschaffen. Paolo Garzotti, Leiter der Lateinamerika-Mission in der Generaldirektion Handel der Europäischen Kommission, sprach auf der Wine Paris über die Bedeutung des Abkommens. Er sagte, dass die EU ein stabileres Umfeld für Exporteure schaffe, indem sie die Handelsbeziehungen auf das Recht und nicht auf Gewalt stütze. Garzotti wies auch darauf hin, dass der Preis für eine Flasche Bordeaux-Wein um bis zu 50 % sinken könnte, wenn die Zölle abgeschafft werden.

Trotz dieser Aussichten bleibt die Umsetzung des Mercosur-Abkommens ungewiss. Das Europäische Parlament hat den Gerichtshof angerufen und damit das Inkrafttreten des Abkommens verzögert. Die Europäische Kommission hat immer noch die Möglichkeit, Teile des Abkommens vorläufig anzuwenden, solange das Gerichtsverfahren läuft.

Unterdessen ist die kanadische Nachfrage nach Bordeaux-Weinen in den letzten Jahren stetig gestiegen. Der kanadische Weinmarkt wird für seine Stabilität und Offenheit für Importe geschätzt. Auch die indischen Verbraucher interessieren sich zunehmend für importierte Weine, da ihr Einkommen steigt und sich ihre Vorlieben verändern. Allerdings sind sowohl Kanada als auch Indien im Vergleich zu den traditionellen Exportdestinationen mengenmäßig kleiner.

Die Erzeuger in Bordeaux sehen sich zusätzlichen Herausforderungen durch den Klimawandel gegenüber, der sich auf die Traubenerträge und die Qualität auswirkt. Viele investieren in neue Technologien und nachhaltige Praktiken, um sich an die veränderten Bedingungen anzupassen. Auf der Wine Paris standen Innovation und Marktdiversifizierung im Mittelpunkt der Diskussionen.

Die Suche nach neuen Märkten fällt in eine Zeit, in der der weltweite Weinkonsum rückläufig ist. Nach den auf der Wine Paris vorgestellten Branchendaten ist der weltweite Weinkonsum im vergangenen Jahr um etwa 3 % zurückgegangen. Dieser Rückgang wird auf veränderte Lebensgewohnheiten, gesundheitliche Bedenken und die wirtschaftliche Unsicherheit in wichtigen Märkten zurückgeführt.

Trotz dieses Gegenwinds ist der Weinsektor in Bordeaux weiterhin bestrebt, seine internationale Präsenz auszubauen. Die Erzeuger hoffen, dass Abkommen wie das Mercosur-Abkommen die Türen zu neuen Verbrauchern öffnen werden, während die laufenden Bemühungen in Kanada und Indien dazu beitragen werden, die Verluste in anderen Ländern auszugleichen. Vorerst beobachten die Branchenführer die Entwicklung der Handelsverhandlungen genau und bereiten sich auf weitere Veränderungen der weltweiten Nachfrage vor.

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