17.01.2024

In einer jüngsten Entwicklung, die die weltweite Spirituosenindustrie in Aufruhr versetzt hat, haben französische Cognac-Hersteller den Vorwurf des Dumpings ihrer Produkte auf dem chinesischen Markt vehement zurückgewiesen. Diese Kontroverse findet vor dem Hintergrund eines anhaltenden Handelsstreits zwischen der Europäischen Union (EU) und China statt, der zunehmend verschiedene Sektoren - von Elektrofahrzeugen bis hin zu Spirituosen - in Mitleidenschaft zieht.
Die chinesische Regierung hat in internationalen Handelskreisen für Aufsehen gesorgt, als sie eine Untersuchung der Preisstrategien für aus der EU importierten Branntwein einleitete. Auslöser für diese Untersuchung war eine Preisreduzierung von 15,88 %, eine Zahl, die zu einem Brennpunkt des Streits geworden ist. Die französischen Erzeuger, die im Mittelpunkt dieser Untersuchung stehen, haben die Motive für die Untersuchung offen in Frage gestellt und behauptet, dass die genannten Preissenkungen relativ geringfügig sind und normalerweise keine förmliche Untersuchung rechtfertigen würden.
Dieser Streit geht auf eine Reihe von Aktionen und Reaktionen zwischen der EU und China zurück, die mit einer EU-Untersuchung der chinesischen Subventionen für Hersteller von Elektrofahrzeugen im September des vergangenen Jahres begannen. Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, hatte sich besorgt über den Zustrom billiger Elektrofahrzeuge auf den EU-Markt geäußert, die von erheblichen staatlichen Subventionen profitierten. Dies führte zu der Überlegung, Ausgleichszölle auf EU-Importe chinesischer Elektrofahrzeuge zu erheben, um gleiche Wettbewerbsbedingungen zu schaffen.
Die Spannungen eskalierten weiter, als die EU eine Antidumpinguntersuchung gegen Biodieselimporte aus China einleitete. Offenbar als Vergeltungsmaßnahme leitete Peking eine eigene Untersuchung von Branntweinimporten aus der EU ein. Zolldaten zufolge importierte China im vergangenen Jahr Weinbrand im Wert von 1,24 Milliarden Pfund aus der EU, wobei auf Frankreich ein Anteil von 99,8 % entfiel.
Die Ankündigung der Untersuchung hatte unmittelbare finanzielle Auswirkungen auf die großen Cognac-Hersteller. Die Aktienkurse von Branchenführern wie Remy Cointreau sind seit Anfang 2024 um mehr als 16,5 % eingebrochen, während der Aktienwert von Pernod Ricard um rund 7,6 % zurückging. Diese Zahlen spiegeln die nervöse Reaktion des Marktes auf die Unsicherheit in Bezug auf einen der wichtigsten Exportmärkte für diese Brennereien wider.
Zur Verteidigung ihrer Position betonte das Bureau National Interprofessionnel du Cognac, das die Cognac-Hersteller vertritt, dass die fraglichen Preisnachlässe deutlich unter dem liegen, was normalerweise als Grund für eine Antidumpinguntersuchung gilt. Sie äußerten die feste Überzeugung, dass ein weiterer Dialog mit den chinesischen Behörden ihre Einhaltung sowohl der chinesischen als auch der internationalen Handelsvorschriften bestätigen würde.
Diese Situation verdeutlicht die Komplexität und die oft unvorhersehbare Natur des internationalen Handels, insbesondere in Sektoren, in denen Produktqualität, Markenzeichen und Tradition eine entscheidende Rolle spielen. Während sich die Cognac-Hersteller darauf vorbereiten, sich in diesem schwierigen Umfeld zurechtzufinden, wird das Ergebnis dieser Untersuchung nicht nur Auswirkungen auf die französisch-chinesischen Handelsbeziehungen haben, sondern auch einen Präzedenzfall dafür schaffen, wie ähnliche Streitigkeiten in der globalen Handelsarena wahrgenommen und behandelt werden.
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