04.02.2026

Weinwettbewerbe stehen vor neuen Herausforderungen, da traditionelle Auszeichnungen und hohe Punktzahlen nicht mehr ausreichen, um die Wahl der Verbraucher zu beeinflussen. Besonders deutlich wird dieser Wandel bei jüngeren Generationen und gelegentlichen Weintrinkern, die sich weniger von Medaillen oder numerischen Bewertungen beeinflussen lassen. Der Concours Mondial de Bruxelles, einer der bekanntesten internationalen Weinwettbewerbe, überdenkt die Art und Weise, wie er den Wert seiner Siegerweine kommuniziert.
Baudouin Havaux, Präsident des Concours Mondial de Bruxelles, sprach diese Veränderungen in einem kürzlich in Il Corriere Vinicolo veröffentlichten Artikel an. Er wies darauf hin, dass der Weinkonsum auf vielen Märkten rückläufig ist und dass sich jüngere Verbraucher sowohl vom Wein als auch von anderen alkoholischen Getränken abwenden. Havaux zufolge liegt das Problem nicht nur darin, was über preisgekrönte Weine kommuniziert wird, sondern auch darin, wie diese Informationen präsentiert werden. Die Branche bedient sich häufig einer Fachsprache und komplexer Botschaften, die für Nichtfachleute exklusiv oder schwer verständlich erscheinen können.
Dieses Problem wird durch die Verbreitung von Auszeichnungen, Bewertungssystemen und Symbolen verschärft, die die Verbraucher eher verwirren als leiten können. Für erfahrene Weinliebhaber können Medaillen und Bewertungen selbstreferentiell erscheinen. Für Neulinge ist es angesichts der vielen Skalen und der subtilen Unterschiede in den Bewertungen schwierig zu wissen, was sie von einer Flasche erwarten können.
Gabriele Gorelli, eine bekannte Persönlichkeit in der Weinwelt, hat sich ebenfalls zu diesem Trend geäußert. Er argumentiert, dass Wein fast einzigartig unter den Konsumgütern ist, da er manchmal seine eigenen Kunden wegen mangelnder Sachkenntnis verurteilt. Diese Haltung kann zu einem unausgewogenen und unfreundlichen Verhältnis zwischen Erzeugern und Verbrauchern führen.
Als Antwort auf diese Herausforderungen entwickelt der Concours Mondial de Bruxelles eine neue Kommunikationsstrategie, die auf drei Hauptprinzipien beruht: Vertrauen, Zugänglichkeit und Erfahrung. Das Vertrauen ergibt sich aus dem selektiven Verfahren des Wettbewerbs und den strengen Verkostungsmethoden. Zugänglichkeit bedeutet, die Sprache zu vereinfachen und visuelle Hilfsmittel wie Piktogramme, Aromaräder und prägnante Verkostungsnotizen einzusetzen. Diese Hilfsmittel helfen, technische Beschreibungen in unmittelbarere sensorische Profile zu übersetzen, die für alle Verbraucher leichter zu verstehen sind. Zur Unterstützung dieser Bemühungen wird auch künstliche Intelligenz eingesetzt.
Der dritte Grundsatz, das Erlebnis, zielt darauf ab, den Wein angenehmer und lehrreicher zu machen. Ziel ist es, Wein mit Geselligkeit, Genuss und Entdeckung zu verbinden und nicht nur mit technischer Bewertung. Durch die Betonung dieser Aspekte hoffen die Organisatoren, ein breiteres Publikum anzusprechen und die Menschen zu ermutigen, neue Weine zu probieren, ohne sich eingeschüchtert zu fühlen.
Der neue Ansatz des Concours Mondial de Bruxelles spiegelt die allgemeinen Veränderungen in der Weinindustrie wider, die sich an die sich verändernden Verbrauchergewohnheiten anpasst. Da die traditionellen Methoden der Anerkennung an Wirkung verlieren, suchen Wettbewerbe und Erzeuger gleichermaßen nach Wegen, um den Wein für die heutigen Verbraucher zugänglicher und relevanter zu machen. Man hofft, dass durch die Schaffung von Vertrauen, die Bereitstellung von Informationen und die Betonung positiver Erfahrungen mehr Menschen sich wohlfühlen werden, wenn sie eine Flasche Wein kaufen - vielleicht sogar eine mehr als sonst.
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