20.02.2026

Die brasilianische Regierung treibt die Pläne zur Senkung der Steuerlast auf Wein und Schaumwein im Rahmen der laufenden Steuerreform des Landes voran. Der amtierende Präsident und Industrieminister Geraldo Alckmin gab am Donnerstag bekannt, dass Studien zufolge der Steuersatz auf diese Getränke im Rahmen des neuen Systems auf etwa 33 % sinken soll. Dies entspricht einem Rückgang gegenüber dem derzeitigen Satz von etwa 40,5 %. Die Ankündigung erfolgte während der Festa do Vinho in Rio Grande do Sul, einer wichtigen Veranstaltung für die brasilianische Weinindustrie.
Die vorgeschlagene Senkung steht im Zusammenhang mit der Einführung einer neuen selektiven Steuer, die im Zuge der jüngsten Steuerreform eingeführt wurde. Diese Steuer zielt auf Produkte ab, die als gesundheits- oder umweltschädlich gelten, und wird voraussichtlich höhere Sätze als die normale Verbrauchssteuer haben. Welche Produkte im Einzelnen betroffen sein werden und wie hoch die jeweiligen Steuersätze sein werden, wird derzeit noch diskutiert. Die Regierung hat den endgültigen Gesetzentwurf für die selektive Steuer noch nicht an den Kongress übermittelt, obwohl es bereits zu Beginn des Legislaturjahres hieß, dass er vorgelegt werden würde.
Alckmin betonte, dass die Regierung genau beobachten wird, wie die selektive Steuer für den Weinsektor geregelt wird, wobei die besonderen Aspekte der inländischen Produktion berücksichtigt werden. Vertreter der brasilianischen Weinindustrie haben diesen Schritt als positives Zeichen gewertet, da eine geringere Steuerbelastung die Wettbewerbsfähigkeit der einheimischen Erzeuger fördern könnte.
Während seines Besuchs in Caxias do Sul zur Eröffnung des 35. Nationalen Traubenfestes und der Agroindustriemesse ging Alckmin auch auf Bedenken hinsichtlich internationaler Handelsabkommen ein, insbesondere zwischen dem Mercosur und der Europäischen Union. Er erläuterte, dass die Zollsenkungen für Weinimporte im Rahmen dieses Abkommens schrittweise über einen Zeitraum von acht Jahren eingeführt werden, während für Schaumweine ein Zeitrahmen von 12 Jahren vorgesehen ist. Dieser schrittweise Ansatz soll den brasilianischen Erzeugern Zeit geben, sich auf den zunehmenden Wettbewerb durch europäische Importe einzustellen.
Alckmin kündigte außerdem an, dass Präsident Lula ein Dekret zur Regelung von Schutzmaßnahmen in Handelsabkommen erlassen werde. Diese Schutzmaßnahmen sollen die einheimische Industrie vor plötzlichen Importen schützen, die den lokalen Unternehmen schaden könnten. Das Dekret wird klare Regeln dafür aufstellen, wann und wie diese Schutzmaßnahmen angewandt werden können, einschließlich Verfahren für Untersuchungen und Bedingungen für die Einführung von Einfuhrkontingenten oder die Aussetzung von Zollsenkungen.
Durch die Ausweitung der Handelsabkommen des Mercosur hat sich der Anteil des brasilianischen Handels, der unter die Präferenzzölle fällt, von 12 % auf 31,2 % bis 2023 erhöht. Dieses Wachstum hat den Ruf nach spezifischeren Regelungen für Schutzmaßnahmen laut werden lassen, da die bestehenden Vorschriften auf umfassenderen multilateralen Abkommen beruhen.
Vor seiner Teilnahme an der Eröffnungsfeier des Festivals traf Alckmin mit Trauben- und Weinerzeugern aus Serra Gaúcha, einer der wichtigsten Weinregionen Brasiliens, zusammen. Bei den Gesprächen ging es nicht nur um Handelsabkommen, sondern auch um Themen wie Steuerreform, internationale Zölle und Kreditlinien für die Erneuerung von Lkw-Flotten, die im landwirtschaftlichen Verkehr eingesetzt werden.
Die Bemühungen der Regierung, die Steuern auf Wein und Schaumwein zu senken, werden als Teil einer umfassenderen Strategie zur Stärkung der brasilianischen Weinindustrie angesichts des zunehmenden globalen Wettbewerbs gesehen. Der Sektor hofft, dass niedrigere Steuern und ein klarer Handelsschutz dazu beitragen werden, sein Wachstum aufrechtzuerhalten und lokale Arbeitsplätze in den vom Weinbau abhängigen Regionen zu erhalten. Die endgültigen Einzelheiten der selektiven Steuergesetzgebung und der Schutzbestimmungen werden voraussichtlich in den kommenden Wochen veröffentlicht, da sie von der Regierung geprüft werden, bevor sie den Kongress erreichen.
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