Caspar Mønniche gewinnt das internationale Finale der Bartenders Society 2026
Der dänische Bartender triumphierte in Bordeaux, ein Jahr nach seinem zweiten Platz. Er setzte sich bei einem Gewürzwettbewerb gegen Finalisten aus 17 Ländern durch.
Mittwoch, 4. November 2026
Caspar Mønniche vom HELLA in Aarhus, Dänemark, hat das internationale Finale der Bartenders Society 2026 gewonnen. Der zweitägige Wettbewerb fand am 25. und 26. Oktober in Bordeaux statt, wie die Veranstalter mitteilten.
Bei der von Marie Brizard und Saint James präsentierten 11. Ausgabe traten Finalisten aus 17 Ländern an. Das diesjährige Motto lautete „A Journey Through Spices“. Bewertet wurden Geschmack, Technik, Präsentation und Storytelling. Zum ersten Mal fand das Finale in Bordeaux statt – und damit in der Stadt, in der Marie Brizard 1755 gegründet wurde.
Mønniche gewann den Titel ein Jahr, nachdem er beim internationalen Finale 2025 den zweiten Platz belegt hatte. Nach Angaben der Veranstalter überzeugte er die Jury 2026 mit einer gelungenen Mischung aus Kreativität und technischem Können sowie einer klaren Umsetzung der Gewürzthematik.
Eliza Woodman aus den Vereinigten Staaten belegte den zweiten Platz. Fernando Nehuen Closs aus Argentinien wurde Dritter und erhielt zudem den Publikumspreis, nachdem die Gäste bei der Gala für ihren Lieblingscocktail gestimmt hatten. Wie die Veranstalter mitteilten, nahmen knapp 150 Vertreter der Getränkeindustrie an der Veranstaltung teil und probierten die Mystery-Cocktails der drei Erstplatzierten.
Als Sieger erhielt Mønniche 3.000 € sowie die Wahl zwischen einer Reise nach Athen, Tokio oder New Orleans. Außerdem soll er als Botschafter der Bartenders Society auftreten und der Jury des internationalen Finales 2027 angehören.
Im entscheidenden Wettbewerbsabschnitt stand eine Überraschungsaufgabe im Mittelpunkt, die am Morgen des 26. Oktober bekannt gegeben wurde. Die Finalisten hatten zwei Stunden Zeit, einen neuen Likör mit mindestens zwei Gewürzinfusionen von Marie Brizard zu kreieren. Anschließend sollten sie auf dieser Basis einen Cocktail entwickeln und dabei zugleich einen Bezug zu ihrem Heimatland und ihren Reiseerfahrungen herstellen.
Laut den Veranstaltern kombinierte Mønniches Siegercocktail „Sweet Marie“ einen mit rosa Pfefferbeeren aromatisierten Erdbeerlikör von Marie Brizard mit einem mit Vanille aromatisierten Bananenlikör. Dazu kamen Saint James VSOP, Apfelsaft von Caraibos und Ahornsirup.
Den Vorsitz der internationalen Jury führte der Bartender und Berater Matthias Giroud. Weitere Jurymitglieder waren Monica Berg, Jean-Charles Sommerard, Diego Villagrán, Laurence Marot und Nathalie Hobe.
Beim Wettbewerb 2026 traten Finalisten aus fünf Kontinenten an. Damit unterstrich die Veranstaltung ihren Anspruch, ein internationaler Treffpunkt für Bartender zu sein. Jeder Finalist präsentierte zwei Cocktails. Das Gewürzthema prägte sowohl die Drinks als auch das Rahmenprogramm in Bordeaux.
Zum Auftakt stand laut den Veranstaltern eine Fahrt auf der Garonne auf dem Programm. Dabei stellten Giroud und Hobe, Markenbotschafterin von Marie Brizard, 17 Gewürzinfusionen vor, die für die teilnehmenden Länder entwickelt worden waren. Außerdem gab es einen von Hobe geleiteten Workshop zu Kombinationen von Kaffee und Sirup.
Mit Bordeaux erhielt der Wettbewerb einen symbolträchtigen Austragungsort. Marie Brizard, eines der ältesten Spirituosenhäuser Frankreichs, wurde dort Mitte des 18. Jahrhunderts gegründet. Indem die Veranstalter das internationale Finale in die Stadt holten, schlugen sie eine Brücke zur Geschichte der Marke und griffen zugleich das diesjährige Reisethema auf.
Mit seinem jährlichen Finale nutzt die Bartenders Society zunehmend die Gelegenheit, Trends der Cocktailkultur zu präsentieren, die über die Rezepte allein hinausgehen. In diesem Jahr sollten die Juroren nicht nur Geschmack und Balance bewerten, sondern auch, wie gut die Teilnehmer ein Konzept erläutern und als klare Geschichte im Glas umsetzen konnten. Das Gewürzthema forderte die Finalisten dazu heraus, mit Aromen zu arbeiten, die einen Drink bei zu großzügiger Dosierung leicht dominieren können. Präzision war daher ein wichtiger Teil der Aufgabe.
Dieser Rahmen prägte Mønniches Weg zum Titel. Nach Angaben der Veranstalter ragte seine Präsentation heraus, weil er Gewürze als strukturgebenden Bestandteil des Drinks einsetzte und nicht als bloße Zierde. Dass er nach seinem zweiten Platz 2025 erneut das Finale erreichte, verlieh seinem Sieg zudem eine klare sportliche Dramaturgie und machte ihn in Bordeaux zu einem der meistbeachteten Teilnehmer.
Für Woodman bedeutete der zweite Platz ein starkes Ergebnis für die Vertreterin der USA in einem Teilnehmerfeld aus Europa, Amerika, Asien, Afrika und Ozeanien. Closs’ dritter Platz und der Publikumspreis deuteten darauf hin, dass seine Drinks nicht nur die Juroren, sondern auch die Branchenvertreter beim öffentlichen Tasting überzeugten.
Hinter dem Wettbewerb stehen Marken aus der Gruppe Bardinet La Martiniquaise, die Veranstaltungen für Bartender als Teil ihrer Kontakte zur Gastronomie nutzt. Marie Brizard und Saint James waren die Hauptpartner des Finales und auch in den Wettbewerb eingebunden: durch die Überraschungsaufgabe und die Spirituosen, die den Teilnehmern zur Verfügung standen.
Nach dem Abschluss des Finales 2026 richtet sich der Blick nun auf die nächste Ausgabe. Mønniche dürfte nach seinem Sieg in Bordeaux dann in neuer Funktion als Jurymitglied zurückkehren.