Spirituosenabsatz in US-Bundesstaaten mit staatlicher Kontrolle steigt im September um 3,2 Prozent
Der Anstieg ging auf den späteren Labor Day zurück, nicht auf eine breitere Erholung der Nachfrage im Markt
Dienstag, 3. November 2026
Der Spirituosenabsatz in US-Bundesstaaten mit staatlicher Kontrolle stieg im September, teilweise begünstigt durch den Zeitpunkt des Labor Day. Die längerfristigen Ergebnisse deuteten jedoch weiterhin auf einen schwachen Markt hin.
Wie Shanken News Daily am Montag, dem 2. November, berichtete, legte der Spirituosenabsatz in diesen Bundesstaaten im September gegenüber dem Vorjahresmonat um 3,2 Prozent zu, während der Umsatz um 1,4 Prozent stieg. Der Zuwachs profitierte laut der Publikation davon, dass der Labor Day später lag als im Vorjahr. Durch diese Kalenderverschiebung können mit dem Feiertag verbundene Käufe vom August in den September verlagert werden.
In Bundesstaaten mit staatlicher Kontrolle spielt die Regierung eine direkte Rolle beim Groß- oder Einzelhandel mit Alkohol. Da diese Märkte einen großen Teil des US-Getränkeabsatzes abdecken, verfolgen Hersteller, Händler, Einzelhändler und Investoren die monatlichen Zahlen genau, um Veränderungen der Verbrauchernachfrage zu erkennen.
Das stärkste Wachstum verzeichneten im September trinkfertige Cocktails. Das RTD-Segment, zu dem auch Cocktails in Dosen zählen, legte im Monatsverlauf bei der Absatzmenge um 29 Prozent und beim Umsatz um 23 Prozent zu, berichtete Shanken News Daily. Auch Tequila, Liköre und Cachaça verbuchten Zuwächse.
Auch der Absatz in Bars und Restaurants verbesserte sich. Der Spirituosenumsatz in der Gastronomie stieg in den Bundesstaaten mit staatlicher Kontrolle im September um 2 Prozent, gestützt durch ein Absatzplus von 5 Prozent. Der längerfristige Trend blieb jedoch schwächer. Im rollierenden Zwölfmonatszeitraum bis einschließlich September legte die Spirituosenabsatzmenge in der Gastronomie um 0,5 Prozent zu, während der Umsatz um 1,8 Prozent zurückging.
Unter Einbeziehung des Absatzes in der Gastronomie und im Einzelhandel blieb das Bild über den längeren Zeitraum negativ. Wie Shanken News Daily berichtete, sank der gesamte Spirituosenabsatz in den Bundesstaaten mit staatlicher Kontrolle in den vergangenen zwölf Monaten um 0,6 Prozent, während der Umsatz um 2,7 Prozent zurückging.
Diese Kombination aus kurzfristiger Verbesserung und längerfristigem Rückgang ist für die gesamte Getränkebranche relevant. Sie deutet darauf hin, dass ein Teil des September-Zuwachses eher auf den Kalender als auf eine nachhaltige Erholung der Nachfrage nach alkoholischen Getränken zurückzuführen sein könnte. Zugleich verstärkt der starke Zuwachs bei Cocktails in Dosen die Hinweise darauf, dass Convenience-Produkte weiter Marktanteile gewinnen – selbst in einem Markt, in dem der Spirituosenabsatz insgesamt unter Druck steht.
Der Weinabsatz entwickelte sich in denselben Märkten schwächer als der Spirituosenabsatz. Im September ging die Absatzmenge von Wein in den Bundesstaaten mit staatlicher Kontrolle laut dem Bericht um 2,9 Prozent und der Umsatz um 0,7 Prozent zurück. Im rollierenden Zwölfmonatszeitraum sank die gesamte Weinabsatzmenge dort um 4,2 Prozent, der Umsatz verringerte sich um 2,2 Prozent.
Im Weinsegment der Gastronomie entwickelten sich Absatzmenge und Umsatz unterschiedlich. Im September sank die Weinabsatzmenge in der Gastronomie in den Bundesstaaten mit staatlicher Kontrolle um 1,9 Prozent, während der Umsatz um 5,6 Prozent stieg. In den vergangenen zwölf Monaten ging die Absatzmenge in der Gastronomie um 4,1 Prozent zurück, der Umsatz sank um 1,8 Prozent.
Die Septemberzahlen aus den Bundesstaaten mit staatlicher Kontrolle fügen sich in ein Muster ein, das in den vergangenen Jahren in verschiedenen Alkoholsegmenten zu beobachten war: Verbraucher kaufen insgesamt weniger Flaschen, geben aber in ausgewählten Segmenten eher mehr aus. Bei Spirituosenanbietern liegt der Fokus deshalb weiterhin auf Premiumprodukten und schneller wachsenden Kategorien wie RTDs. Für Weinproduzenten und -händler unterstreichen die jüngsten Zahlen, dass der Druck auf die Absatzmengen breit anhält – auch wenn Preise oder der Produktmix den Rückgang des Umsatzes abfedern können.