Dosen-Cocktails legten im Mai in Kontrollstaaten um 21,8 % zu

Neue NABCA-Daten zeigten, dass der Absatz von Ready-to-drink-Produkten weiter stieg, während der Gesamtmarkt für Spirituosen schwächer wurde und Scotch einen deutlichen Rückgang verzeichnete

29.06.2026

Dosen-Cocktails gewannen im Mai in den US-Kontrollstaaten weiter an Boden, während Scotch Whisky laut neuen Daten der National Alcohol Beverage Control Association einen der stärksten Rückgänge unter den großen Spirituosenkategorien verzeichnete.

Die Branchenorganisation, die 18 Kontrollmärkte erfasst, in denen staatliche Stellen den Groß- oder Einzelhandel mit Alkohol überwachen, teilte mit, dass die Kategorie Cocktails, zu der auch abgefüllte Ready-to-drink-Produkte gehören, im Volumen gegenüber Mai 2025 um 21,8 % und im Wert um 21,7 % zulegte. Der Anstieg blieb zwar kräftig, fiel aber langsamer aus als im April, als sowohl Volumen als auch Wert um etwa ein Drittel gestiegen waren.

Gleichzeitig setzte sich die Schwäche bei Scotch in nahezu allen diesen Märkten fort. NABCA zufolge sanken die Scotch-Verkäufe im Mai mengenmäßig um 8,1 % und wertmäßig um 7,9 %. Oregon war der einzige Kontrollstaat, der für diese Kategorie ein Wachstum meldete.

Die Zahlen deuten auf einen Markt hin, der sich in Richtung bequemkeitsorientierter Produkte verschiebt, während traditionelle Spirituosen unter Druck geraten. Für Getränkehersteller, Distributoren und Einzelhändler könnte dieser Trend die Regalflächen, die Preisgestaltung und Marketingentscheidungen im breiteren Getränkegeschäft prägen, zumal Dosen-Cocktails bei informellen Trinkgelegenheiten direkter mit Spirituosen, Bier und Wein konkurrieren.

Auch Tequila gab im Mai nach, wenn auch weniger stark als Scotch. NABCA meldete beim Tequila ein Minus von 0,2 % beim Volumen und 4,2 % beim Wert. Außerhalb der Cocktails war Cachaça das einzige Spirituosensegment mit Wachstum; das Volumen stieg um 10,4 % und der Wert um 21,5 %, auch wenn die Kategorie in den Daten weiterhin die kleinste bleibt.

Unter den übrigen großen Segmenten verzeichnete Canadian Whisky nach Scotch den stärksten Mengenrückgang, mit minus 7,4 %. Gin fiel um 6,9 %, Brandy und Cognac um 6,7 %, Rum um 6,5 % und Irish Whiskey um 5,9 %. Wertmäßig verbuchte Canadian Whisky mit minus 9,5 % den größten Rückgang aller Spirituosenkategorien. Rum sank um 7,3 %, während Irish Whiskey und Brandy/Cognac jeweils um 6 % zurückgingen.

Der Gesamtabsatz von Spirituosen in den Kontrollstaaten lag im Mai niedriger. Das gesamte Spirituosenvolumen sank um 1,7 %, während der Wert um 4,4 % fiel. Über die 12 Monate bis Mai 2026 ging das Volumen um 1,1 % zurück und der Wert um 3,1 %.

Die Schwäche war in den einzelnen Staaten breit angelegt. Nur Michigan, Mississippi, Iowa und North Carolina verzeichneten im Monatsverlauf ein Wachstum beim gesamten Spirituosenvolumen. Beim Wert war Mississippi der einzige Staat mit einem Anstieg; die Verkäufe legten dort um 5,6 % zu.

Auch in Bars und Restaurants fielen die Verkäufe schwächer aus. Im On-Premise-Kanal sank das Spirituosenvolumen im Mai um 3,1 % und der Wert um 5,2 %, wobei die meisten Staaten Rückgänge meldeten. Idaho, Michigan und North Carolina bildeten die Ausnahmen. In den vergangenen 12 Monaten stiegen die On-Premise-Spirituosenverkäufe mengenmäßig um 0,4 %, wertmäßig gingen sie jedoch um 1,7 % zurück.

Die jüngsten Zahlen verstärken die Hinweise darauf, dass Ready-to-drink-Produkte weiterhin eines der wenigen klaren Wachstumsfelder im US-Spirituosenmarkt sind, selbst wenn viele etablierte Kategorien in staatlich kontrollierten Märkten an Dynamik verlieren. Das ist nicht nur für Destillate relevant, denn ein anhaltendes RTD-Wachstum kann beeinflussen, wie Getränkeunternehmen ihre Investitionen über Produktentwicklung, Verpackung und Vertrieb verteilen, während Verbraucher ihre Ausgaben weiter in Richtung portabler und weniger aufwendiger Optionen verlagern.