Frankreich verlängert Gretea-Schuldenhilfe für Landwirte um ein Jahr
Das staatliche Programm, das vor allem dem Weinsektor zugutekommt, übernimmt Bankgebühren für Garantien bei Konsolidierungsdarlehen mit fünf bis zwölf Jahren Laufzeit
Samstag, 31. Oktober 2026

Frankreich verlängert das Gretea-Unterstützungsprogramm, das vor allem im Weinsektor genutzt wird, um ein Jahr. Das teilte Landwirtschaftsministerin Annie Genevard nach einem Treffen mit Branchenvertretern am Donnerstag, dem 29. Oktober, mit.
Die Maßnahme sichert ein Finanzierungsinstrument, das die Kosten für die Umschuldung von Landwirten senken soll. Im Rahmen von Gretea übernimmt der Staat die von Banken erhobenen Avalprovisionen für Konsolidierungsdarlehen mit Laufzeiten von fünf bis zwölf Jahren. Für diese Darlehen bürgt der französische Staat über Bpifrance.
Genevard machte die Ankündigung zum Abschluss des Treffens mit der Weinbranche am 29. Oktober, wie Agra berichtete. Den verfügbaren Informationen zufolge nannte die Ministerin neben der Verlängerung um ein Jahr keine Änderungen an der Programmstruktur.
Das Programm wurde für Landwirte aufgelegt, sein Anwendungsbereich wurde jedoch erweitert. Zu Beginn dieses Jahres wurde Gretea auch für landwirtschaftliche Genossenschaften und Verbände landwirtschaftlicher Genossenschaften geöffnet, die auf Weinbau oder Obstbau spezialisiert sind. Damit ist die Verlängerung nicht auf einzelne Weinbaubetriebe beschränkt. Sie gilt auch für Genossenschaften im Weinsektor, die ihre Schulden möglicherweise über einen längeren Zeitraum refinanzieren müssen.
Die Entscheidung ist für französische Weinproduzenten von Bedeutung, da das Programm dem Bericht zufolge vor allem im Weinbau genutzt wurde. Gretea übernimmt nicht die gesamten Kreditkosten, sondern die Gebühren für die Darlehensgarantie und senkt damit einen Teil der Kosten, die bei einer Umstrukturierung von Verbindlichkeiten durch langfristige Bankfinanzierungen anfallen. Für finanziell unter Druck stehende Winzer und Weingenossenschaften kann dies den Zugang zu Liquidität sichern und zugleich die Rückzahlung über mehrere Jahre verteilen.
Die Verlängerung ist auch für die Getränkeindustrie insgesamt relevant, da der Weinsektor zu den Branchen gehört, für die das Programm unmittelbar gilt. Die Fortführung des Instruments um ein weiteres Jahr könnte Weingütern und Genossenschaften, die ihre Finanzen stabilisieren wollen, weiterhin Unterstützung bieten. Das kann sich auf die Produktion, den Traubeneinkauf und weitere Bereiche der Weinlieferkette auswirken.
Gretea gilt für Konsolidierungsdarlehen mit Laufzeiten von fünf bis zwölf Jahren. Das Modell richtet sich an Kreditnehmer, die Zeit benötigen, um ihre Schulden neu zu ordnen. Die staatliche Garantie wird über Bpifrance gestellt; die öffentliche Förderung im Rahmen des Programms deckt gezielt die für diese Darlehen anfallenden Bankgebühren für Garantien ab.
Die Ankündigung erfolgt in einer Zeit, in der die Finanzierung für Agrarbetriebe, die zur Steuerung ihres Cashflows auf Bankkredite und längere Rückzahlungsfristen angewiesen sind, ein zentrales Thema bleibt. Im Weinsektor, in dem sowohl Genossenschaften als auch unabhängige Erzeuger Refinanzierungsinstrumente benötigen können, gibt das zusätzliche Jahr Kreditgebern und Kreditnehmern mehr Zeit, ein bestehendes Instrument zu nutzen, statt auf einen Ersatz warten zu müssen.