EU-Exporte von Spirituosen und Likören in Drittstaaten bis August 2026 um 11 % gestiegen
Laut Europäischer Kommission brachte der Anstieg zusätzliche Exporteinnahmen von 583 Millionen Euro. Die Zahlen trennen Preissteigerungen nicht von höheren Absatzmengen.
Freitag, 30. Oktober 2026

Die Exporte von Spirituosen und Likören aus der Europäischen Union in Märkte außerhalb des Staatenbundes stiegen in den ersten acht Monaten des Jahres 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 11 %. Das geht aus einem am Donnerstag, dem 29. Oktober, veröffentlichten Handelsbericht der Europäischen Kommission hervor.
Nach Angaben der Kommission bedeutete der Anstieg zusätzliche Exporteinnahmen von 583 Millionen Euro im Vergleich zum Zeitraum von Januar bis August 2025. Die Zahlen wurden in einer Mitteilung zum Agrar- und Lebensmittelhandel der Generaldirektion Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, kurz DG AGRI, veröffentlicht. Sie beobachtet den Außenhandel mit Agrar- und Lebensmittelprodukten der EU und führt Spirituosen und Liköre als eigene Kategorie.
Der ausgewiesene Zuwachs deutet auf anhaltende Stärke in einem der höherwertigen Getränkesegmente Europas hin. Zugleich beobachtet die Kommission die Handelsentwicklung im Agrar- und Lebensmittelsektor genau. Die von ihr genannte Kennzahl ist der nominale Exportwert in Euro für den Zeitraum von Januar bis August 2026, nicht das Versandvolumen.
Diese Unterscheidung ist für die Einordnung des Anstiegs wichtig. Ein höherer Exportwert kann auf größere Mengen, höhere Preise, Veränderungen im Produktmix oder Währungseffekte zurückgehen. Aus der Mitteilung der Kommission geht nicht hervor, welchen Anteil die einzelnen Faktoren am Anstieg von 11 % hatten.
Die Mitteilung nannte auch nicht den Gesamtwert der EU-Exporte von Spirituosen und Likören im Zeitraum von Januar bis August, sondern lediglich den Anstieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum in Prozent und Euro. Für diese Kategorie enthielt die Mitteilung zudem keinen vergleichbaren Monatswert.
Die DG AGRI, die für die Agrarpolitik der Europäischen Union zuständig ist, veröffentlicht regelmäßig Berichte zur Handelsentwicklung. Sie zeigen, wie sich verschiedene Bereiche der Agrar- und Lebensmittelbranche der EU auf Märkten außerhalb der Union entwickeln. Die gesonderte Erfassung von Spirituosen und Likören bietet in diesem Fall einen klareren Einblick in das Exportgeschäft mit destillierten Getränken als eine Zusammenfassung mit breiteren Getränkekategorien.
Da sich die Zahlen auf Exporte in Länder außerhalb der Europäischen Union beziehen, ist der Handel zwischen den Mitgliedstaaten im EU-Binnenmarkt nicht enthalten. Die Daten spiegeln somit die Nachfrage außerhalb der EU nach dort produzierten Spirituosen und Likören wider, nicht den Gesamtabsatz der Branche.
Die Kommission präsentierte den Anstieg in ihrer offiziellen Mitteilung zum Agrar- und Lebensmittelhandel, die als Hauptquelle für die Zahlen diente. Das in der Mitteilung angeführte statistische Ausgangsmaterial war nicht für eine separate Prüfung verfügbar. Die veröffentlichten Zahlen beruhen daher auf den Angaben der Kommission.