Burgenland ordnet Winzern an, infizierte Rebstöcke nach Ende des Insektizid-Fensters auszureißen

Die Behörden haben 77 Befallszonen ausgewiesen, während sich flavescence dorée in einige der bekanntesten Weinregionen Österreichs ausbreitet.

14.08.2026

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Burgenland ordnet Winzern an, infizierte Rebstöcke nach Ende des Insektizid-Fensters auszureißen

Winzer im Burgenland werden aufgefordert, infizierte Reben nun zu entfernen, da die wichtigste Phase für den wirksamen Einsatz von Insektiziden vorbei ist. Die österreichischen Behörden versuchen so, die Ausbreitung von flavescence dorée zu verlangsamen, einer schweren Rebenkrankheit, die von der Amerikanischen Rebzikade übertragen wird.

Die burgenländische Landesregierung teilte mit, dass sich das Insekt, das die Krankheit überträgt, rasch in der ostösterreichischen Weinregion ausbreitet. Bereits im Mai waren die Behörden mit einer Verordnung gegen den Schädling vorgegangen, um seine Ausbreitung einzudämmen. Im August hat die Rebzikade jedoch das Erwachsenenstadium erreicht, und Insektizidbehandlungen gelten in der laufenden Vegetationsperiode nicht mehr als sinnvoll, weil Pflanzenschutzmittel nur im Larvenstadium des Insekts wirksam sind.

Diese Entwicklung hat die Reaktion in eine neue Phase geführt, die auf die Identifizierung und das Roden kranker Reben ausgerichtet ist. Nach Angaben der Behörden ist dies der Zeitpunkt, an dem die Symptome besonders deutlich sichtbar sind, sodass es für Winzer und Anwohner mit Reben leichter ist, mögliche Infektionen in Weingärten und privaten Parzellen zu erkennen.

Laut dem Land zeigen weiße Rebsorten in der Regel gelb werdende Blätter, während rote Sorten eine dunkelrote Verfärbung entwickeln. Im weiteren Krankheitsverlauf rollen sich die Blätter nach unten ein. Die Infektion kann Rebstöcke schwer schädigen und sie unproduktiv machen.

„Wir können die Krankheit immer noch wirksam bekämpfen“, sagte Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner in einer vom Land veröffentlichten Mitteilung. Sie rief Winzer und Öffentlichkeit dazu auf, die Reben sorgfältig zu kontrollieren und infizierte Pflanzen in eigener Verantwortung rasch zu entfernen. „Jede ausgerissene Rebe nimmt einen Teil der Grundlage für die weitere Ausbreitung von flavescence dorée weg“, sagte sie.

Der offizielle Pflanzenschutzdienst des Landes hat in dieser Saison auf Basis von Blattproben 77 Befallszonen im Burgenland definiert. Der einzige Bezirk ohne bislang bestätigten Fall ist Mattersburg, obwohl dort noch 39 Proben auf die Analyse durch die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit, kurz AGES, warteten.

Die Ausbreitung hat einige der bekanntesten Weinbaugebiete des Burgenlands betroffen. Nach Angaben der Behörden wurden das Weinbaugebiet Eisenberg in den Bezirken Güssing und Oberwart, das Blaufränkischland rund um Deutschkreutz, Horitschon, Lutzmannsburg und Neckenmarkt, das Weinbaugebiet Leithaberg von Müllendorf bis Jois sowie die Westseite des Neusiedler Sees rund um Rust nahezu vollständig als Sicherheitszonen ausgewiesen.

Im Seewinkel zählen die Weinbaugemeinden Gols, Podersdorf und Pamhagen zu den besonders betroffenen Orten. Die Ausweisungen spiegeln wider, wo die Behörden angesichts des steigenden Krankheitsdrucks eine engere Überwachung und Kontrolle für notwendig halten.

Die Bekämpfung ist weit über eine einzelne Ernte hinaus wichtig. Burgenland ist eine der führenden Weinregionen Österreichs, bekannt für Rot- wie Weißweine, und die Ausbreitung einer Rebenkrankheit, die die Produktivität vernichten kann, hat in der Branche Besorgnis ausgelöst. Die aktuelle Botschaft des Landes lautet, dass nach dem Ende der wirksamen Spritzmöglichkeit gegen das Insekt der schnellste Weg zur Risikoreduzierung darin besteht, die infizierten Wirtspflanzen zu entfernen, bevor sich die Krankheit weiter durch die Weingärten und umliegenden Rebpflanzungen ausbreiten kann.

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