Indische Spirituosenhersteller warnen: Steuervergünstigungen der Bundesstaaten könnten importierten Spirituosen einen doppelten Vorteil verschaffen

Ein Branchenverband sagt, Vergünstigungen in sieben Bundesstaaten könnten die Wirkung niedrigerer britischer Importzölle verstärken und heimische Premium-Marken unter Druck setzen

19.06.2026

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Indiens wichtigster Branchenverband für alkoholische Getränke fordert die Regierungen der Bundesstaaten auf, Steuer- und Regulierungserleichterungen für im Ursprungsland abgefüllte importierte Spirituosen zu streichen, bevor das India-U.K. Comprehensive Economic and Trade Agreement am 15. Juli in Kraft tritt. Nach Ansicht des Verbands könnte das derzeitige System importierten Marken einen zusätzlichen Vorteil gegenüber heimischen Produzenten verschaffen.

Die Confederation of Indian Alcoholic Beverage Companies, kurz CIABC, erklärte, sie unterstütze das Handelsabkommen und wies darauf hin, dass die Zollsenkungen für importierte Spirituosen über zehn Jahre gestaffelt eingeführt würden, sodass lokale Unternehmen Zeit zur Anpassung hätten. Zudem hieß es, niedrigere Einfuhrzölle auf Scotch Whisky könnten indischen Herstellern zugutekommen, die Scotch als Vorprodukt in in Indien abgefüllten Produkten verwenden.

Der Verband sagte jedoch, mehrere Bundesstaaten gewährten bereits im Ursprungsland abgefüllten Produkten, oder BIO-Produkten, eine bevorzugte Behandlung durch niedrigere Verbrauchsteuern, niedrigere Gebühren für die Markenregistrierung, niedrigere Mehrwert- oder Verkaufssteuern sowie leichteren Marktzugang als bei Indian-Made Foreign Liquor, bekannt als IMFL. Nach Angaben der CIABC könnten diese Vorteile auf Ebene der Bundesstaaten, sobald die Zollsenkungen im Rahmen des Handelsabkommens beginnen, einen von ihr so bezeichneten „doppelten Vorteil“ für importierte Spirituosen schaffen.

Die CIABC nannte Delhi, Haryana, Maharashtra, Madhya Pradesh, Odisha, Assam und Kerala als Bundesstaaten, in denen BIO-Produkte derzeit im Vergleich zu vergleichbaren in Indien hergestellten Produkten Vergünstigungen erhalten.

In Haryana, so der Verband, müssten IMFL-Produkte Markenregistrierungsgebühren zahlen, die bis zu 30-mal höher seien als jene für BIO-Produkte; zudem liege die Mehrwertsteuer viermal höher. Der Verband schätzte, dass der niedrigere Mehrwertsteuersatz für BIO-Produkte den Staat jährlich zwischen ₹200 crore und ₹250 crore an Einnahmen kosten könnte.

In Assam sagte die CIABC, vergleichbare indische Premium- und Luxus-Kategorien seien mit einer lokalen Verbrauchsteuerbelastung konfrontiert, die drei- bis 5,2-mal höher sei als bei ähnlichen BIO-Produkten. Hinzu komme, dass zollbedingte Senkungen im Rahmen des Handelsabkommens die BIO-Preise dort um weitere 9% bis 15% senken könnten.

In Odisha erklärte der Verband, vergleichende Kostendaten zeigten, dass jeder Fallwechsel von IMFL zu BIO die Staatseinnahmen um etwa ₹4.500 pro Kiste verringern könne. Außerdem könnten Zollsenkungen die BIO-Preise um 13% bis 15% senken.

In Kerala unterliegen IMFL-Spirituosen laut CIABC einer Verkaufssteuer von 251% und einer Einzelhandelsmarge von 20%, verglichen mit einer Verkaufssteuer von 115% und einer Einzelhandelsmarge von 6% für BIO-Produkte.

Anant S. Iyer, Generaldirektor der CIABC, sagte, die Landesregierungen sollten die Vorzugsbehandlung für BIO-Produkte überprüfen und zurücknehmen, wo sie seiner Darstellung nach einen strukturellen Nachteil für in Indien hergestellte Marken schaffe. Ziel sei es nicht, die Wahlfreiheit der Verbraucher einzuschränken, sondern Wettbewerbsneutralität zwischen im Inland produzierten IMFL-Produkten, in Indien abgefüllten Produkten und im Ursprungsland abgefüllten Importen sicherzustellen, die in denselben Premiumsegmenten konkurrierten.

Die Frage ist für das breitere Getränkegeschäft relevant, weil Änderungen bei den Zöllen im Rahmen des India-U.K.-Abkommens in Verbindung mit den Verbrauchsteuer- und Mehrwertsteuerregeln der Bundesstaaten die Preisgestaltung und den Marktzugang für importierten Alkohol in Indien verändern könnten. Das könnte nicht nur den Wettbewerb bei Spirituosen beeinflussen, sondern auch bei Premium-Getränkekategorien, in denen Wein und andere importierte Getränke empfindlich auf Steuerunterschiede reagieren.

CIABC sagte, BIO-Produkte machten bereits 25% des indischen Premium-und-darüber-Segments aus; dazu zählen indische Single Malts, Craft Gins, Blended Whiskys und in Indien abgefüllte Scotches. Da importierte Marken bereits in diesem Marktsegment wachsen, sei eine neutrale Steuerpolitik wichtig für die Zukunft indischer Premium-Etiketten.

Die Organisation argumentierte, dass Politiken, die importierte Produkte strukturell attraktiver machen als indische Erzeugnisse, die heimische Wertschöpfungskette schwächen und nationalen industriepolitischen Zielen wie Make in India und Atmanirbhar Bharat zuwiderlaufen. Sie rief die Bundesstaaten dazu auf, sich in Premiumsegmenten mit wachsender Anerkennung indischer Marken im In- und Ausland auf eine Angleichung der Verbrauchsteuerstrukturen zuzubewegen.

Da das Handelsabkommen in weniger als einem Monat starten soll, dürfte der Druck heimischer Spirituosenhersteller auf steuerliche Änderungen auf Ebene der Bundesstaaten zunehmen, während die Regierungen Einnahmeinteressen gegen die Unterstützung lokaler Premium-Spirituosenindustrien abwägen.

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