Italiens Weinbranche kämpft mit wachsendem Überschuss

Exporte und Inlandsverbrauch gingen zurück, während die Erzeuger Schwierigkeiten hatten, das Überangebot in wichtigen Märkten aufzufangen

29.05.2026

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Italiens Weinbranche kämpft mit wachsendem Überschuss

Die italienische Weinbranche sieht sich mit einem wachsenden Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage konfrontiert: Die Exporte sinken, der Inlandsverbrauch schwächt sich ab, und für den Überschuss an Produktion zeichnet sich bislang keine klare Lösung ab. Das geht aus dem jährlichen Branchenbericht von Mediobanca hervor.

Der am Mittwoch veröffentlichte Bericht untersuchte 225 der größten Weingruppen Italiens und stellte fest, dass der Gesamtumsatz im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2024 um 2,8 % zurückging, während die Exporte um 3,4 % sanken. Dieser Rückgang ist bedeutsam, weil Auslandsverkäufe seit Langem dazu beigetragen haben, die schwächere Nachfrage im Inland auszugleichen. Stattdessen schrumpfte der heimische Markt deutlich: Der Binnenkonsum ging im vergangenen Jahr um 9,4 % zurück.

Italien bleibt der weltweit größte Weinproduzent. Mediobanca schätzte die globale Weinproduktion für 2025 auf 227 Millionen Hektoliter, ein Plus von 0,6 % gegenüber 2024, während der weltweite Verbrauch voraussichtlich auf 208 Millionen Hektoliter sinken wird, minus 2,7 %. Auf Italien entfielen 44,4 Millionen Hektoliter beziehungsweise 19,7 % der weltweiten Produktion, ein Anstieg um 0,7 % gegenüber dem Vorjahr.

Der Bericht betonte, dass der Druck nicht auf Italien beschränkt ist. Die Exporte in die Vereinigten Staaten gingen um 6,3 % zurück; Analysten führen dies teilweise auf Zölle zurück. Auch die Lieferungen in Länder der Europäischen Union sanken um 2,8 %. Für italienische Produzenten kommen diese Einbußen zu einem Zeitpunkt, an dem viele bereits mit Überangebot und schwächerer Nachfrage in wichtigen Märkten zu kämpfen haben.

Mediobanca erklärte, dass in den vergangenen fünf Jahren bei 80 % der italienischen Produzenten der Weinkonsum zurückgegangen sei. Rund zwei Drittel erwarten, dass sich dieser Trend in den kommenden Jahren fortsetzt. Dennoch halten 70 % den Sektor weiterhin für attraktiv und argumentieren, dass schwächere Anbieter vom Markt gedrängt werden und sich dieser zunehmend selektiver entwickelt.

Die Produzenten reagieren darauf mit dem Versuch, ihr Angebot zu diversifizieren und neue Kunden zu erreichen. Laut Bericht sehen 72 % die Produktdiversifizierung als wichtigstes Instrument an, um sich an veränderte Trinkgewohnheiten anzupassen. Die Erschließung neuer Märkte war eine weitere Priorität, gefolgt von stärkeren Marketing- und Kommunikationsmaßnahmen, die von 60 % der Unternehmen genannt wurden. Rund 45 % verwiesen auf neue Vertriebskanäle und eine stärkere Ausrichtung auf Nachhaltigkeit.

Die Studie beschreibt zudem eine Verschiebung hin zu einer strengeren Kontrolle von Produktion und Vertrieb. Die Hälfte der befragten Unternehmen sagte, ein integriertes Modell entlang der gesamten Kette von der Produktion bis zum Verkauf sei die beste Struktur. Auch Fusionen und Übernahmen bewegen sich in diese Richtung – ebenso wie lokale Konsolidierung und Nachfolgeplanung.

Qualität bleibt zentral dafür, wie Produzenten ihr Geschäft verstehen; zugleich gewinnt der Preis angesichts vorsichtigerer Verbraucher zunehmend an Bedeutung. Etwa die Hälfte der Unternehmen sagte, Qualität sei ein Schlüsselfaktor für Käufer, während zwei Drittel den Preis als entscheidend bezeichneten.

Trotz der Abschwächung wurde weiter investiert. In den vergangenen drei Jahren konzentrierten sich große Produzenten in 90 % der Fälle auf Investitionen in Kellereien, in 77 % auf Energieeffizienz und in 57 % auf Technologie. Für 2025 wird erwartet, dass die Gesamtinvestitionen gegenüber dem Vorjahr um 3,5 % steigen werden, obwohl die Werbeausgaben voraussichtlich um 5,4 % auf 2,6 % des Gesamtumsatzes sinken.

Dennoch bleiben einige Produzenten für das kommende Jahr optimistisch. Mediobanca zufolge erwarten 58 % der führenden Unternehmen für 2026 ein Umsatzwachstum.

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