Frankreichs Weinberge rüsten sich für eine frühe Lese

Eine ungewöhnlich frühe Blüte deutet in mehreren Weinregionen auf eine Lese im August hin und wirft Fragen zu Personal und Logistik auf.

27.05.2026

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Die Hitzewelle, die sich Ende Mai über Frankreich gelegt hat, stellt die Weinberge des Landes derzeit zwar nicht vor eine Gefahr, verstärkt aber die Erwartung einer weiteren frühen Lese nach einem Frühjahr mit ungewöhnlich weit fortgeschrittener Blüte, sagte Bernard Farges, Präsident des Comité national des interprofessions des vins, am Dienstag.

Gegenüber AFP erklärte Farges, die aktuelle Hitzeperiode sei für die Reben „nicht unüberwindbar“ und könne sogar positive Effekte auf die Pflanzengesundheit haben, solange die Arbeiten im Weinberg früh am Morgen erledigt würden. Die Trauben befänden sich noch in einem frühen Stadium, sagte er; die Traubenstände seien noch klein und die Nächte nach den jüngsten Regenfällen weiterhin kühl.

„Die Rebe selbst mag trockenes Wetter, Wärme und Sonne“, sagte er und wies zugleich darauf hin, dass die Bedingungen für die Menschen auf den Feldern deutlich härter seien.

Mehr Sorge bereite der Branche jedoch, dass der Vegetationszyklus in diesem Jahr in Frankreichs Weinregionen bereits vor dem Zeitplan liege. Austrieb und Blüte seien in vielen Weinbergen früh eingetreten, ein Muster, das er als weiteres Zeichen des Klimawandels bezeichnete. Da die Lese in der Regel etwa 100 Tage nach der Blüte beginne, deute der frühere Blühzeitpunkt auf eine frühere Ernte als in den vergangenen Jahren hin.

In den frühesten Lagen habe die Blüte um den 15. Mai begonnen. In Teilen Südostfrankreichs sei sie etwa zwischen dem 15. und 20. Mai erfolgt, rund um Bordeaux eher um den 20. Mai, sagte Farges. Dieser Zeitplan lasse darauf schließen, dass einige Lesebeginne schon Anfang August möglich seien.

„Viele Lesearbeiten werden im August stattfinden“, sagte er und fügte hinzu, dies bringe „alle Schwierigkeiten bei der Rekrutierung“ mit sich, wenn es darum gehe, genügend Saisonarbeitskräfte zu finden – in einer Phase, in der die Temperaturen oft am höchsten seien.

Die Aussicht auf eine August-Lese erhöht zudem den logistischen Druck auf Weingüter und Erzeuger, die Arbeitskräfte, Transport und Kellerarbeit früher als üblich organisieren müssen und dabei sowohl die Beschäftigten als auch die Trauben bei heißem Wetter genau im Blick behalten.

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