19.05.2026

Die Scotch Whisky Association drängt die britische Regierung, bei Handelsabkommen mit Indien und den Vereinigten Staaten zügig voranzukommen. Schnellere Umsetzung könne dazu beitragen, Zölle zu senken, die Exportaussichten zu verbessern und eine der wichtigsten Branchen Schottlands zu stärken, so der Verband.
Der Vorstoß erfolgt, während Premierminister Keir Starmer sich darauf vorbereitet, hervorzuheben, wie der Wirtschaftsplan seiner Regierung und Handelsabkommen Arbeitnehmer und Unternehmen in ganz Großbritannien unterstützen sollen. In einer mit diesem Vorhaben verknüpften Erklärung sagte die Regierung, sie wolle zeigen, wie internationale Vereinbarungen Märkte öffnen, Arbeitsplätze stützen und Wachstum anstoßen können. Für die Whiskybranche steht dabei viel auf dem Spiel: Indien bleibt einer der größten potenziellen Märkte für Scotch, doch hohe Einfuhrzölle haben den Absatz seit Langem begrenzt, während der Zugang zum US-Markt zentral für die Exportstrategie des Sektors ist.
Branchenvertreter argumentieren, dass eine rasche Umsetzung möglicher Zollsenkungen ebenso wichtig wäre wie die Abkommen selbst. Scotch-Whisky-Hersteller setzen sich seit Jahren für niedrigere Hürden in Indien ein, wo Zölle Flaschen für Verbraucher deutlich teurer machen können, sowie für einen stabilen Zugang zum US-Markt, der bereits zu den wichtigsten Absatzmärkten für Scotch-Exporte zählt. Der Verband verweist zudem auf China als weiteren Markt, in dem niedrigere Zölle den Produzenten helfen könnten, wettbewerbsfähiger zu sein.
Die britische Regierung versucht, Handelspolitik als Teil einer breiteren wirtschaftlichen Botschaft zu präsentieren, die sich an Haushalte richtet, die unter höheren Kosten und schwächerem Wachstum leiden. Nach Angaben von Regierungsvertretern sollen neue Vereinbarungen Chancen für Unternehmen unterschiedlicher Größe schaffen – von großen Exporteuren bis hin zu kleineren regionalen Produzenten. Für Whisky-Destillateure hängt dieses Versprechen davon ab, ob ausgehandelte Bedingungen tatsächlich zu spürbaren Veränderungen an den Zollstellen und bei den Einzelhandelspreisen im Ausland führen.
Der Whiskysektor in Schottland ist ein wichtiger Beitrag zum britischen Exporterlös und ein bedeutender Arbeitgeber in ländlichen Regionen, wo Brennereien Landwirtschafts-, Logistik-, Tourismus- und Verpackungsunternehmen stützen. Produzenten sagen, selbst moderate Zollsenkungen könnten Investitionsentscheidungen, Produktionsplanung und Einstellungen beeinflussen. Zudem argumentieren sie, dass ein klarerer Zugang zu wichtigen Märkten ihnen helfen könne, gegen andere Spirituosenkategorien anzutreten, die mit weniger Handelshemmnissen konfrontiert sind.
Der Zeitpunkt ist bedeutsam, weil die Regierung frühe Ergebnisse ihrer wirtschaftspolitischen Agenda vorweisen will, während Unternehmen weiterhin auf Entlastung angesichts schwacher Verbrauchernachfrage in einigen Märkten und Unsicherheit über die globalen Handelsbedingungen hoffen. Für Scotch-Whisky-Unternehmen stellt sich nun die Frage, ob politischen Ankündigungen rasch genug praktische Schritte folgen werden, um den Absatz in diesem und im kommenden Jahr zu beeinflussen.
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