Federvini begrüßt EU-Handelsdeal

Der Verband erklärte, die vorläufige Einigung könne nach den erneuten Zollspannungen das Vertrauen der Exporteure wieder stärken.

21.05.2026

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Federvini hat am Mittwoch eine vorläufige Einigung zwischen dem Europäischen Parlament und dem Rat der Europäischen Union über Verordnungen begrüßt, mit denen Verpflichtungen aus der im Juli 2025 in Turnberry, Schottland, zwischen der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten erzielten Handelsvereinbarung umgesetzt werden sollen. Der Verband wertete dies als ermutigendes Signal, das die transatlantischen Gespräche in einer schwierigen Phase für Exporteure offen hält.

Der von Giacomo Ponti geführte Verband erklärte, der Deal könne nach Tagen erneuter Spannungen über Zölle dazu beitragen, Vertrauen und Kontinuität im Handel über den Atlantik hinweg wiederherzustellen. Präsident Trump hatte jüngst damit gedroht, die Zölle auf über 15 % anzuheben, falls die Europäische Union ihren Verpflichtungen bis zum 4. Juli nicht nachkomme. Die Warnung kam nur wenige Stunden, nachdem das U.S. Court of International Trade die sogenannten universellen 10-%-Zölle aufgehoben hatte und nachdem der Supreme Court im Februar Zölle von 15 % auf Grundlage des International Emergency Economic Powers Act ausgesetzt hatte.

Ponti sagte, die Einigung verschaffe den Unternehmen in einer Zeit größerer Klarheit, in der der internationale Handel weiterhin von Unsicherheit geprägt sei. Auch wenn der Rahmen noch finalisiert werde, enthalte er Schutzmechanismen zum Schutz des europäischen Lebensmittel- und Getränkesektors und biete den Unternehmen die nötige Planbarkeit für ihre Geschäftstätigkeit.

Für Hersteller von Wein, Spirituosen und Essig sei es entscheidend, die handelspolitische Unsicherheit zu verringern, um den Dialog zwischen beiden Seiten des Atlantiks aufrechtzuerhalten, sagte er. Besonders relevant sei dies für italienischen Wein, dessen größter Auslandsmarkt die Vereinigten Staaten sind. Die italienischen Weinexporte in die USA hatten laut von WineNews ausgewerteten Istat-Daten einen Wert von 1,75 Milliarden Euro, lagen damit jedoch 9,1 % unter dem Niveau von 2024 – ein Rückgang, der weitgehend mit den Zöllen zusammenhängt. Der Start ins Jahr 2026 fiel noch schwächer aus: In den ersten beiden Monaten gingen die Exporte im Vergleich zum selben Zeitraum 2025 um weitere 27,4 % auf 243,4 Millionen Euro zurück.

Federvini erklärte, man hoffe auf einen raschen Abschluss des europäischen institutionellen Verfahrens, damit die vereinbarten Maßnahmen so bald wie möglich in Kraft treten können. Zu den nächsten Schritten gehört eine Abstimmung im Ausschuss für internationalen Handel des Europäischen Parlaments am 2. Juni, gefolgt von einer Plenarabstimmung Mitte Juni. Wenn die Abgeordneten dem Text zustimmen, muss der Rat der Europäischen Union noch die endgültige Ratifikation vornehmen, bevor die Regeln in Kraft treten können.

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