06.05.2026

Neue Warnhinweise auf alkoholischen Getränken, die konkrete Gesundheitsrisiken wie Krebs und Lebererkrankungen benennen, könnten wirksamer sein als das derzeitige US-Label, wenn es darum geht, Menschen zu weniger Alkoholkonsum zu bewegen, wie eine am Dienstag im Journal of Studies on Alcohol and Drugs veröffentlichte Studie nahelegt.
Die Untersuchung erscheint vor dem Hintergrund, dass alkoholbedingte Todesfälle in den Vereinigten Staaten in den vergangenen zwei Jahrzehnten stetig gestiegen sind, obwohl die bundesweiten Warnhinweise auf Alkoholbehältern seit 1988 unverändert geblieben sind. Das bestehende Label warnt vor Alkoholkonsum in der Schwangerschaft sowie vor dem Fahren oder Bedienen von Maschinen und erklärt, Alkohol könne „gesundheitliche Probleme verursachen“. Die Studie zeigt jedoch, dass viele Verbraucher es nicht wahrnehmen oder sich nicht daran erinnern.
Ein Forschungsteam um Anna H. Grummon, Assistenzprofessorin an der Stanford University School of Medicine, untersuchte, wie Erwachsene auf unterschiedliche Warnbotschaften reagieren. An der Studie nahmen 1.036 Erwachsene im gesetzlichen Trinkalter teil, die angaben, mindestens einmal pro Woche Alkohol zu trinken. Jede teilnehmende Person sah 10 Botschaften in zufälliger Reihenfolge: eine Kontrollbotschaft, acht neue Warnhinweise und den aktuellen US-Warnhinweis.
Anschließend bewerteten die Teilnehmenden jede Botschaft danach, ob sie sie dazu anregte, weniger zu trinken, sie an die schädlichen Folgen von Alkohol erinnerte und ihnen etwas Neues vermittelte. Alle neuen Warnhinweise schnitten besser ab als das derzeitige Bundeslabel, besonders stark waren jedoch jene, die Krebs erwähnten. Das ist relevant, weil politische Entscheidungsträger in den USA und anderswo darüber diskutieren, ob Alkoholprodukte mit Krebswarnungen versehen werden sollten.
Irland bereitet vor, in den kommenden Jahren Krebswarnungen auf Alkoholbehältern vorzuschreiben; in Alaska ist bereits ein Krebswarnhinweis vorgeschrieben, der in Bars, Restaurants und Spirituosengeschäften ausgehängt werden muss, in denen Alkohol verkauft wird. Die Autoren der Studie erklärten, ihre Ergebnisse deuteten darauf hin, dass solche Etiketten Verbrauchern helfen könnten, die Risiken des Trinkens besser zu verstehen, und einige dazu bewegen könnten, ihren Konsum zu reduzieren.
Die Forschenden untersuchten auch gestalterische Aspekte, darunter Warnsymbole. Dreiecke und Achtecke wurden als wirksamer und aufmerksamkeitsstärker wahrgenommen als andere Symbole wie etwa eine Lupe.
Grummon sagte, die Arbeit knüpfe an Erkenntnisse aus der Tabakkontrolle an, wo Warnhinweise eingesetzt werden, um Verbraucher zu informieren und gesünderes Verhalten zu fördern. Das Team führe derzeit eine randomisierte Studie durch, um zu prüfen, ob aktualisierte Alkoholwarnungen den Konsum im Laufe der Zeit tatsächlich verringern und das Wissen über alkoholbedingte Schäden verbessern.
Die Studie liefert weitere Argumente für eine breitere politische Debatte darüber, wie Regierungen über die gesundheitlichen Risiken von Alkohol kommunizieren sollten, während Gesundheitsbehörden nach Wegen suchen, die steigenden alkoholbedingten Todesfälle einzudämmen.
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