04.05.2026

Der Iran gehört seit Langem zu den Ländern mit den strengsten Alkoholgesetzen der Welt, doch Wein ist aus dem Alltag nie völlig verschwunden. In Privathäusern, in versteckten Werkstätten und über informelle Netzwerke stellen Iraner weiterhin Wein her und trinken ihn – trotz der Gefahr von Strafen nach islamischem Recht. Die Praxis überlebt als kulturelle Gewohnheit und zugleich als stille Form des Widerstands.
Seit der Islamischen Revolution von 1979 sind Verkauf und öffentlicher Konsum von Alkohol im Iran für Muslime verboten. Das Gesetz wird uneinheitlich durchgesetzt, die Strafen können jedoch hart ausfallen. Dadurch ist die Weinproduktion in den Untergrund gedrängt worden – weg von lizenzierten Kellereien hinein in Wohnungen, Keller und ländliche Häuser, wo Familien Trauben pressen und den Saft heimlich vergären. Das Ergebnis ist ein landesweit aktiver Schwarzmarkt, besonders in Städten, in denen die Nachfrage am größten ist.
Die Tradition hat tiefe Wurzeln. Vor der Revolution verfügte der Iran über eine legale Weinindustrie und eine lange Geschichte des Weinbaus, die sich über Jahrhunderte erstreckte. Trauben werden im Land noch immer vielerorts angebaut, und viele Haushalte wissen, wie man sie nach überlieferten Methoden älterer Generationen zu Wein verarbeitet. Ein Teil dieses Wissens überstand den politischen Einschnitt von 1979, auch wenn öffentliches Trinken aus dem Blickfeld verschwand.
Heute ist der verborgene Handel von Knappheit und Vorsicht geprägt. Flaschen werden oft eher über persönliche Kontakte als über Geschäfte verkauft. Die Preise können hoch sein, weil die Produktion klein ist, Zutaten knapp sind und der Vertrieb Risiken birgt. Hausgemachter Wein ist verbreitet, doch die Qualität schwankt stark. Einige Produzenten arbeiten sorgfältig mit sauberem Equipment und kontrollierter Gärung. Andere nutzen improvisierte Methoden, die zu instabilen oder unsicheren Produkten führen können.
Der Schwarzmarkt spiegelt auch breitere gesellschaftliche Veränderungen wider. Vor allem jüngere Iraner haben Wege gefunden, die Trinkkultur bei privaten Zusammenkünften am Leben zu halten – trotz offizieller Beschränkungen. Für viele Stadtbewohner ist hausgemachter Wein Teil einer größeren Untergrundszene, zu der Bier, Spirituosen und illegal aus Nachbarländern eingeführter Alkohol gehören. In diesem Umfeld ist Wein nicht nur ein Getränk, sondern auch ein Marker sozialer Freiheit in einem streng kontrollierten Umfeld.
Religiöse Autoritäten verurteilen Alkoholkonsum weiterhin, und Polizeirazzien gegen illegale Produktionsstätten kommen nach wie vor vor. Doch die Durchsetzung hat die Nachfrage nicht beseitigt. Stattdessen hat sie den Handel noch weiter aus dem Blickfeld gedrängt. Produzenten setzen auf Vertrauen, Geheimhaltung und Mundpropaganda. Käufer nehmen die Risiken oft in Kauf, weil es für die meisten Menschen keine legalen Alternativen gibt.
Die anhaltende Existenz von clandestinem Wein im Iran verweist auch auf einen Widerspruch im Verhältnis des Landes zum Alkohol: Eine Nation mit uralter Weinkultur ist heute gezwungen, sie zu verbergen. Trauben sind weiterhin reichlich vorhanden, Hausgärung findet weiter statt, und Flaschen zirkulieren noch immer leise unter Freunden und Verwandten – obwohl der Staat sie aus dem öffentlichen Blick halten will.
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